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Intelligente Stromnetze: BSI aktualisiert Marktanalyse Viertes Smart-Meter-Gateway zertifiziert, erste Re-Zertifizierung abgeschlossen

Bonn, 12. November 2020. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat die Marktanalyse nach dem Gesetz über den Messstellenbetrieb und die Datenkommunikation in intelligenten Energienetzen (MsbG) aktualisiert und veröffentlicht. Die Marktanalyse nach § 30 MsbG erfasst den Stand der Umsetzung der BSI-Standards sowie der eichrechtlichen Anforderungen über die Wertschöpfungskette Messeinrichtung, Smart-Meter-Gateway (SMGW), Gateway-Administrator und Backendsysteme im Markt zum Stichtag 30. Oktober 2020.

Bereits mit der Marktanalyse vom 3. Februar 2020 hatte das BSI dargestellt, dass der verpflichtende Rollout intelligenter Messsysteme im Bereich Smart-Metering beginnen kann und die Freigabe in diesem Einsatzbereich durch die Feststellung der technischen Möglichkeit ("Markterklärung") erteilt. Nun hat das BSI seine Marktanalyse erneut aktualisiert.

Gegenüber der letzten Veröffentlichung haben sich unter anderem folgende Neuerungen ergeben:
-- Mit der Theben AG hat der vierte Hersteller die Zertifizierung seines SMGW erfolgreich abgeschlossen. Damit bieten nun insgesamt vier unabhängige Hersteller Smart-Meter-Gateways am Markt an.
-- Die PPC AG hat am 30. Oktober 2020 erfolgreich die Re-Zertifizierung ihres SMGW durchgeführt und damit als erster Hersteller weitere Tarif-Anwendungsfälle (TAF 9, 10 und 14) implementiert.
-- Das BSI legt dar, dass die Voraussetzungen für die Anbindung sogenannter "SLP-Gaszähler" an das Smart-Meter-Gateway gegeben sind.
-- Die Anzahl der eichrechtlich zugelassenen SMGW-Administrationssysteme wurde bei allen zertifizierten SMGW erweitert.

"Mit dem ersten Smart-Meter-Gateway der PPC AG, das Netzzustandsdaten und Einspeisewerte bereitstellen kann, wird ein weiterer Meilenstein zur Digitalisierung der Energiewende erreicht. Strom-Netzbetreiber erhalten nun mit Hilfe intelligenter Messsysteme wichtige Informationen über die aktuelle Belastung ihres Netzes und können so mögliche Engpässe rechtzeitig erkennen und vorbeugen. Zudem helfen die Informationen, den Ausbau des Stromnetzes effizient und kostengünstig zu gestalten. Dabei gewährleisten die Geräte weiterhin Informationssicherheit auf hohem Niveau", erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Grundzuständige Messstellenbetreiber sind seit Feststellung der technischen Möglichkeit verpflichtet, Stromkunden mit einem Jahresverbrauch von 6.000 kWh bis höchstens 100.000 kWh mit einem intelligenten Messsystem auszustatten. Zu den Ausstattungspflichten dezentraler Erzeugungsanlagen (sogenannte EEG- und KWKG-Anlagen) und flexibler Verbraucher (sogenannte steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz) wird das BSI im Zuge der turnusmäßigen Aktualisierung der Marktanalyse Ende Januar 2021 Stellung nehmen. Hier sind u.a. die aktuell im parlamentarischen Verfahren befindlichen Regelungen zur Ansteuerbarkeit der genannten Anlagen zu berücksichtigen.

Informationen zur Digitalisierung der Energiewende

Für Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich über die Digitalisierung der Energiewende und das Thema Smart-Meter-Gateway informieren möchten, stellt das BSI umfassende und leicht verständliche Informationen unter https://www.bsi-fuer-buerger.de/BSIFB/SmartMeter zur Verfügung. Dort steht ergänzend zu den FAQs zum Thema Smart-Meter-Gateway seit kurzem ein Erklärfilm zur Verfügung, der die darin gestellten Fragen und Antworten aufgreift und die Zusammenhänge ausführlich erklärt. Detaillierte Fachinformationen zum Thema Smart-Metering sind außerdem unter https://www.bsi.bund.de/SmartMeter abrufbar.

© Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik