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Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Biblis, Block B

Die Betreiberin des Kernkraftwerkes Biblis, die RWE Nuclear GmbH, hat am 20.07.2018 das nachfolgende Ereignis dem Hessischen Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde gemeldet. Nach der Internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen INES ist es der Stufe 0 (unterhalb der Skala = keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung) zuzuordnen.

Während der monatlichen Prüfung des Notstromdiesels 23EY30 D001 (Kernkraftwerk Biblis, Block B) am 17.07.2018 wurde der Meldegrenzwert „Temperatur Schmieröl ZU HOCH“ erreicht. Der Notstromdiesel wurde daraufhin von Hand abgeschaltet. Der Notstromdiesel ist als sicherheitstechnisch wichtiges System eingestuft und versorgt im Notstromfall u.a. das Brennelementlagerbeckenkühlsystem. Als Ursache der Störung wurden Stoffbuchsleckagen zweier Absperrschieber im Kühlwasserstrang identifiziert. Durch Lufteintrag über die Leckagestellen konnte an der zugehörigen Fremdwasserpumpe des Ölkühlers kein Differenzdruck aufgebaut werden, wodurch es durch die fehlende Kühlleistung des Ölkühlers zum Anstieg der Schmieröltemperatur kam. Die Störung wurde im Anschluss an die Prüfung behoben. Die Funktionsprüfung des Notstromdiesels 23EY30 D001 wurde am 18.07.2018 erfolgreich wiederholt. Eine Gefährdung des Personals, der Umgebung oder der Anlage war damit nicht verbunden.

Das Ereignis wurde von der Betreiberin nach den deutschen Meldekriterien in die Kategorie N (= Normal) eingestuft und fristgerecht (innerhalb von 5 Werktagen) der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde gemeldet. Eine abschließende Bewertung des Ereignisses und der Einstufung wird unter Hinzuziehung des atomrechtlichen Sachverständigen vorgenommen. Das vorliegende Ereignis hat keine Auswirkungen auf die Rückbauarbeiten im Block B des Kraftwerkes Biblis.

© Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz