Springe zum Inhalt

LahnArtists in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg

Der Wandel hat viele Facetten
LahnArtists in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg

Der per Video eingespielte Song handelt von steigendem Wasser, von Vätern und Müttern, die nichts verstehen, von Abgeordneten, die blockieren. „The times, they are a changing‘“ heißt das Lied. Die Zeiten ändern sich, wandeln sich. Klingt ziemlich aktuell.

Die Bilder zu dem Song sind schwarz-weiß. Bob Dylan ist zu sehen und zu hören, er sieht recht jung aus, es ist das Jahr 1964. Mit schwarz-weiß Aufnahmen und schlechtem Ton bereichert Dylan die Ausstellungseröffnung der LahnArtists in den Kunstsammlungen der Stadt. 63 Werke, gemalt, gezeichnet, fotografiert, gestaltet, widmen sich ganz bunt und völlig unterschiedlich dem ... Wandel.

„Es ist kein Wunder, dass wir uns das Motto Wandel als Jahresthema für unsere Ausstellung ausgesucht haben“, sagt Renate Kuby als Vorsitzende der LahnArtists, der Künstlergruppe aus Limburg und Umgebung. Wandel, das ist ein zentraler Begriff unserer Zeit und ein stetiger Begleiter der Menschheit, möglicherweise geht es vor allem darum, sich zügiger, schneller dem Wandel zu stellen.

Malerei, Skulpturen, Fotografien, alle Arbeiten sind unter dem Motto „Wandel“ geschaffen worden. „Wir haben das Thema demokratisch entschieden. Alle hatten mindestens ein halbes Jahr Zeit, sich damit auseinanderzusetzen und umzusetzen“, sagt die Vorsitzende Renate Kuby. Was dabei herausgekommen ist, ist völlig unterschiedlich. Portraits von einer Person mit vielen Jahren Abstand dazwischen; ein gestrickter Pullover, der wieder aufgelöst und zu Wollknäuel aufgewickelt werden kann; eine Skulptur aus Holzringen, die sich ständig neu zusammensetzt. Es wird konkreter und aktueller, wenn der amerikanische Präsident mit Krone und Schwimmhilfe den Besucher/innen begegnet oder Caspar Davids Wanderer über dem Nebelmeer plötzlich auf einem Müllhaufen steht und seinem Sohn verkündet, dass ihm dies alles einmal gehören wird.

Wandel überall. Aber zugleich wird auch Stetigkeit benötigt. Zum Beispiel darin, dass die LahnArtists ihre Jahresausstellung in den Kunstsammlungen der Stadt präsentieren können. Die Ausstellung ist nach Angaben von Renate Kuby der Höhepunkt des künstlerischen Wirkens eines Jahres - mit einer Plattform, um dies alles mitten in der Stadt zu präsentieren. Und durch die Kunstsammlungen als Ausstellungsort gebe es zudem noch die Möglichkeit, mit wichtigen Themen die Besucherinnen und Besucher zu erreichen.

Eine wichtige Konstante für die LahnArtists ist der Unternehmer Michael Schuy, der den Kunstfreunden ein Domizil zur Verfügung stellt. „Mäzen hätte man das früher genannt, heute läuft das unter dem Begriff Sponsor“, so Steve Whitton, der 2. Vorsitzende der LahnArtists. Auch Stadtrat Stefan Geller betont während der Eröffnung die Unterstützung von Schuy.

Der Unternehmer selbst verdeutlicht, dass Künstler und Unternehmer für ihr Tun einen freien Kopf benötigen, um die Herausforderung des stetigen Wandels bestehen zu können. Gleichzeitig gehe es aber auch um Stabilität, die in Beziehungen und Verhältnissen zwischen allen Handelnden notwendig seien. Es gelte die richtige Balance zu finden, macht Schuy deutlich, der sich für die Unterstützung der Künstlergruppe beim Jubiläum zum 100jährigen Bestehen des Unternehmens Schuy Recycling bedankte.

Stadtrat Stefan Geller weist alle Ausstellerinnen und Aussteller und ihre Gäste darauf hin, dass die Eingangshalle der Kunstsammlungen beziehungsweise des Historischen Rathauses ursprünglich eine Wandel-Halle gewesen sei, die Begegnung und Austausch zwischen den dort befindlichen Menschen ermöglichen sollte. Auch die Kunst verfolge einen Austausch. Malerei oder auch die darstellende Kunst verfügen nach seiner Einschätzung über die Möglichkeit, Ängste und Freude, Erwartungen und Befürchtungen, die mit dem Wandel verbunden sind, zu verdeutlichen und sichtbar zu machen.

„Die Kunst hat die Aufgabe, stopp zu sagen,“ so Geller. Dies sei notwendig, wenn sich der Wandel zu schnell vollziehe und die Menschen überfordere. Gleichzeitig könne die Kunst den Blick öffnen und den Horizont weiten, um den Wandel positiv anzunehmen, zu begleiten. „Einen Weg zurück wird es nicht geben“, ist Geller überzeugt.

Der Vertreter der Stadt zollt den LahnArtists große Anerkennung nicht nur wegen der jährlichen Jahresausstellung in den Kunstsammlungen, sondern auch aufgrund ihres stetigen und umfassenden Kursangebots und der verschiedenen Veranstaltungen über das Jahr verteilt. „Sie sind zu einer unverzichtbaren Institution in der Stadt geworden“, lobt Geller die LahnArtists.

Die Ausstellung im Historischen Rathaus läuft bis zum 8. Dezember. Die Kunstsammlungen sind freitags, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, am kommenden Freitag und Samstag zum Lichtfestival bis 21 Uhr. Parallel zur Jahresausstellung finden folgende Veranstaltungen statt: am 28. November im Kulturhaus Kreml, Zollhaus, ein Filmabend ab 19 Uhr mit „M.C. Escher – Reise in die Unendlichkeit“; am Donnerstag, 5. Dezember, um 19.30 Uhr ein Forum mit dem BUND zum Thema „Klimawandel“, Referent ist Hermann Maxeiner. Am 30. November und 7. Dezember gibt es jeweils um 15 Uhr kostenfreie Führungen durch die Ausstellung. © Stadt Limburg