Springe zum Inhalt

Interessenverbände der Menschen mit Behinderung beim RP-Gießen getroffen

Lebhafte Diskussionen und viele Fragen · Interessenverbände der Menschen mit Behinderung treffen sich zum Austausch mit der Verwaltung im Regierungspräsidium Gießen

Gießen. „Gesetze und Bedürfnisse ändern sich, deshalb ist dieses Treffen auch so wichtig, um sich auszutauschen und im direkten Gespräch zu bleiben.“ Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich begrüßte zahlreiche Gäste zum Treffen der Interessenverbände der Menschen mit Behinderung. Besonders freute er sich über die Teilnahme von Maren Müller-Erichsen, der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung. Initiiert worden ist die jährliche Veranstaltung von der Abteilung Soziales des Regierungspräsidiums Gießen.

Christoph Ullrich dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement für Menschen mit Behinderung. „Wir arbeiten als Verwaltung auch kontinuierlich daran, die Barrierefreiheit immer weiter zu verbessern und machen auch gute Erfahrungen, wenn wir Beschäftigungsverhältnisse für Menschen mit Behinderung schaffen.

Den Anwesenden stellte RP Ullrich kurz das – ebenfalls von der Abteilung Soziales initiierte – OEG-Traumanetzwerk vor. Hier können psychisch traumatisierte Opfer von Gewalttaten eine zeitnahe therapeutische Versorgung erhalten.

Maren Müller-Erichsen berichtete über den Sachstand des Hessischen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wie beispielsweise die Förderung von Kindern und Familien, Schule und Bildung, Frauen mit Behinderung sowie Sport und nahm zu aktuellen Problemen der Inklusion Stellung.

Anschließend zog Angelika Schäfer eine erste Bilanz der Anlauf- und Beratungsstelle der „Stiftung Anerkennung und Hilfe“. Diese richtet sich an Menschen, die als Kind oder Jugendlicher in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Psychiatrie zwischen 1949 und 1975 Leid und Unrecht erfahren haben. Über die Stiftung können Ansprüche auf Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen geltend gemacht werden.

Die kommissarische Dezernatsleiterin der Betreuungs- und Pflegeaufsicht, Lucie Cordes stellte die seit Jahresbeginn geltende Ausführungsverordnung zum Hessischen Gesetz über Betreuungs- und Pflegeleistung vor, die besonders für Betreiber von Altenpflegeeinrichtungen große Bedeutung hat.

Zum Schluss referierte Ruth Böhr, Leitende Ärztin der Hessischen Versorgungsverwaltung, über den neuen Behinderungsbegriff nach dem Bundesteilhabegesetz und dessen Auswirkung auf die Praxis der Feststellung einer Schwerbehinderung. Gerade hierzu schloss sich eine lebhafte Diskussion mit vielen Fragen an. Erörtert wurden auch Fragen zum Schwerbehindertenausweis, der ärztlichen Begutachtung und der Barrierefreiheit.

© Oliver Keßler, RP Gießen