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Heimische Förderung mineralischer Rohstoffe sank 2019 auf 597 Millionen Tonnen

BGR-Bericht zur Rohstoffsituation in Deutschland:

Heimische Förderung mineralischer Rohstoffe
sank 2019 auf 597 Millionen Tonnen

Ist die Rohstoffversorgung für den Industriestandort Deutschland gesichert? Wie viel Rohstoffe produzieren wir im eigenen Land und was muss importiert werden? Welchen Anteil steuert das Recycling zur Deckung des heimischen Rohstoffbedarfs bei? Zur Beantwortung dieser und anderer wichtiger Fragen stellt der neue Rohstoffsituationsbericht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) umfassende Daten und Fakten auf Basis des Jahres 2019 bereit.

Im Jahr 2019 wurden in Deutschland rund 597 Millionen Tonnen mineralische Rohstoffe aus dem heimischen Bergbau gefördert. Das entspricht einem Minus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (etwa 608 Mio. t). Dazu zählten insbesondere Steine und Erden – vorwiegend Sand, Kies und gebrochene Natursteine – sowie vor allem die Industrieminerale Quarzsand und -kies, Stein- und Kalisalz. „Diese heimischen Rohstoffe bilden den Ausgangspunkt inländischer Wertschöpfungsketten und sind unverzichtbare Grundlage für zahlreiche Branchen, wie die chemische und pharmazeutische Industrie, die Bau-, Metall-, Papier-, Farben- sowie die Keramik- und Glasindustrie“, erklärt Dr. Volker Steinbach, Vizepräsident der BGR und Leiter der Abteilung „Rohstoffe“. Die Produktion heimischer Energierohstoffe war 2019 ebenfalls rückläufig und belief sich auf rund 131 Millionen Tonnen Braunkohle, etwa 2 Millionen Tonnen Erdöl sowie rund 7 Milliarden Kubikmeter Erdgas, Erdölgas und Grubengas. Zudem wurden 4,7 Millionen Kubikmeter Torf gewonnen. Insgesamt lag der Wert der heimischen Rohstoffproduktion bei 11,4 Milliarden Euro und damit um 8,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

„Deutschland bleibt weiterhin bei vielen Rohstoffen stark von Importen abhängig“, so Steinbach. Der größte Teil der Ausgaben für Importe entfiel mit einem Anteil von rund 55 Prozent auf die Energierohstoffe. Metallrohstoffe machten circa 43 Prozent des Einfuhrwertes aus, der Rest waren Nichtmetalle. Die Gesamtmenge der Importe lag 2019 bei etwa 424 Millionen Tonnen und damit um 4,4 Prozent über dem Vorjahr (406 Mio. t). Die Ausgaben für die importierten Rohstoffe betrugen im Jahr 2019 rund 175 Milliarden Euro. Das war ein Minus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Kostenreduktion resultierte in erster Linie aus den gesunkenen Rohstoffpreisen.

In der deutschen Raffinade- und Rohstahlproduktion stammten im Berichtsjahr etwa 58 Prozent des Aluminiums, 45 Prozent des Rohstahls sowie rund 44 Prozent des Kupfers aus sekundären Rohstoffen. Eine wichtige Quelle für diese Sekundärrohstoffe bilden vor allem die Zukäufe von Schrotten und Abfällen aus der Europäischen Union. Insbesondere durch das Recycling von Metallrohstoffen konnte die deutsche Importabhängigkeit für diese Rohstoffe deutlich reduziert werden.

Der seit 1980 jährlich erscheinende Bericht zur Rohstoffsituation ist eine Gesamtdarstellung der Situation der nichterneuerbaren Rohstoffe für Deutschland. Mit dem Bericht informiert die BGR die Bundesregierung, die deutsche Wirtschaft und die Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen zur Rohstoffproduktion im eigenen Land, zum deutschen Außenhandel, zur Entwicklung der Rohstoffpreise sowie zum Rohstoffverbrauch mit Blick auf die Versorgungssituation Deutschlands mit mineralischen Rohstoffen und Energierohstoffen. Zudem wird auch die Entwicklung auf den internationalen Rohstoffmärkten dargestellt und bewertet. Datengrundlage für die Studien sind die bei Veröffentlichung verfügbaren Zahlen und Fakten des jeweiligen Vorjahres.

Link zur Studie:
https://www.bgr.bund.de/rohstoffsituationsbericht-2019

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)