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Lüftungsanlage, Luftreinigungsgerät oder Fenster auf?

„Lüften“ ist in unserem Beratungsalltag immer wieder mal ein Thema, zunehmend wichtig vor allem durch die fortschreitende energetische Gebäudesanierung und -abdichtung. Aber auch mit Corona wurden Empfehlungen zum richtigen Lüften wieder aktuell.
In der Vergangenheit ging es beim Thema Lüften während der Heizperiode vorrangig um Schimmelvermeidung: Ziel ist hier, den in Innenräumen entstandenen Wasserdampf abzuführen und Frischluft zuzuführen, ohne allzu großen Wärmeverlust. Kurzes Stoßlüften ist hier die ideale Maßnahme.
Für Unterrichtsräume (auch Kitas) gilt die Vorgabe, dass der CO2-Gehalt in der Raumluft im Mittel 1000 ppm nicht überschreiten soll. Steigt die CO2-Konzentration durch die Ausatmung vieler Personen höher an, sinkt die Konzentration der Lernenden und Müdigkeit nimmt zu. Deshalb sollten Lüftungskonzepte bestehen. Bei Neubau oder Sanierung handelt es sich dabei im Allgemeinen um mechanische Lüftungssysteme. Bei älteren Gebäuden ist nach wie vor regelmäßige Fensterlüftung nötig. Eine CO2-Ampel ist hilfreich, um den richtigen Zeitpunkt zur Lüftung nicht zu verpassen. Mit dem Anstieg des CO2 in der Raumluft nehmen auch Chemikalien, die aus Möbeln, Bodenbelägen o.ä. ausgasen zu – und was momentan besonders interessiert – auch Aerosole, die mit Coronaviren belastet sein können. Das Umweltbundesamt informiert auf seiner Homepage www.uba.de unter den Stichworten Lüften und Gesundheit ausführlich dazu. Verständlicherweise erfährt die Nutzung von CO2-Ampeln und Messgeräten in Kindergärten, Klassenräumen und Büros derzeit einen Aufschwung. Stiftung Warentest hat ganz aktuell diese Geräte getestet. Gute Geräte gibt es ab 90 Euro.
Vor etwa einem Jahr hat Stiftung Warentest Luftreinigungsgeräte getestet. Da lag das Augenmerk noch auf der Entfernung von Pollen, Feinstaub, Zigarettenrauch und Formaldehyd aus der Raumluft. Bei Pollen waren die Ergebnisse am besten. Zu beachten ist bei der Nutzung der Geräte, dass die Filter regelmäßig gewechselt werden. Dadurch entstehen nicht unerhebliche Folgekosten. Kürzlich wurden die drei besten Luftreiniger aus dem letzten Test nochmal auf das Filtern von Corona-Viren nachgetestet. Bei frischen Filtern war das Ergebnis durchweg gut, aber nach einem gewissen Gebrauch wurde das Ergebnis schlechter. Fazit war, ein Restrisiko bleibt. Größerer Raum und höhere Anzahl von Besuchern bedeutet mehr Risiko. Übliche Maßnahmen, wie Stoßlüften, Abstand halten und Maske tragen, werden dennoch weiterhin empfohlen.
Informationen zum Lüften und zu den genannten Tests erhalten Sie bei der Verbraucherberatung im DHB-Netzwerk Haushalt in Limburg, Telefon 06431 – 22901 zu den Öffnungszeiten.
© Verbraucherberatung Limburg im DHB – Netzwerk Haushalt, Landesverband Hessen e.V.