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Hilfe des Jobcenters sowie ,Sprache und Bildung‘ hat sie jetzt beruflich Fuß gefasst

"Kommen Sie wieder, wenn Sie flexibler sind!"

. Lara India Vogler fand trotz Pflegenotstand lange keinen Job als Altenpflegerin . Mit Hilfe des Jobcenters sowie ,Sprache und Bildung' hat sie jetzt beruflich Fuß gefasst

"Vor mir saß eine hochqualifizierte, engagierte aber völlig frustrierte junge Frau", erinnert sich Nadine Barth vom ,Vermittlungszentrum für Frauen' in Limburg. An der Qualifikation von Lara India Vogler bestand kein Zweifel. Nach dem Fachabitur machte die Elzerin eine Ausbildung zur Altenpflegerin. In diesem Beruf arbeitete sie als examinierte Fachkraft erfolgreich bis zu ihrer Schwangerschaft vor vier Jahren. Wegen der Behinderung ihres kleinen Sohnes ist die alleinerziehende Mutter aktuell nur in der Lage, während der Öffnungszeiten des Kindergartens zu arbeiten. Trotz des akuten Pflegenotstandes fand sich kein Arbeitgeber, der Lara India Vogler einstellte. "Kommen Sie wieder, wenn Sie flexibler sind!" So und ähnlich waren die Rückmeldungen vieler Personalchefs auf ihre unzähligen Bewerbungsversuche. Für die 28jährige reichte es nur für einen Minijob als Haushaltshilfe. Den Lebensunterhalt der Alleinerziehenden sicherte inzwischen das Jobcenter Limburg-Weilburg. Die Vermittlerin des Jobcenters schlug der jungen Frau den Besuch des ,Vermittlungszentrums für Frauen' bei Nadine Barth vor. Ziel der vom Jobcenter initiierten und finanzierten Einrichtung des Bildungsträgers ,Sprache und Bildung' ist es, das Selbstvertrauen langzeitarbeitsloser Frauen wieder aufzubauen, deren Bewerbungsstrategien zu optimieren und sie auf dem hürdenreichen Weg in den Job zu begleiten.

Häufig fehlt es nur an der Phantasie auf beiden Seiten Anne Fachinger, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters, bestätigt die professionelle Einstellung der jungen Mutter zu ihrem Job. Aus Erfahrung weiß sie, dass es oft nur an der fehlenden Phantasie von Bewerbern und Arbeitgebern hinsichtlich der Lage und Verteilung der Arbeitszeit fehlt. "Da wünsche ich mir die angemahnte Flexibilität auf beiden Seiten", gibt sie zu bedenken.

"Wenn die Teilnehmerinnen erkennen, wie ernst wir ihre individuell schwierigen Situationen nehmen und dass es uns nicht darum geht, ihnen nur irgendeinen Job zu vermitteln, sondern eine nachhaltig gute Arbeit, sind wir auf dem richtigen Weg", erklärt Nadine Barth. Lara India Vogler gewann zusehends an Selbstbewusstsein. Die Erfolge stellten sich ein. Es gab sogar Zusagen von Arbeitgebern, die aussortiert wurden, weil die Bedingungen von vornherein nicht für einen dauerhaften Erfolg sprachen. Die Altenpflegerin suchte inzwischen speziell nach einer Stelle in der Intensivpflege. Darin hatte sie bereits Erfahrung und solche Dienste lassen sich zeitlich besser mit ihrer privaten Situation vereinbaren. Schließlich fand sie einen Arbeitgeber aus Wiesbaden, der eine Fachkraft für eine Wachkomapatientin im Raum Weilburg suchte. "Es war toll, wie sehr er sich um mich bemühte und auf meine zeitlichen Bedürfnisse eingegangen ist. Normalerweise werden dort nur 12-Stundenschichten gefahren. Weil ich aber nur von acht bis 14 Uhr arbeiten kann, suchte er einen Gegenpart, der die Pflege von 14 Uhr bis zur Nachtschicht übernimmt", berichtet die glückliche junge Frau. Im neuen Job ist sie jetzt tagsüber alleinverantwortlich für die anspruchsvolle Pflege ihrer Patientin.

Für Nadine Barth ist es wichtig, die Teilnehmerinnen auch nach der Arbeitsaufnahme weiter zu betreuen, weil sich anschließend meistens ,neue Baustellen' auftun. "Dann heißt es Rückfälle vermeiden, wieder neue Kämpfe ausfechten und vieles mehr", offenbart sie. Bei Lara Indira Vogler sieht sie diesen Bedarf nicht. "Sie ist wieder eine starke Persönlichkeit und macht ihren Weg." © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar