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Limburg: Schützenanlage sicher machen

Es tut sich etwas auf dem Gelände hinter dem Schützenhaus im Eduard-Horn-Park, das ist nicht zu übersehen. Der Bewuchs an der Felskante ist entfernt, die Felskante selbst angeschrägt und auf dem Gelände des Schützenvereins sammeln sich die Erdmassen.

Über viele Monate suchten Stadt, Schützenverein und das beratende Institut für Geotechnik nach einer Lösung, um die Gefahr durch brüchiges Gestein auf der Anlage des Schützenvereins zu bannen und gleichzeitig zu gewährleisten, dass die Anlage auch in Zukunft in vollem Umfang genutzt werden kann. Seit Anfang März laufen nun die Arbeiten zur Felssicherung. „Wir sind sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf und sehen uns auf einem guten Weg, die gesetzten Ziele mit einer sicheren und vollständig nutzbaren Anlage zu erreichen“, macht Christoph Heep als Leiter der Abteilung Bauverwaltung und Bewirtschaftung von Grundbesitz in der Stadtverwaltung deutlich.

Das Gelände hat sich schon deutlich gewandelt. Die Bäume und der Bewuchs auf der Felskante sind entfernt, die Arbeiten wurden im Auftrag von Hessenforst ausgeführt. Dabei wurden im Eduard-Horn-Park zwischen B8 sowie Hockeyanlage und Jugendherberge Totholz und Bäume ohne Standsicherheit entfernt. Auch der Bewuchs in der rund 20 Meter hohen Felswand ist fast komplett beseitigt, dafür sorgten Andreas Göppert und Oliver Schidzick vom beauftragten Unternehmen Bosa-Bau. Die Männer laufen mit Klettergeschirr über die Baustelle, denn ohne das ist ein Arbeiten in der Wand nicht möglich. Hier und da stehen noch einige Büsche in der Wand, die werden bei den weiteren Arbeiten noch entnommen. Durch den Bewuchs und dessen Wurzeln wird der Fels an der Oberfläche geschädigt und es kommt immer wieder zu losem Gestein.

Auch das Wurzelwerk der Bäume an der Felskante hat seinen Beitrag dazu geleistet, dass sich immer wieder Gestein aus der Felsformation löste. „Das war eine wichtige und notwendige Aufgabe vor der eigentlichen Felssicherung, dass das Wurzelwerk rund um die Abbruchkante entfernt wurde und die Kante anschließend angeschrägt wurde“, erläutert Andreas Göppert. Dazu wurde ein Schreitbagger eingesetzt, der nicht nur die Wurzelstöcke entfernte und mit dessen Hilfe die Böschung gebrochen wurde, sondern der mit seinem Greifarm auch viel loses Gestein aus der Wand entfernte. Die Kante ist bereits mit Matten abgedeckt, sie sollen zusammen mit einer Einsaat für Festigkeit sorgen. Die Matten werden künftig nicht mehr zu sehen sein.

„Die Entfernung des losen Gesteins, das sich an der Oberfläche befand, ist eine wichtige Voraussetzung für die nun anstehenden Bohrarbeiten im Fels, denn loses Gestein bedeutet immer eine Gefahr“, macht Göppert deutlich. Das Material aus dem Hang wird zum großen Teil auf dem Gelände des Schützenvereins verbaut. Durch den Verzicht von Felssicherungsarbeiten abseits der eigentlichen Schießanlage konnten die zunächst kalkulierten Kosten deutlich reduziert werden. Der Verzicht der Hangsicherung macht jedoch einen Schutzwall notwendig, der aus dem herabgestoßenen Material erstellt wird. Zudem darf dieser Bereich der Anlage nicht mehr als Notausgang genutzt werden.

Nach den vorbereitenden Arbeiten stehen für Göppert und seinen Mitarbeiter nun die Bohrarbeiten im Fels an. 150 Löcher sind über die Felswand verteilt zu bohren, drei bis sechs Meter gehen die Bohrlöcher in das Gestein hinein. In die Löcher werden verzinkte Stahlanker eingelassen, die anschließend mit einem Zementgemisch verpresst werden. Die Anker wiederum dienen dann dazu, ein Netz zu befestigen, das die komplette Felswand sichert und verhindern soll, dass es weitere Ausbrüche und Felsabgänge gibt.

Natürlich benötigt die Anlage des Schützenvereins, die damit auch künftig über eine 50-Meter-Bahn für Großkaliberschießen verfügt, einen zweiten Fluchtweg. Nach Angaben von Christoph Heep wird sich dieser künftig im gesicherten Bereich der Anlage befinden. Der Auftrag für die Hangsicherung umfasst ein Volumen in Höhe von rund 100.000 Euro, hinzu kommen noch Kosten für die Anlage des zweiten Fluchtwegs. © Stadt Limburg