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Malteser ziehen Bilanz: An vielen Stellen fehlen Ehrenamtliche

Delegiertenversammlung 2022: Delegierte diskutieren über die vergangenen Jahre +++ Pandemie hat Dienste deutlich verändert und viele Ehren- und Hauptamtliche stark gefordert
Limburg. Auf ihrer diesjährigen Delegiertenversammlung am 19. November zogen die Malteser in der Diözese Limburg eine überwiegend positive Bilanz der vergangenen zwei Jahre. So habe die Hilfsorganisation zwar im Berichtszeitraum 2020/2021 pandemiebedingt Angebote wie Besuchsdienste und Jugendgruppen in Präsenz aussetzen müssen, dafür seien aber neue Dienste wie der Mobile Einkaufswagen entstanden. Zudem waren viele Helfende in Ehren- und Hauptamt bei Covid-Testungen und Impfungen stark gefordert. Auch sei es zum Beispiel bei der Sozialpflegerischen Ausbildung oder den Jugendgruppen gelungen, auf Online-Formate umzusteigen. Was jedoch gravierend sei, da waren sich die Teilnehmenden im Pater-Richard-Henkes-Saal der Unterkirche der Pallottiner in Limburg einig, ist der Wegfall vieler ehrenamtlich Engagierter, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen ihren freiwilligen Einsatz aussetzen oder aufgeben müssen. „Die Pandemie hat viel verändert, und sie ist noch nicht vorüber, das merken wir deutlich“, fasst Gregor Goetz-Knoell, Geschäftsführer Malteser Hilfsdienst e.V. der Diözese Limburg, zusammen. Über 70 Teilnehmende aus der Diözesangeschäftsstelle sowie den elf Standorten des Malteser Hilfsdienst e.V. im Bistum Limburg waren nach Limburg gekommen, um sich auszutauschen. Ein Fazit: Pandemie hat Dienste deutlich verändert und viele Ehren- und Hauptamtliche stark gefordert - viele Ehrenamtliche haben ihr Engagement sogar ganz aufgegeben.
Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft

„Ehrenamtliche Helfer tragen dazu bei, dass Menschen, die aus welchen Gründen auch immer in Not geraten sind, aufgefangen werden und ihre Würde behalten“, sagt Nikolaus Graf von Plettenberg, Diözesanleiter der Malteser im Bistum Limburg. „Freiwilliges Engagement kann viel bewirken, manchmal sogar mehr als bezahlte Dienstleistungen. Ein ehrliches Lächeln, eine herzliche Umarmung, ein offener Blick auf das Leid des Anderen, einander die Hand reichen, Zuversicht schenken, das stärkt den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.“ Der Diözesanleiter dankte den Ehrenamtlichen, die im Rahmen der Delegiertenversammlung aus ihren Ämtern verabschiedet wurden für ihren „unermüdlichen Einsatz im Sinne des Malteser-Grundsatzes ‚Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen‘“. Gleichzeitig gratulierte er den gewählten und wiedergewählten Vertreterinnen in die verschiedenen Gremien und wünschte ihnen „viel Erfolg und Freude, ein konstruktives Miteinander und Gottes Segen“.

Hilfsorganisationen im „Stand-by-Modus“

Das Leben in Deutschland ist geprägt von den Werten und der Sicherheit einer friedlichen, freiheitlich-demokratischen Gesellschaft. Gleichzeitig wird der Alltag immer wieder durch Krisen und unvorhergesehene Ereignisse erschüttert, wie etwa die Corona-Pandemie, die Flutkatastrophe im vergangenen Jahr oder der Krieg in der Ukraine. Krisenhafte Ereignisse solchen Ausmaßes werfen die Frage auf nach der Rolle des Einzelnen und eines organisierten bürgerschaftlichen Engagements bei der Bewältigung. „Viele Menschen möchte gerne im Krisenfall spontan helfen, das haben wir unmittelbar nach der Flutkatastrophe im vergangenen Jahr erlebt. Diese Bereitschaft ist wertvoll und wichtig“, bestätigt Goetz-Knoell.

„Neben den Menschen, die ihren Jahresurlaub für Spontanhilfe nutzen oder ein Sabbatical nehmen, braucht es aber vor allem professionelle Strukturen, ausgebildete Helfer, Material und Ausrüstung und ein funktionierendes Netzwerk, um langfristig helfen zu können, wo Hilfe gebraucht wird“, sagt Goetz-Knoell. Die Malteser sind jederzeit einsatzbereit, denn „wir sind als Hilfsorganisation immer auf Krisenlagen eingerichtet. Wir halten Personal, Material sowie Strukturen vor, um professionell helfen zu können. Wir befinden uns, wenn man so will, im Stand-by-Modus und können sowohl ad-hoc auf veränderte Lagen reagieren als auch langfristige Hilfe leisten.“ Der Malteser Hilfsdienst helfe dort, wo Hilfe benötigt wird, auch dort, wo es der breiten Öffentlichkeit nicht direkt auffalle, so der Geschäftsführer.
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Übersicht Wahlen mit Beteiligung der Gliederung Limburg-Weilburg:

Wahl der Helfervertreter im Diözesanvorstand:
Aus der Gliederung Limburg-Weilburg wurden auf vier Jahre gewählt Charlotte Müller und Sarah Tölg.

Wahl der Delegierten der aktiven Helferschaft für die Bundesversammlung:
Aus der Gliederung Limburg-Weilburg wurde auf vier Jahre gewählt Sarah Tölg. In das Amt der Ersatzdelegierten auf vier Jahre wurden aus der Gliederung Limburg-Weilburg gewählt Harald Mack, Charlotte Müller, Heinz-Georg Muth. © Malteser.org