Springe zum Inhalt

IHK-Limburg: Standortpolitik· Fahrverbote nicht gerechtfertigt

Überlegungen für Fahrverbote auf der Schiede in Limburg, ob in Form einer Umweltspur oder eines Dieselfahrverbots, erachtet die IHK Limburg als sachlich nicht gerechtfertigt und abträglich für den Wirtschafts- und Lebensstandort.

Die Überlegungen zur Einführung einer Umweltspur in Limburg auf der Schiede (B 54) und der Frankfurter Straße (B 8), die nun wieder vom Tisch sind, hatten die Gremien der IHK Limburg zuletzt mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. In Limburg hat sich in den letzten Jahrzehnten aufgrund fehlender Umgehungsmöglichkeiten eine Überlastung der Schiede und der Diezer Straße über lange Zeit aufgebaut. Angesichts dieser Entwicklung hätte eine Umweltspur aus Sicht der Unternehmensvertreter zu einer Einengung der Straßenkapazität und damit zur Überlastung des Verkehrs geführt.

„Es gibt keine freien Kapazitäten mehr auf den primär für den Kfz-Verkehr geplanten und gebauten Bundesstraßen, die durch Limburg führen. Wer sich dennoch für eine Umweltspur in der Stadt ausspricht zeigt, dass er die Verhältnisse vor Ort nicht wirklich kennt“, so Egon Bürger, stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsausschusses und Vollversammlungsmitglied der IHK Limburg.

Auch Dieselfahrverbote erachtet die IHK als nicht gerechtfertigt. Zum einen sinken unabhängig vom Corona-Effekt die Stickoxidwerte in Limburg seit Jahren. Grund hierfür sind vor allem der Fortschritt in der Motorentechnik und die permanente Erneuerung des Fahrzeugbestandes.

Messwerte nicht repräsentativ

Zum anderen sieht die IHK Limburg die für die Schiede veröffentlichten Stickoxidmesswerte kritisch. In einem Schreiben an das Hessische Umweltministerium hat sie erneut eine Überprüfung der Messmethodik gefordert. Mit Verweis auf die maßgebliche Luftreinhalterichlinie der EU fordert die IHK die Ermittlung repräsentativer Werte vor allem für den besonders kritischen Straßenabschnitt zwischen Schiedekreuzung und Schiedetunnel.

Aus Sicht der IHK gibt der Passivsammler I auf dem Bürgersteig nahe dem Musikhaus Sander nur die Luftbelastung in einem sehr engen Umkreis von wenigen Metern rund um die Messeinrichtung repräsentativ wieder. Sowohl die abweichenden Messwerte der Messstation auf der anderen Straßenseite vor Karstadt als auch ein technisches Gutachten zur Ausbreitung der Schadstoffe im Straßenraum belegen, dass die Messwerte des Passivsammlers I nicht die Belastung für den Straßenabschnitt repräsentativ abbilden. Nur zweifelsfrei repräsentativ ermittelte Werte können jedoch eine sachgerechte Basis für den fortzuschreibenden Luftreinhalteplan Limburg bzw. für darin enthaltene Fahrverbote sein.

Die IHK Limburg begrüßt alle Bemühungen, welche gerade in den letzten Jahren für einen umweltfreundlichen Verkehr in Limburg unternommen werden. „Was mich deshalb aber ärgert ist, dass die Kreisstadt Limburg vor allem aufgrund nicht repräsentativer Messwerte in Verlautbarungen immer wieder zu den Städten Deutschlands mit den höchsten Schadstoffwerten gezählt wird“, meint Egon Bürger. Solche Darstellungen seien nicht sachgerecht und dem Lebens- und Wirtschaftsstandort Limburg unnötig abträglich. © IHK-Limburg