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Hohe Waldbrandgefahr in Mittelhessen·RP Ullrich besucht das Katastrophenschutz-Lager in Wetzlar

v.l. Tiemo Bienko und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich

Das Regierungspräsidium weist auf die akute Waldbrandgefahr hin

Gießen/Wetzlar. Wegen anhaltend hoher Temperaturen von über 30 Grad und ausbleibender Niederschläge bis zum Wochenende und darüber hinaus steigt die Waldbrandgefahr in ganz Hessen. Auch die vorhergesagten lokalen, teils gewittrigen Niederschläge lassen keine Entspannung der Situation erwarten. Das Regierungspräsidium Gießen informiert daher, dass seit gestern die Alarmstufe A (Hohe Waldbrandgefahr) alle gefährdeten Waldgebiete gilt.

Im Zusammenhang mit der steigenden Waldbrandgefahr besuchte Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (RP) das Katastrophenschutz-Zentrallager des Landes Hessen in Wetzlar. Dort ließ er sich unter anderem die Verwendung der Löschwasserbehälter „Bambi-Buckets“ für die Brandbekämpfung mittels Hubschrauber erläutern. „Es ist beruhigend zu wissen, dass wir bei der steigenden Gefahr von Waldbränden in Mittelhessen mit solcher Ausrüstung und den vielen engagierten Feuerwehrleuten der Region bestens vorbereitet sind“, sagte der RP mit Blick auf den Transportbehälter. Waldbrände, wie sie zurzeit in Griechenland oder Schweden wüten, seien aber nicht zu befürchten. Laub- und Mischwälder – in Mittelhessen verbreitet – sind in der Regel weniger gefährdet als reine Nadelwälder.

Dennoch steigt auch hier in der Region die Gefahr eines Waldbrands: Mit Alarmstufe A werden die Waldgebiete durch den Landesbetrieb Hessen Forst verstärkt überwacht und auch die mittelhessischen Wald- und Forstbetriebe mit eigenem forstlichen Personal entsprechend informiert. In Wald- oder waldnahen Gebieten können zudem öffentliche Grill- und Feuerstellen geschlossen werden. Auch die Feuerwehren des Regierungsbezirks wurden in Kenntnis gesetzt.

Das Regierungspräsidium bittet die Bevölkerung für etwaige Maßnahmen der Forstbetriebe um Verständnis. Ebenso werden alle Waldbesucher gebeten, vorsichtig und aufmerksam zu sein. Zum Abstellen etwaiger Fahrzeuge müssen die ausgewiesenen Parkplätze genutzt werden, damit die Zugangswege zu den Forststraßen nicht durch parkende PKWs blockiert werden. Aber Vorsicht! Warme Fahrzeugteile, Motoren etc. können auch trockenen Bodenbewuchs entflammen und so zu einem Waldbrand führen.

Außerhalb ausgewiesener Grill- und Feuerstellen dürfen keine Feuer entfacht werden und kein Funkenflug entstehen. Beim anschließenden Verlassen des Grillplatzes muss darauf geachtet werden, dass das Feuer richtig gelöscht ist, damit eventuell noch glühende Kohle keine Brände entfacht. Auch das Rauchen im Wald ist grundsätzlich verboten. Akute Brandgefahr geht dabei nicht nur von achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln aus, sondern auch von liegen gelassenen Flaschen und Glasscherben.

Zum Hintergrund: Während der Waldbrandsaison von März bis Oktober stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) täglich aktualisierte Waldbrandprognosen auf. Auf Grundlage dieser Prognosen und weitere Faktoren wie etwa der Bodenfeuchte, dem Witterungsverlauf oder dem Brandgeschehen schätzt das Hessische Umweltministerium die Waldbrandgefahr ein und löst gegebenenfalls eine der beiden Alarmstufen aus.

Nachdem es in Hessen im Frühjahr deutlich zu wenig geregnet hatte, setzte sich dieser Trend auch im Juni fort. Gleichzeitig verzeichnete der DWD Rekordtemperaturen im April und Mai, wodurch die Wasservorräte auch in Waldböden gefährlich zurückgingen. So kam es seit Jahresbeginn hessenweit bereits zu 45 Waldbränden mit einer betroffenen Fläche von 4,5 Hektar.

Das Regierungspräsidium bittet alle Personen, die einen Waldbrand entdecken, unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) oder die nächste Forstdienststelle zu informieren.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums Gießen unter www.rp-giessen.de zu finden. © RP Gießen