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Immer mehr arbeiten Teilzeit

20 Jahre Chancengleichheit am Arbeitsmarkt: Arbeitsagentur schlägt Zeitbogen . Beschäftigungszuwachs der letzten Jahre geht vor allem auf mehr Teilzeitarbeit zurück . Gesellschaftliche und familiäre Hürden für Mütter nach wie vor hoch . Zwei Drittel aller Geringverdiener sind Frauen . Frauen häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen als Männer

Darüber, wie sich die Situation der Frauen auf dem heimischen Arbeitsmarkt in den letzten zwanzig Jahren verändert hat, informierte jetzt die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA) der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Iris Angrick. Anlass für den Rückblick ist die Einführung der BCA bei den Arbeitsagenturen im Jahr 1998.

In ihrem Bericht wies die Arbeitsmarktexpertin darauf hin, dass die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar seit 1998 um 21.800 Personen oder 17,8 Prozent auf 144.434 gestiegen sei. Am 30. September des vergangenen Jahres waren insgesamt 79.588 Männer und 64.846 Frauen sozialversichert beschäftigt. Dabei lag die Zahl der beschäftigten Männer um 8.471 Zähler (11,9 Prozent) über dem Wert des Jahres 1998. Anders bei den Frauen: Hier hat sich in den vergangenen beiden Dekaden ein  Zuwachs von 13.330 (25,9 Prozent) sozialversicherten Arbeitsplätzen eingestellt. "Diese Arbeitsplatzgewinne der letzten Jahre resultieren dabei überwiegend aus dem Anstieg der Teilzeitbeschäftigten", erläutert die Arbeitsmarktexpertin. "Während 1998 jeder siebte Arbeitsplatz eine Teilzeitstelle war, zählten wir im vergangenen Jahr jede vierte Stelle als zeitreduzierten Arbeitsplatz. Auch wenn sich die Zahl der teilzeitbeschäftigten Männer in den letzten zwanzig Jahren versechsfacht hat, ist Teilzeit nach wie vor eine Frauendomäne." 6.914 oder 8,7 Prozent der erwerbstätigen Männer gingen 2017 einer Teilzeitbeschäftigung nach. Bei den Frauen waren 33.372 Teilzeitbeschäftigte zu verzeichnen. Dies entspricht einem Anteil von 51,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen.

Beschäftigungshürden für Mütter im ländlichen Raum hoch

"Wer allerdings glaubt, dass das Teilzeitangebot für Frauen ausreiche, geht fehl", warnt Angrick. Der Markt habe sich zwar erheblich flexibilisiert, gleichzeitig steige allerdings der Wunsch, mit reduzierter Stundenzahl zu arbeiten. Zudem seien die gesellschaftlichen und familiären Hürden im ländlichen Raum nach wie vor hoch. Erstmals seit vier Jahren sei die Zahl der Geringverdiener in den Landkreisen Lahn-Dill und Limburg-Weilburg wieder geringfügig gestiegen, so Angrick. Zwei Drittel aller 35.615 geringfügig Beschäftigten waren Frauen. 14,0 Prozent aller Minijobs werden von Personen im Alter von 65 und darüber ausgeübt. Von den Personen, die neben dem Minijob keine weiteren Erwerbseinkünfte hatten, waren 67,7 Prozent weiblich. Auch bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit treten bei den Geschlechtern Abweichungen zu Tage. Im Jahresdurchschnitt 2017 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei den Männern in der Region bei 5,1 Prozent. Bei den Frauen betrug die Quote 5,0 Prozent. Seit 1998 nahm die Zahl der Arbeitslosen erheblich ab, nämlich um 34,9 Prozent (Frauen -35,6 Prozent, Männer -34,3 Prozent). Die Hartz IV-Reform im Jahr 2005 hatte vor allem die versteckte Arbeitslosigkeit der Frauen sichtbar gemacht. Ihre Zahl nahm seinerzeit innerhalb eines Jahres um fast 29 Prozent zu (bei den Männern waren es 14 Prozent). Betrachte man die Struktur der Arbeitslosigkeit, werde die Langzeitarbeitslosigkeit zunehmend zu einem Frauenproblem. 43,9 Prozent der erwerbslosen Frauen sind seit über einem Jahr ohne Beschäftigung. Bei den Männern betrage der Anteil 35,6 Prozent. Mehr als ein Fünftel der erwerbslosen Frauen suchen einen Teilzeitjob. Bei den Männern sind es lediglich 2,8 Prozent. 28,1 Prozent aller arbeitslosen Frauen sind Ausländerinnen. Bei den Männern beträgt der Ausländeranteil sogar 29,6 Prozent.

Die zwölfseitige Broschüre "20 Jahre Chancengleichheit am Arbeitsmarkt" für den Bezirk der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar kann kostenlos unter Limburg-Wetzlar.BCA@arbeitsagentur.de per Mail  angefordert werden. Sie steht auch im Internet unter www.arbeitsagentur.de/limburg-wetzlar > Bürgerinnen & Bürger zum Download bereit. © Agentur für Arbeit, Limburg-Wetzlar