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Limburg-Weilburg: Bewerberschwund belastet Ausbildungsmarkt

Arbeitsagentur bilanziert Ausbildungsmarkt 2018/2019 . Erneut weniger Bewerber - gemeldete Ausbildungsstellen fast unverändert . Es gibt noch freie Ausbildungsstellen für dieses Jahr

Die Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar hat jetzt für den Landkreis Limburg-Weilburg eine Bilanz für das Ausbildungsjahr 2018/2019 gezogen. "Immer weniger Jugendliche suchen einen betrieblichen Ausbildungsplatz", skizziert die Vorsitzende der Geschäftsführung, Angelika Berbuir, kurz die Entwicklung des Ausbildungsmarktes von Oktober 2018 bis 30. September 2019. Während der Rückgang der Bewerberzahlen im vergangenen Jahr im Kreisgebiet vorübergehend gestoppt werden konnte, nahm die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden im nunmehr abgeschlossenen Ausbildungsjahr erneut spürbar ab.

1.598 Jugendliche suchten im genannten Zeitraum mit Hilfe der Limburger Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz. Das waren 121 Jugendliche oder 7,0 Prozent weniger, als ein Jahr zuvor. "Auf den ersten Blick erscheint das Ergebnis in unserem Landkreis sehr positiv", berichtet Berbuir. Betrachte man allerdings die Entwicklung der letzten sieben Jahre, stünden den Betrieben im aktuellen Berichtsjahr 455 Ausbildungsplatzbewerber weniger zur Verfügung, als im Jahr 2012. Der Bewerberrückgang betrage somit 22,2 Prozent. Fast unverändert gegenüber dem Vorjahr war das Angebot an Lehrstellen. 1.267 Ausbildungsstellen meldeten die heimischen Betriebe und Verwaltungen der Arbeitsagentur zur Besetzung - zwei weniger, als im Ausbildungsjahr zuvor (-0,2 Prozent). "Einige Betriebe verzichteten in diesem Jahr auf die Werbung um Auszubildende, weil sie sich angesichts der rückläufigen Schulabgängerzahlen wenig Hoffnung machten, etwaige Ausbildungsplätze qualifikationsgerecht besetzen zu können", so die Agenturchefin weiter.

Weil es weniger Ausbildungssuchende gab, sei auch die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge niedriger ausgefallen, als 2018. 797 abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse seien mit Hilfe der Agentur zustande gekommen, sagte Berbuir - 50 weniger als im letzten Ausbildungsjahr (-6,5 Prozent). Es sei aufgefallen, dass sich die ausbildungsbereiten Unternehmen in Anbetracht der veränderten Vorzeichen zunehmend flexibler zeigten, wenn es um die Nachwuchsgewinnung gehe, so die Arbeitsmarktexpertin weiter. Für Bewerber aus der zweiten Reihe gebe es in Form der Assistierten Ausbildung oder ausbildungsbegleitender Hilfen Unterstützung seitens der Arbeitsagentur und des Jobcenters.

484 Ausbildungsplatzsuchende entschieden sich mangels Ausbildungsvertrag für eine Alternative, wie beispielsweise eine weiterführende Schule, ein Studium, einen sozialen Dienst oder eine Fördermaßnahme. 258 Bewerber meldeten sich im laufenden Jahr bei der Berufsberatung ab, ohne Gründe dafür mitzuteilen. 59 Ausbildungssuchende blieben zum Stichtag Ende September unversorgt. Dem standen zum Berichtsjahresende 137 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber, die meisten davon im Handel. Unbesetzte Ausbildungsplätze in nennenswertem Umfang gab es auch noch im Straßenbau und im Lebensmittelhandwerk. Die Leiterin der Arbeitsagentur ist zuversichtlich, dass ein Großteil der offenen Stellen und unversorgten Bewerber noch zusammengeführt werden können. Die Berater und Vermittler hätten noch gute Argumente und wirksame Förderinstrumente, um für einen weiteren Ausgleich zu sorgen. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar