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Manche Dinge dulden keinen Aufschub – Melderprogrammierung in besonderen Zeiten erfordern besondere Maßnahmen #corona

Empfang des Melders vom Walk-In-Bereich mit Abstand

Vielleicht haben sich gestern oder auch heute Morgen wieder einige gewundert, was für ein "Betrieb" bei der Feuerwehr in Niederbrechen zu verzeichnen ist - die Erklärung dazu ist denkbar einfach:

Damit auch alle Feuerwehrleute wissen, wann sie gebraucht werden, wurden sie früher per Sirenenalarmierung freundlich zum Einsatz gerufen. Schon seit vielen Jahrzehnten gibt es dafür aber auch kleinere und diskretere Methoden, die FunkMeldeEmpfänger, die je nach Hersteller unterschiedlich aussehen und Alarmierungen von sich geben können - wenn sie denn im richtigen Funkverkehrsbereich eingebucht - also auf die heimische Leitstelle bequarzt waren.

Eingangsdesinfektion des Melders

Im BOS-Funk diente dazu die 4m-Frequenz, nach der Fünftonfolge, die von der Leitstelle im Einsatzfall ausgesendet wurde, "ging der Melder auf" und die Durchsage der Leitstelle war als Sprachdurchsage zu hören - analog und im Sound eines Funkggerätes. Die Qualität variierte und je nach Standort hörte man die ganze Durchsage oder konnte anhand der ausgelösten Alarmierung erkennen, welche "Schleife" alarmiert wurde und machte sich in Windeseile oder eben nur zügig zum Gerätehaus. Oftmals konnte man bei den analogen Meldern auch nur "ein bisschen" hören, sich es aber zusammenreimen, um was es ging - spätere Melder hatten den Vorteil einer Aufzeichnung der letzten Alarmierungen. 

Abgabe des Melders im Drive-In-Bereich auf dem Hof der Feuerwehr - nein, bitte OHNE Hülle

Und genau hierin liegt der markante Unterschied zu den neuen digitalen Meldern, die auch bei uns nun fast flächendeckend eingeführt wurden in den letzten Jahren - mit einem nicht unerheblichen technischen und vor allem finanziellen Aufwand. 

Genau, so ist es richtig - Abgabe des Melders OHNE Hülle - einfach in die Schneeschippe legen

Die heutigen Digitalmelder sind im Prinzip technisch gesehen wie ein Mobiltelefon, sie enthalten eine SIM-Karte, eine gerätebezogene Programmierung, einen Akku und in der neueren Version auch die Möglichkeit der Bestätigung von Einsatzalarmierungen - WENN, ja WENN eben alles paßt und hierzu gehört auch, dass die Pager, wie sie heute genannt werden, wissen, wo sie hingehören und auf welche Leitstelle sie achten müssen.

Im Hintergrund wartet schon Kamerad Dietmar zur Programmierung - Ein Schwenk und schon ist die Übergabe erfolgt

Denn jede Alarmierung ist höchstindividuell pro Gerät und damit pro Einsatzkraft möglich - natürlich wurden entsprechende Schleifen auch hier umgesetzt, da die Alarmierung sonst etwas umständlich wäre - also wird auch hier gruppenweise alarmiert. 

Ausgangsdesinfektion des Melders durch Kamerad Dietmar nach Aufspielen des Updates

Früher wurde der FunkMeldeEmpfänger nach Fabrikation in der Werkstatt "bequarzt" und tat dann seinen Dienst - zuverlässig, dauerhaft, Tag- und Nacht, viele Tage, bevor er an die Ladestation musste . . . fertig !

Da in den heutigen Meldern natürlich ein Höchstmaß an hochwertiger Technik und vor allem Software verbaut wurde, brachte dies viele Möglichkeiten aber auch Anforderungen mit sich. Und diese Anforderung machte es genau JETZT erforderlich, dass ALLE Melder ein Softwareupdate erhalten mussten, um im Einsatzfall entsprechend ihre Alarmdurchsagen an den/die Träger/in ausrichten können. 

In Zeiten von Corona wurde diese Herausforderung interessant gelöst bei der Feuerwehr in Niederbrechen. Zur Wahrung der Abstände fuhr ein/e Feuerwehrkamerad/in vor, legte seinen unverpackten Melder in die am lang ausgestreckt gehaltene Schneeschippe des stellvertretenden Gemeindebrandinspektors Michael Gläser, der dann mit einem Schwenk zu Dietmar Giesen den Melder weiterreichte. Nach einer ersten Desinfektion des Gerätes, wurde dieses dann in das sog. "Heimzusatzgerät" gesteckt und damit eine Schnittstelle geschaffen zur Software auf dem PC. Innerhalb weniger Sekunden wurde das Softwareupdate aufgespielt, der Melder erneut desinfiziert, in die Schneeschippe gelegt, zum Empfänger geschwenkt, der dann freudig sein frisch upgedatetes Gerät in Empfang nehmen und sich fix vom Hof zugunsten der Kontaktvermeidung entfernte. 

Freudiger Erhalt des sich noch leuchtend freuenden Melders durch den Feuerwehrkamerad Florian

Hoffen wir nun, dass die Melder möglichst lange schweigen, dass sich auch die Feuerwehrleute nicht unnötig in mehr als nötige Nähe begeben müssen, denn auch sie müssen und wollen sich und ihre Familien durch entsprechende Einhaltung der Abstandsregelungen schützen. 

Kommen Sie gut ins Wochenende !

Mehr Informationen zur Arbeit der Feuerwehr unter:

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© Peter Ehrlich