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Hoffnung für die Kastanienallee am Schafsberg

ERSTER SCHRITT GETAN

LIMBURG. Der gemeinnützige Bürgerverein SchafsbergWacht e.V. informiert darüber, dass die erste große Reinigungsaktion der Nistkästen und Bruthöhlen rund um die Limburger Kastanienallee ein voller Erfolg gewesen ist, weil dabei ein Rückgang der Miniermottenpopulation - das ist der gefährliche Parasit, der in der Kastanienallee sein Unwesen treibt und der den Fortbestand der historischen Bäume gefährdet - verzeichnet werden konnte.

Im Februar 2017 hatte der Verein SchafsbergWacht e.V. 120 Nistkästen für Blaumeisen und 30 Bruthöhlen für Fledermäuse rund um die Kastanienallee und in den angrenzenden Waldstücken auf dem Schafsberg aufgehängt. Das Ziel dieser Aktion war und ist, durch die vermehrte Ansiedlung von Blaumeisen und Fledermäusen den Befall der Kastanien durch die Miniermotte zu verringern.

Nun wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen und die Beobachtungen ausgewertet: Aus allen bewohnten Nistkästen wurden die alten Nester, Ungeziefer und Kot entfernt und die Kästen dann mit einer Bürste gereinigt. In einigen Kästen fanden sich noch umgekommene Jungvögel oder nicht ausgebrütete Eier. Auch Reste von Hummel- oder Wespennestern wurden vorgefunden. Vereinzelt waren bei einigen der Nistkästen für die Blaumeisen die Einfluglöcher durch andere Vögel (Kleiber) vergrößert worden. Im Zuge der Reinigung durch die Mitglieder und Freunde der SchafsbergWacht sind auch alle Nistkästen und Bruthöhlen nummeriert und die Standorte im Wald kartographiert worden. Dabei zeigte sich, dass 73 der insgesamt 103 kartographierten Nistkästen für Blaumeisen als Brutstätte genutzt worden sind. Die 30 Bruthöhlen für Fledermäuse wurden alle ausnahmslos als Brutstätte genutzt.

Der Vereinsvorstand ist sichtlich zufrieden mit seinem Ergebnis; Vorstandsmitglied Christine Bühn: „Das scheint ein erster Schritt zum Schutz der Kastanienallee zu sein. Während die Blätter der Kastanien in den vergangenen Jahren bereits im Sommer so stark geschädigt waren, dass die Bäume ihr Laub schon im August abgeworfen hatten, so zeigten sich in diesem Jahr insgesamt weitaus geringere Schäden.“ Auch nach Meinung des NABU und der regionalen Naturschutzexperten vor Ort könnte dies durchaus im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Blaumeisen und Fledermäusen stehen.

Die SchafsbergWacht freut sich, dass die ergriffene Maßnahme zur Rettung der altehrwürdigen Kastanienallee unterhalb des Schulhofs der Tilemannschule nun beginnt, ihre Wirkung zu entfalten und dass die Bäume dem aggressiven Parasiten „Miniermotte“ allem Anschein nach, nicht wehrlos ausgesetzt sind. Allerdings betont Dario F. Tripoli vom Vereinsvorstand: „Wir sind froh, dass die Ansiedlung der natürlichen Fressfeinde der Miniermotte eine positive Wirkung zeigt und dass es den Kastanienbäumen allmählich besser zu gehen scheint. Allerdings verpufft diese Aktion auch wieder ganz schnell, wenn das herabfallende Laub in der Kastanienallee nicht regelmäßig entfernt wird. Das Laub ist nämlich der Lebensraum der Miniermotte. Darin vermehrt sie sich auch! Im Moment liegt das Laub in der Allee wieder sehr hoch. Nur durch die regelmäßige Entfernung des Kastanienlaubs kann der Teufelskreis durchbrochen und die Kastanienallee vor dem Verfall gerettet werden. Es ist daher höchste Zeit, dass der Bauhof wieder mit seinen Räumfahrzeugen anrückt. Das hat in der letzten Zeit an sich schon sehr gut geklappt, aber es müsste definitiv häufiger gemacht werden.“

Weitere Informationen finden Sie online unter: www.schafsberwacht.de.

© Bürgerverein SchafsbergWacht e.V. · Christine Bühn (Vorstand)