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LÜKEX 18: Bund und Länder erproben ihr Krisenmanagement am fiktiven Szenario „Gasmangellage“

Am 28. und 29. November 2018 findet die 8. bundesweite Krisenmanagement-Übung "LÜKEX " statt. Das Kürzel LÜKEX steht für "Länder- und ressortübergreifende Krisenmanagement-Übung/EXercise". Übergeordnetes Ziel jeder LÜKEX ist eine weitere Optimierung des nationalen Krisenmanagements durch eine verbesserte Zusammenarbeit der Beteiligten verschiedener Ressorts und Fachbehörden von Bund und Ländern unter Einbeziehung der Unternehmen, die den Kritischen Infrastrukturen zugeordnet sind.

Das Szenario der LÜKEX befasst sich in diesem Jahr mit einer „Gasmangellage“. Angenommen wird dabei, dass in einem besonders harten und langen Winter durch technische, wirtschaftliche und wetterbedingte Faktoren aus einem zunächst regional begrenzten Gasengpass eine Gasmangellage in Süddeutschland entsteht.

Dieses fiktive Szenario ist bewusst als „worst case“ angelegt, um die Krisenmanagement-Strukturen von Bund und Ländern auf die Probe zu stellen. Die Übung ist so gestaltet, dass im Bereich der Versorgungs-sicherheit, der Inneren Sicherheit und des Bevölkerungsschutzes politischer und weitreichender Entscheidungsbedarf bei den zuständigen Behörden und Versorgungsunternehmen entsteht.

In der Übung wird eine Betroffenheit von Industriekunden, Bevölkerung, Heiz- und Stromkraftwerke, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen sowie Lebensmittelindustrie von der Reduzierung oder Abschaltung der Gaszufuhr simuliert und Reaktionen durchgespielt. Die Auswirkungen auf die Bevölkerung müssen bewältigt werden. So käme es durch die niedrigen Temperaturen und den Ausfall von Heizungen in privaten Haushalten zum Beispiel vermehrt zu Krankheitsfällen.

Die Federführung für die Vorbereitung und Durchführung der Übung wird gemeinsam vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wahrgenommen. Neben den intensiv übenden Ländern Baden-Württemberg und Bayern beteiligen sich Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen aktiv an der Übung. Weitere wesentliche Akteure auf Bundesebene sind die Bundesnetzagentur im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, die
Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft, das Bundesministerium
für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie das Bundespresseamt.
Neben Behörden auf Bundes- und Landesebene sind in der diesjährigen
Übung Unternehmen der Gaswirtschaft wichtige Partner. Diese
Unternehmen gehören als Teil der Energiewirtschaft zu den Kritischen
Infrastrukturen (KRITIS) und sind bedeutende Versorgungssysteme unserer
Gesellschaft. Insgesamt werden an den beiden Übungstagen ca. 2.500
Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv an der Übung teilnehmen. Sowohl
Behörden als auch Unternehmen nutzen die Übung um ihre
Krisenmanagementstrukturen aufzurufen und die Zusammenarbeit und
Kommunikation zu üben.
Im Auftrag des Bundesministeriums des Innern haben das Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Bundesnetzagentur in
der "Projektgruppe LÜKEX" die Übung fast zwei Jahre lang gemeinsam mit
allen Beteiligten detailliert vorbereitet. Das BBK wird die Durchführung der
Übung von seiner Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und
Zivilschutz (AKNZ) in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus steuern und
überwachen.
Die LÜKEX 18 ist Teil der nationalen Übungsserie LÜKEX, die Bund und
Länder mit wechselnder Übungsbeteiligung zu verschiedenen
Krisenszenarien seit 2004 etwa alle zwei Jahre durchführen.

© Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat & Bundesministerium für Wirtschaft und Energie