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„Lärm macht Anwohnern zu schaffen“ · Neue Lärm-Displays für Hessen

Innenminister Peter Beuth und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir:
„Lärm macht Anwohnern zu schaffen“ · Neue Lärm-Displays für Hessen

Wiesbaden. Beliebte Motorradstrecken gibt es in Hessen viele. Um den von vielen Bürgerinnen und Bürger als belastend empfundenen Motorradlärm wirkungsvoller zu reduzieren und Biker für eine angepasste Fahrweise zu sensibilisieren, werden hessenweit elf neue Lärm-Displays auf viel befahrenen Strecken aufgestellt. Die Landesregierung wendet hierfür rund 200.000 Euro auf. Die Anzeigetafeln sollen insbesondere Motorradfahrer durch die Hinweise „langsamer“ oder „leiser“ dafür sensibilisieren, Rücksicht zu nehmen.

„Gerade bei gutem Wetter nutzen vor allem Motorradfahrer die Gelegenheit, vorwiegend auf landschaftlich ansprechenden Strecken mit kurvenreichen Straßen ihrem Fahrspaß freien Lauf zu lassen. Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Erholungssuchenden macht der dröhnende Motorlärm durch hochtourige Fahrweisen und schnelle Beschleunigungen zu schaffen. Diese Lärmbelastung stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität, mitunter sogar der Gesundheit dar. Dabei ist eine rücksichtslose Fahrweise auch regelmäßig eine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Die neuen Lärm-Displays weisen präventiv auf dieses wichtige Thema hin. Sie haben sich bereits in anderen Bundesländern als eine wirksame Maßnahme im Kampf gegen Motorradlärm erwiesen“, so Innenminister Peter Beuth und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Das Lärm-Display besteht hauptsächlich aus zwei Komponenten - einem mit Solarstrom betriebenen Dialog-Display für die Text- und Bildanzeige und einem auf der Straße in einigem Abstand aufgestellten Erfassungsgerät. Das Erfassungsgerät erkennt die gefahrene Geschwindigkeit und die Lautstärke. Sollte ein Fahrzeug als zu laut oder zu schnell erfasst werden, erscheint im Display die Aufforderung „Leiser“ oder „Langsamer“. Bei Einhaltung von Lautstärke und Geschwindigkeit erfolgt die Rückmeldung „Danke“. Durch die Kombination eines Verkehrszählgerätes, Phonmessgerätes und eines Dialogdisplays wird Fahrzeugführern nicht nur eine optische Rückmeldung bei zu übermäßiger Lärmentwicklung gegeben, es werden auch datenschutzkonform nichtpersonenbezogene Daten generiert, die Rückschlüsse darauf zulassen, wann und wo besonders hohe Lärmbelästigungen auftreten. Das wiederum kann zu verstärkten Kontrollmaßnahmen von besonders belasteten Strecken oder Zeiträumen führen.

„Jedes Jahr verzeichnen Polizei und Kommunen zahlreiche Beschwerden von Bürgerinnen und Bürgern. Mit den Lärm-Displays appellieren wir einmal mehr an die Rücksichtnahme und Vernunft der Verkehrsteilnehmer. Gleichwohl wird die hessische Polizei ihre bisherigen Kontrollmaßnahmen aufrechterhalten und weiterhin gezielte Kontrollen zur Einhaltung der Geschwindigkeit sowie der Überprüfung baulicher Veränderungen an Fahrzeugen durchführen und festgestellte Verstöße konsequent ahnden“, so Innenminister Peter Beuth.

Zielgerichtete Kontrollen im Hinblick auf technische Veränderungen an Zweirädern und unter Beteiligung spezialisierter Kräfte finden an vielen Hauptmotorradstrecken statt, insbesondere an Wochenenden und bei günstiger Witterung. Dabei kommen auch zivile Maschinen der Videostreife zum Einsatz, mit denen gefährliche Fahrmanöver dokumentiert und dem Verhaltensverantwortlichen an einem am Koffersystem verbauten Display vorgespielt werden können.

„Mit den Lärm-Displays wollen wir an den Motorrad-Hotspots in Hessen zu einer lärmärmeren Fahrweise animieren“, sagte Verkehrsminister Al-Wazir. „Dabei appellieren wir an Vernunft und Einsicht. Wir wollen, dass genussvolles Motorradfahren in den reizvollen hessischen Landschaften möglich ist, ohne dass die Anwohnerinnen und Anwohner ihr Wohngrundstück wegen des Motorradlärms nicht mehr zur Erholung und Entspannung, etwa am Wochenende oder zum Feierabend, nutzen können. Rücksichtnahme ist dafür unerlässlich. Ich halte dieses Instrument für eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zu behördlichen Instrumentarien wie verkehrsrechtliche Anordnungen und Verkehrsüberwachung.“

Die Displays werden an fest definierten Aufstellorten angebracht. Diese Örtlichkeiten orientieren sich an den bisher vorliegenden Erkenntnissen über Brennpunkte und werden bei Bedarf angepasst. Dabei richten sich die Lärm-Displays nicht nur an Motorradfahrer, sondern grundsätzlich auch an andere Verkehrsteilnehmer. Teilweise sind sich die Fahrer der von ihnen veranlassten Geräuschbelastung für Anwohnerinnen und Anwohner gar nicht bewusst. Daher sollen die Lärm-Displays an die Einhaltung der Verkehrsregeln und die gegenseitige Rücksichtnahme erinnern.

An folgenden Standorten kommen die neuen Lärm-Displays zunächst zum Einsatz:

• Frankfurt am Main, Bereich Friedberger Anlage, Pfingstweidstraße / Grüne Straße
• Hochtaunuskreis, Schmitten, L3004 (Kanonenstraße)
• Rheingau-Taunus-Kreis, Stadt Bad Schwalbach, Bereich B54 (Exakter Standort steht noch nicht fest)
• Landkreis Offenbach, Mainhausen, Ortsteil Zellhausen, L3065 (Babenhäuser Straße)
• Vogelsbergkreis, Schotten, Ortsteil Eschenrod, B276
• Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemarkung Waldeck-West, L3086 (am Edersee)
• Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Diemelsee, L 3078, nahe OT Heringshausen
• Lahn-Dill-Kreis, Bischoffen, OT Neiderweidbach / Oberweidbach, B255 (außerorts)
• Landkreis Gießen, Laubach, B276, außerorts
• Odenwaldkreis, Gem. Lindenfels, (Exakter Standort steht noch nicht fest)
• Odenwaldkreis, Mossautal, Ortsteil Hiltersklingen, B460

Hintergrund:
Mit der Präventionskampagne „Du hast es in der Hand – Überlasse nichts dem Unfall“, appelliert die Polizei Hessen an die Eigenverantwortung der Motorradfahrer sowie die Rücksichtnahme der Autofahrer aufgrund des hohen Unfall- sowie Verletzungsrisikos. Informationen und Tipps für einen guten Start in die Motorradsaison erhalten Bürgerinnen und Bürger unter https://www.polizei.hessen.de/verkehr/projekte-aktionen/du-hast-es-in-der-hand/.