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Hessens Schulen starten in die kalte Jahreszeit

SCHULBETRIEBS UNTER PANDEMIE-BEDINGUNGEN

Lorz: „Die nächsten Wochen sind entscheidend für den weiteren Verlauf des Schuljahrs.“

An Hessens Schulen laufen die Vorbereitungen auf die bevorstehende kalte Jahreszeit auf Hochtouren. Zum Start nach den Herbstferien hat Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute die Frankfurter Helmholtzschule besucht und sich im Rahmen der „EinBlick-Tour“ der Landesregierung über die Organisation des Schulbetriebs unter Pandemie-Bedingungen informiert. Dabei erklärte er: „Oberstes Ziel unserer Anstrengungen ist es, die Schulen offenzuhalten. Das ist uns bisher gelungen. Bis zu den Herbstferien konnten an jedem Schultag 99 Prozent der Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen. Das ist ein beeindruckender Wert, der nicht unbedingt zu erwarten war. Während der Ferien hat das Infektionsgeschehen aber noch einmal deutlich an Fahrt gewonnen. Deshalb ist es nun umso wichtiger, die Voraussetzungen zu schaffen, damit unsere Schulen sicher durch den Winter kommen.“

Als Teil der Strategie zur Eindämmung des Coronavirus hat das Corona-Kabinett deshalb am Montag beschlossen, Schulträger unter anderem bei der Anschaffung von Luftreinigungsanlagen für Klassenräume, in denen ein regelmäßiges Stoß- oder Querlüften nicht oder nicht ausreichend möglich ist, mit bis zu 10 Millionen Euro zu unterstützen. „Die Bewältigung der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns nicht verschließen. Auch wenn die Ausstattung der Schulen zunächst einmal Aufgabe der Schulträger ist, unterstützen wir sie als Land dennoch selbstverständlich bei der Anschaffung moderner Luftreinigungsanlagen – wohlwissend, dass sie das regelmäßige Lüften der Klassenräume nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen können.“ Neben den technischen und baulichen Voraussetzungen komme es aber auch unverändert auf das verantwortungsbewusste Verhalten jedes Einzelnen an, betonte der Minister. „Die nächsten Wochen sind entscheidend für den weiteren Verlauf des Schuljahrs.“
Digitalisierung der Schulen schreitet stetig voran
Erfreut zeigte sich der Minister über den Nachholeffekt, der sich in Sachen Digitalisierung zunehmend einstelle. „Seit Beginn der Pandemie hat die Digitalisierung an unseren Schulen einen großen Satz nach vorn gemacht“, erklärte Lorz. Derzeit seien auf der zentralen digitalen Lehr- und Lernplattform des Landes, dem „Schulportal Hessen“, 490.000 Schülerinnen und Schüler und 60.000 Lehrkräfte registriert. Und auch bei der Ausstattung bedürftiger Schülerinnen und Schüler mit mobilen Endgeräten gehe es stetig voran. Über den IT-Dienstleister der Kommunen seien bis Ende September 64.000 Geräte beschafft worden, so der Minister. „Hieran gilt es in den kommenden Wochen und Monaten anzuknüpfen.“
Der Schulleiter der Helmholtzschule, Gerrit Ulmke, ging näher auf die digitale Ausstattung der Schule ein: „Wir konnten glücklicherweise dank des seit einiger Zeit an unserer Schule vorhandenen Videokonferenzsystems und der eigens eingerichteten virtuellen Klassenzimmer im Frühjahr von einem Tag auf den anderen auf Online-Unterricht umstellen. Und bereits nach wenigen Tagen lagen uns erste Rückmeldungen von Eltern und Lehrkräften vor, an welchen Stellschrauben wir drehen mussten, um den Lernprozess der Kinder und Jugendlichen auch zuhause möglichst konstant zu halten.“
Digital-gestützter Distanzunterricht erweitert pädagogische Möglichkeiten
Das jüngst vom Kultusministerium vorgestellte Angebot des digital-gestützten Distanzunterrichts verfolge seine Schule mit großem Interesse, so Ulmke. „Die erweiterten pädagogischen Möglichkeiten helfen uns dabei, die guten Ansätze in Sachen Digitalisierung, die es an unserer Schule bereits vor Corona gab, weiter auszubauen.“ Für die Dauer der Corona-Pandemie kann der Präsenzunterricht an beruflichen Schulen, in der Sekundarstufe II sowie in besonderen Fällen auch in den Klassenstufen 8 bis 10 der allgemein bildenden Schulen durch digital-gestützten Distanzunterricht ersetzt werden. Über den Einsatz klassischer Videokonferenzsysteme hinaus können neuartige, zum Teil vom Klassenverband und der Lehrkraft entkoppelte Unterrichtssequenzen eingebaut werden, dank derer Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsaufträge von zu Hause aus in ihrem eigenen Lerntempo erledigen können. Die Lehrkräfte begleiten diesen Prozess aus der Distanz und bleiben über den verbleibenden Präsenzunterricht mit den Schülerinnen und Schülern in engem Kontakt.
„Die stetige Aktualisierung unseres Hygieneplans, die pädagogische Weiterentwicklung des Unterrichts durch digital-gestützte Lehr- und Lernformate und die Unterstützung der Schulträger bei der Ausstattung der Schulen mit modernen Filteranlagen zeigen eines: Wir gehen die vor uns liegenden Herausforderungen beherzt an. Gemeinsam werden wir auch diese Phase der Pandemie meistern“, so Lorz abschließend. © HKM