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Industrie und Innenministerium etablieren Bündnis für Cybersicherheit

BDI und BMI unterzeichnen Memorandum of Understanding zur
Etablierung eines Bündnisses für Cybersicherheit zwischen Staat
und Wirtschaft

Am Donnerstag, den 20. September 2018 haben in Berlin der
Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat, Horst Seehofer, und der
Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie e.V. (BDI), Professor
Dieter Kempf, ein Memorandum of Understanding zur Etablierung des
Bündnisses für Cybersicherheit unterzeichnet. BMI und BDI verständigen
sich darin auf eine enge und intensivierte Kooperation zu
Cybersicherheitsthemen. Die Notwendigkeit für eine noch engere
Kooperation zwischen Industrie und Innenministerium entspringt der
stetig steigenden Bedrohungslage aus dem Cyberraum. Auch zukünftig,
wird Cyberkriminalität als eines der bedeutendsten Risiken für reibungslos
ablaufende Geschäftsprozesse erachtet.
Bundesinnenminister Seehofer betonte anlässlich der Unterzeichnung des
Memorandum of Understanding: „Die Gewährleistung der Cybersicherheit
können Staat, Gesellschaft und Wirtschaft nur gemeinsam schultern. Es ist
dabei eine der wesentlichen Pflichten des Staates, auch die Sicherheit der
Wirtschaft im Cyberraum weiter zu stärken und bestehende
Schwachstellen zu beheben. Nur so kann die deutsche Wirtschaft auch in
einer immer weiter vernetzten Zukunft ihre Stärken ausbauen. Mit dem
nun ins Leben gerufenen Cyberbündnis intensivieren wir die
Zusammenarbeit zwischen BDI und BMI und leisten einen großen Beitrag
für mehr digitale Souveränität von Staat und Wirtschaft.“
BDI-Präsident Dieter Kempf betonte: „Vertrauen ist das Fundament für
eine erfolgreiche Digitalisierung. Deshalb ist bei der Cybersicherheit eine
enge Kooperation von Wirtschaft und Staat besonders wichtig. Das Bündnis
für Cybersicherheit hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Cyberresilienz des
Wirtschaftsstandorts Deutschland nachhaltig zu stärken. Gerade eine
engere Zusammenarbeit bei internationalen Themen auf diesem Gebiet
hilft dabei, deutsche Unternehmen effizienter vor einseitigen
Benachteiligungen in Drittstaaten zu schützen.“

Das Cyberbündnis verfolgt drei klar definierte Ziele, welche BDI und BMI
gemeinsam mit Verbänden, Unternehmen und Bundesbehörden erreichen
wollen.
1. Ziel: „Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft“
Aktuell existiert eine Vielzahl voneinander unabhängiger Cybersicherheits-
Initiativen auf Bundes- und Länderebene. Basierend auf einer Analyse der
bestehenden Cyber-Initiativen auf Bundes- und Länderebene, werden BMI
und BDI zur Optimierung der Kooperation und zu einer besseren
Vernetzung von Staat und Wirtschaft einladen. Ziel ist eine Bündelung der
Anstrengungen, um die Cybersicherheit Deutschlands möglichst effizient
zu gewährleisten.
2. Ziel: „Verbesserte Kooperation zwischen Wirtschaft und Staat im
internationalen Kontext“
Die deutsche Industrie unterliegt im Ausland der Cyberregulierung des
jeweiligen Drittstaats. Dies hat teils erhebliche Auswirkungen auf den
Schutz von Firmendokumenten. BDI und BMI werden ein Forum zwischen
Bundesbehörden und Vertretern der Wirtschaft zum Austausch über
internationale Cybersicherheitsfragen etablieren. Ziel ist es, gegenüber
Drittstaaten und in internationalen Institutionen besser abgestimmte
Positionen zu Cybersicherheits-Themen zu vertreten.
3. Ziel: „Identifikation und Prüfung von Projekten zur Stärkung der
digitalen Souveränität des Wirtschaftsstandorts Deutschland“
Im Rahmen der Kooperation sollen Produkte und Dienstleistungen und
insbesondere Schlüsseltechnologien für kritische Geschäftsprozesse, die zur
Wahrung der digitalen Souveränität der deutschen Industrie und des
Staates essentiell sind, identifiziert werden. In den Fällen, in denen eine
hohe Abhängigkeit von ausländischen Technologien besteht, wollen Staat
und Wirtschaft gemeinsam Projekte ins Leben rufen, die die digitale
Souveränität Deutschlands stärken. © Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat