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Marion Schardt-Sauer hakt nach: „Neubau der Lichfieldbrücke erst frühestens Ende 2030 abgeschlossen“


• Erneute Verschiebung des Baubeginns auf frühestens Mitte 2026
• Öffentliche Bürgerversammlung weiterhin ausgeschlossen
• Landesregierung findet keine Alternative zu Neubauplänen

LIMBURG – Die Landtagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Limburger Stadtparlament Marion Schardt-Sauer hat im Hessischen Landtag eine kleine Anfrage an die Landesregierung zum Neubau der Lichfieldbrücke in Limburg a. d. Lahn gestellt. Diese ist jetzt von den Vertretern des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen beantwortet worden.

Demnach sieht die Landesregierung keine Möglichkeit mehr den bereits auf 2025 verschobenen Baubeginn des ersten Teilbauwerks einzuhalten und gibt nun Mitte 2026 als neuen Baubeginn bekannt (ursprünglich war der Start bereits für 2022 geplant). Als Grund werden Verzögerungen in der Absprache durch die Corona-Pandemie und weiterhin die Problematik der Ersatztrinkwasserbeschaffung genannt, für die nach wie vor kein abschließendes Konzept vorliegt. Den Abschluss des Bauprojekts sehen die Vertreter für den ersten Teilabschnitt bis Ende 2028 und für den zweiten Teilabschnitt bis frühestens Ende 2030 gegeben.

Hessen Mobil plante ursprünglich im Jahr 2020 eine öffentliche Bürgerversammlung, damit Anwohner und Betroffene sich über die Baumaßnahmen informieren und Fragen stellen können. Aufgrund der pandemischen Lage wurde die Versammlung jedoch abgesagt. Auf Nachfrage von Marion Schardt-Sauer bestätigt die Landesregierung, dass weiterhin wegen des Infektionsrisikos keine öffentliche Befragung geplant ist. Zu einer möglichen digitalen Veranstaltung oder einer Präsenzveranstaltung mit entsprechenden Schutzkonzept, machen die Vertreter des Landes keine Angabe. „Der Neubau ist für viele Pendler, Unternehmen und Anwohner einen erheblichen Eingriff in ihren Alltag. Die Landesregierung streut unnötig Planungsunsicherheit für die Region. Die Betroffenen haben ein Recht sich zu informieren“, so Schardt-Sauer. Es sei ihr völlig unverständlich, warum das Verkehrsministerium eine breite Bürgerbeteiligung bei diesem wichtigem Verkehrsvorhaben regelrecht scheue.


Des Weiteren fragte die Limburger Politikerin nach möglichen Alternativen zu den bisherigen Lösungsansätzen des Neubaus der Lichfieldbrücke. Dabei interessierte sie sich insbesondere für das erheblich veränderte Verkehrsaufkommen durch die Entwicklungen des letzten Jahres aufgrund der verstärkten Nutzung von Online-Handel und Homeoffice. Hierzu konnte die Landesregierung zwar ein vermindertes Verkehrsaufkommen in ganz Westhessen feststellen, räumte aber ein, die Lichfieldbrücke oder das Limburger Stadtgebiet nicht weiterführend analysiert zu haben. Die Vertreter des Ministeriums gehen demnach unabhängig der Erfahrungen seit Beginn der Pandemie von einer gleichbleibenden langfristigen Entwicklung des Verkehrs aus und sehen keinen Anlass die Neubaupläne anzupassen. Diese Haltung lasse jegliche Kreativität und Offenheit vermissen, kritisiert Schardt-Sauer. Warum präsentiere man schlicht keine Varianten für den Neubau. Warum gehe man nicht wie bei den Planungen in Wetzlar an der B 49 neue Wege – auch mittels digitaler Technik. Abriss und Neubau an gleicher Stelle bedeute für Limburg den Verkehrskollaps mit Ansage, kritisiert die FDP-Politikerin die Pläne in Wiesbaden.

© Marion Schardt-Sauer (MdL)