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Limburg: Mit Hitze gegen das Unkraut – Knicklenktraktor mit Elektromotor

Daniel Stobbe fährt mit dem Knicklenktraktor und dem vorgebauten Gerät zur thermischen Behandlung über den Platz, im Hintergrund verfolgen (von links) Thomas Hofstetter, Matthias Beul, Alexander Reinhard, Klaus Kunz und Richard Sietzke den Einsatz. Foto: Stadt Limburg

Zu sehen ist nicht viel auf der Fläche. Das Ergebnis soll erst am nächsten Tag deutlich werden. Allerdings ist es zu riechen, denn Gras, Beikraut und Moos werden thermisch bekämpft. 900 Grad Celsius wirken durch Infrarotstrahlung auf die ungewünschten Pflanzen ein. Testfahrt auf dem Hauptfriedhof, um eine neue Art der Unkrautbekämpfung zu erproben.

Thomas Hofstetter und sein Kollege Daniel Stobbe von der Firma Bachmann + Schumacher aus Bad Vilbel sind derzeit auf vielen Friedhöfen unterwegs. Den Bewuchs auf den Wegen und freien Flächen unter Kontrolle zu halten beziehungsweise die Fläche weitgehend frei von ungewünschtem Bewuchs zu halten, ist landauf, landab ein Thema. 5500 Quadratmeter sind es auf den Wegen mit wassergebundenen Decken und freien Plätzen des Limburger Hauptfriedhofs, die eine entsprechende Pflege und Behandlung benötigen. „Das ist immer wieder ein Thema, zumal wir Glyphosat als Mittel nicht mehr spritzen dürfen“, sagt Matthias Beul als Leiter der Stadtgärtnerei. Und sein Vertreter Richard Sietzke ergänzt, dass auf dem Friedhof zudem noch die Anforderung gestellt wird, dass Ersatzlösungen möglichst leise sein müssen, um bei Trauerfeiern oder Grabbesuchen nicht zu stören.

Kriterien, die das nun auf dem Hauptfriedhof eingesetzte Gefährt voll und ganz erfüllt. Der Knicklenktraktor wird von einem Elektromotor angetrieben. Die Arbeitsleistung der Batterie reicht für einen kompletten Arbeitstag. Für die Hitze sorgen in dem vorgebauten Gerät mit Gas aufgeheizte Keramikplatten. Die trockene Hitze gelangt durch Infrarot-Strahlung auf die Flächen. „Wir fahren nur sehr langsam über die Wege und Flächen“, sagt der Fahrer der Arbeitsmaschine, „denn die 900 Grad Celsius müssen auf das Unkraut einwirken können.“ Die Hitze zerstört die Eiweißstrukturen der Pflanzen, jede Art von Unkraut ist damit behandelbar, auch Moose.

„Da sieht hier alles noch sehr gut und gepflegt aus“, sagt Hofstetter über die Wege des Limburger Hauptfriedhofs. Alle fünf bis sechs Wochen ist der Einsatz des Gerätes notwendig, um den Bewuchs möglichst fernzuhalten. So ganz genau lässt sich das nicht sagen, denn da spielt die Natur auch eine ganz entscheidende Rolle. Ist es warm und feucht, dann sprießt es üppig und schnell; trockenes und heißes Wetter lässt das Beikraut kaum zur Entfaltung kommen.

Die Entfernung von Bewuchs auf Wegen und Flächen ist nicht nur auf dem Hauptfriedhof ein Thema, sondern auch in der Stadt selbst. Nach Angaben von Klaus Kunz, er leitet den Betriebshof der Stadt, sind in der Altstadt rund 6000 Quadratmeter einer entsprechenden Pflege zu unterziehen. Dabei setzen die städtischen Mitarbeiter auf so genannten Heißschaum, der aufgetragen wird und bis in eine Tiefe von drei Zentimetern einwirkt. Fünf bis sechs Durchgänge pro Jahr sind dabei notwendig. „Das alles ist sehr zeitintensiv“, sagt Kunz. © Johannes Laubach, Stadt Limburg