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Lkw-Fahrer will Polizei hinters Licht führen

Lkw-Fahrer will Polizei hinters Licht führen

Wiesbaden (ots) - Ein Lkw-Fahrer hat im Verlauf des vergangenen 
Wochenendes die Aufmerksamkeit der Beamten der Wiesbadener 
Autobahnpolizei unterschätzt und versucht, sie mit schauspielerischem
Geschick hinters Licht zu führen. Am Freitag, 07.09.2018, stellte 
eine Streife der Polizeiautobahnstation, gegen 23.45 Uhr einen 
deutlich überladenen Klein-Lkw mit polnischem Kennzeichen fest. Der 
30-jährige ukrainische Fahrer legte zunächst Ladepapiere vor, anhand 
derer bereits eine deutliche Überladung zu erwarten war. Das Fahrzeug
mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 t kam dann auf der Waage auf
6900 Kilogramm, wodurch sich eine Überladung von fast 100% ergab. 
Geladen hatte der Lkw Kfz-Ersatzteile (Kotflügel und Querträger) die 
innerhalb Deutschlands ausgeliefert werden sollten. Wie nicht anders 
zu erwarten, wurde von den Beamten die Weiterfahrt untersagt und die 
Umladung der Fahrzeugteile angeordnet. Am Samstag erschien dann der 
verantwortliche Fahrer in Begleitung eines zweiten Lkw und dessen 
Fahrer bei der Dienststelle zwecks Umladung. Hier ging es recht 
eifrig zu; es wurde viel hantiert und hin und her geräumt, so dass 
nach zwei Stunden der zweite Lkw wegfuhr und der 30-jährige Ukrainer 
dem Wachhabenden mitteilte, man sei fertig mit Umladen und er wolle 
jetzt weiterfahren. Von der Wache aus konnten zuvor allerdings schon 
die schauspielerischen Fähigkeiten beim angeblichen Umladen erkannt 
und bestaunt werden, was natürlich eine erneute Wägung zur Folge 
hatte. Damit hatte der Fahrer wohl nicht gerechnet und das Fahrzeug 
brachte erneut 6900 Kilogramm auf die Waage. Schließlich gab der Mann
zähneknirschend zu geschummelt zu haben, was ihm einen weiteren 
Ruhetag bis zum tatsächlichen Umladen am Sonntag einbrachte. Das den 
Transport durchführende Unternehmen hatte sich durch die massive 
Überladung einen zweiten Transport gespart, was im Wettbewerb mit 
anderen, rechtskonform handelnden Unternehmen, einen illegal 
erwirtschafteten Gewinn erbrachte. Für derartige Verstöße sieht der 
Gesetzgeber aber als Alternative zur Verfolgung der 
Ordnungswidrigkeit auch die Möglichkeit der Einziehung des Wertes von
Taterträgen, also eine Gewinnabschöpfung vor. Eine erste Berechnung 
dieses Vermögensvorteils ergab die stolze Summe von 1.200 Euro, 
welche das Unternehmen nun an die zuständige Verfolgungsbehörde zu 
zahlen hat. Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit ist die 
Gewinnabschöpfung auch ein sehr gutes Instrument zur Gewährleistung 
der Wettbewerbsgleichheit für alle ordnungsgemäß handelnden 
Unternehmen.

(C) Wiesbaden - Polizeipräsidium Westhessen