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Handwerk 4.0 – Digitalisierung trifft Hobel·Veyhelmann besucht moderne Schreinerei

Betriebsbesichtigung mit dem Landtagsabgeordneten Joachim Veyhelmann (erster v. links) und Firmeninhaber Christian Kunz (zweiter v. rechts). Foto: CDU Dorndorf

Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für das Schreiner-Handwerk und welche Möglichkeiten und Herausforderungen bringt diese Entwicklung mit sich? Darüber informierten sich der heimische CDU-Abgeordnete des hessischen Landtags, Joachim Veyhelmann und Mitglieder der ortsansässigen CDU bei einer Besichtigung der Firma KUNZ HAND WERK in Dorndorf. Firmeninhaber Christian Kunz berichtete vom Wandel des Familien-Unternehmens, das er von seinem Vater übernommen hatte und das sich von der einfachen Dorf-Schreinerei – ähnlich jener von Meister Eder im Pumuckl – hin zu einem modernen Betrieb entwickelt hat, in dem die Digitalisierung in den letzten Jahren spürbar angekommen ist.

Heute ist das Unternehmen auf die Fertigung individueller Einrichtungen und Maßmöbel spezialisiert. Am Beispiel der Herstellung eines Schrankes verfolgten die Gäste den digitalisierten Arbeitsprozess. Die Kundenaufträge werden am PC entgegengenommen und dort direkt mit Programmen für die Produktionsplanung weiterverarbeitet. Kunz und seine Mitarbeiter beschaffen sich dazu relevante technische Informationen direkt aus dem Internet. „Eine stabile und schnelle Internetverbindung ist heute das A und O für unsere Arbeit“, erklärte Kunz. Nach Erstellung einer optimierten Schnittplanvorschau und der dazugehörigen Holzliste geht die digitale Vorlage aus dem Büro per Mausklick medienbruchfrei zur ersten Maschine im Verarbeitungsprozess.

Koordinatensysteme und Zinkenverbindungen

Auch die Schreiner müssen moderne „digitalen Werkbänke“ per Touch-Screen bedienen können und dabei zum Beispiel geübt sein im Umgang mit Koordinatensystemen, wie Schülerinnen und Schüler sie im Mathematik-Unterricht kennenlernen. Einen reinen Computer-Fachmann könne er trotzdem nicht als Schreiner einstellen, so Kunz: „Auch heute braucht der Schreiner noch handwerkliches Können im Umgang mit Holz.“ Er müsse auch etwas vom Holz an sich verstehen und grundlegende Fähigkeiten des Schreinerhandwerks besitzen. Auszubildende lernen im ersten Lehrjahr deswegen auch heute noch den Umgang mit Säge, Stecheisen und Hobel und übten die Herstellung von Zinken- oder Dübelsteckverbindungen. Daneben sei ein freundliches und anständiges Verhalten wichtig.

Kunz lobte das System der dualen Ausbildung in Deutschland, das die Theorie, die Praxis und die Berufsorientierung klug kombiniert. Genau diese duale Ausbildung sei in Zukunft enorm wichtig für die Betriebe, wenn Digitalisierung gelingen soll. Auch Veyhelmann hielt dies für eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Beschäftigung in Betrieben. Und er berichtete, dass sich andere europäische Länder dieses deutsche Erfolgsmodell nun abschauten und ausprobierten. Kunz zeigte sich zudem erfreut über die guten Kontakt zu Schulen im Umkreis und die hilfreichen Berufsorientierungstage. Kunz warb für die gesellschaftliche Wertschätzung von Handwerksberufen, für Werkunterricht in Schulen und dafür, im Rahmen von Praktika in den Beruf des Schreiners reinzuschnuppern: „Lasst Schülerinnen und Schüler zu uns kommen.“

„Sie können mich jederzeit anrufen.“

Im anschließenden Gespräch war es dem Abgeordneten Veyhelmann wichtig, ein offenes Ohr für die Anliegen des Betriebes zu haben und zu erfahren, wo der Schuh drückt. „Mir ist es wichtig Ihre Anliegen aufzunehmen und weiter zu transportieren,“ so Veyhelmann. Kunz äußerte große Sorge mit Blick auf die finanziellen Konsequenzen für seinen Betrieb durch das drohende Diesel-Fahrverbot in Frankfurt am Main, da er dort fast täglich tätig sei. Veyhelmann teilte ihm mit, dass sich der hessische Landtag einstimmig für eine Hardware-Nachrüstung der Autos auf Kosten der Hersteller ausgesprochen habe und dass die CDU-geführte Landesregierung Rechtsmittel gegen das Diesel-Fahrverbot in Frankfurt am Main einlegen werde.

Kunz wünschte sich zudem, von Regularien, Auflagen und Vorschriften nicht erdrückt zu werden und in Zeiten der Digitalisierung nicht im Papier unterzugehen. Veyhelmann zeigte Bereitschaft, die Betriebe von politischer Seite aus beim Wandel durch die Digitalisierung und auch generell möglichst gut zu unterstützen. Dabei gehe es unter anderem darum, geltende Regeln und Gesetze dahin gehend zu überprüfen, ob sie im Hinblick auf neue Geschäftsformen überhaupt noch zeitgemäß seien. Es gelte aber auch, Fördermöglichkeiten zu eröffnen und zu kommunizieren. „Sie können mich jederzeit anrufen,“ versprach Veyhelmann und bedankte sich für die Einblicke in den Betrieb. Für das Abschlussfoto fräste eine der modernen Maschinen in eine Holztafel das Logo der CDU zur Landtagswahl 2018: Damit Hessen stark bleibt. © Markus Stahl