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LANDESENTWICKLUNG Strukturdaten Hessen Umfangreiche Studie zeigt Entwicklung

Ab sofort ist beim Hessischen Wirtschaftsministerium eine umfangreiche Datensammlung zur Entwicklung der Bevölkerung, des Wohnungsmarkts, der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts in Hessen seit 2000 online abrufbar. Die Studie wurde im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums von der Hessen Agentur erstellt. In der Regel beginnen die Darstellungen im Jahr 2000 und reichen bis zum jeweils aktuell verfügbaren Jahr. „Die Folgen der Corona-Pandemie konnten selbstverständlich noch nicht berücksichtigt werden. Die Strukturdaten liefern trotzdem einen sehr breiten Überblick über zentrale sozioökonomische Entwicklungen in Hessen in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Es werden dabei nicht nur Kennzahlen für ganz Hessen, sondern auch für die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte erfasst“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. „Die Studie macht deutlich: Hessen ist ein starker Wirtschaftsstandort und ein Bundesland, das vor allem in den Ballungsräumen wächst. Darum ist es besonders wichtig, den ländlichen Raum weiter zu stärken – ob in der Wirtschaftsförderung, durch die Städtebauförderung oder bei Sicherstellung und Ausbau der Mobilitätsangebote.“

Im ersten Teil der Studie werden alle 21 hessischen Landkreise und fünf kreisfreien Städte direkt miteinander verglichen. Im zweiten Teil steht jeweils ein Landkreis im Fokus. Seine Besonderheiten werden kurz kommentiert, seine Indikatorentwicklungen werden jeweils im Vergleich zum Landes- und zum Regierungsbezirksdurchschnitt grafisch aufgezeigt.
Demografische Entwicklung
Die Studie zeigt bei der demografischen Entwicklung deutliche Unterschiede zwischen Stadt und Land: Stagnierenden bis stark rückläufigen Einwohnerzahlen im ländlich-peripheren Raum stehen stark steigende Einwohnerzahlen im verdichteten Raum gegenüber. Sehr dynamisch fiel der Bevölkerungszuwachs in Frankfurt, Offenbach und Darmstadt aus.
Wohnungsbestand und Bauland
Der Wohnungsbestand hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. 2018 waren es rund drei Millionen Wohnungen, rund 250.000 bzw. elf Prozent mehr als im Jahr 2000. Seit 2011 ist eine deutliche Zunahme der Wohnungsfertigstellungen festzustellen. Motor dieser Entwicklung waren die großen Städte sowie deren Umland. In den eher ländlich geprägten Regierungsbezirken Gießen und Kassel zeichneten sich die Landkreise Gießen und Fulda durch hohe Fertigstellungsraten aus.

Die Kaufwerte für baureifes Land sind seit 2011 ebenfalls gestiegen. Dies macht sich insbesondere in den großen Städten Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden sowie dem Main-Taunus-Kreis bemerkbar, wohingegen sich in eher peripher gelegenen Kreisen in Mittel- und Nordhessen die Kaufwerte kaum veränderten. Dies führt zu zunehmenden regionalen Divergenzen: So mussten im Jahr 2017 pro Quadratmeter baureifes Land im Landkreis Hersfeld-Rotenburg 40 Euro und in der Stadt Darmstadt 1.000 Euro gezahlt werden.
Wirtschaftliche Entwicklung und Arbeitsmarkt
In Hessen verlief die wirtschaftliche Entwicklung – gemessen am Bruttoinlandsprodukt und der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung – seit dem Jahr 2000 in allen Regierungsbezirken insgesamt sehr homogen. Dies trifft in ähnlicher Weise auch auf die Industrie und den Dienstleistungssektor zu. In den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten sind jedoch deutliche Unterschiede feststellbar. So hatte beispielsweise die Stadt Offenbach mit einer Zunahme des nominalen Bruttoinlandsprodukts von 2000 bis 2017 in Höhe von 8,9 Prozent das niedrigste, der Landkreis Offenbach mit 73,4 Prozent hingegen das höchste Wirtschaftswachstum aller Regionen zu verzeichnen.

Die Erwerbstätigenzahl stieg von 2000 bis 2017 am stärksten im Regierungsbezirk Darmstadt mit 11,2 Prozent, gefolgt vom Regierungsbezirk Gießen (+ 9,2 Prozent) und dem Regierungsbezirk Kassel (+ 7 Prozent). Hierbei reichen die Veränderungsraten von - 11,4 Prozent im Werra-Meißner-Kreis bis + 19 Prozent im Landkreis Darmstadt-Dieburg.

Eine positive Entwicklung in Nordhessen ist – einhergehend mit einer landesweiten Konvergenz – auch bei den Veränderungen der Arbeitslosenquoten feststellbar. Während es im Jahresdurchschnitt 2000 noch deutliche Unterschiede bei den Arbeitslosenquoten gab (Regierungsbezirk Darmstadt: 6,4 Prozent; Regierungsbezirk Gießen: 7,5 Prozent; Regierungsbezirk Kassel: 9,7 Prozent), zeigen sich 2019 auf insgesamt deutlich niedrigerem Niveau durch eine überdurchschnittlich gute Entwicklung in Mittel- und Nordhessen kaum noch Abweichungen (Regierungsbezirk Darmstadt: 4,5 Prozent; Regierungsbezirk Gießen: 4,4 Prozent; Regierungsbezirk Kassel: 4,0 Prozent). © Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen