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„H Gefahr 2“ – Feuerwehr Werschau übt unter leichtem CSA

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Was über Funk bei der Alarmierung der Einsatzkräfte übermittelt wird, muß schnell gehen und eine klare Vorstellung davon vermitteln, was passiert ist. So gibt es die Einsatzstichworte. Am Übungsabend der Feuerwehr Werschau wurde der Einsatz unter CSA geübt - das Stichwort lautete:

H GEFAHR 2Unfall mit Gefahrstoffaustritt einesTankfahrzeugs,
Tankcontainers, Kesselwaggons (*)

Der hier verwendete ChemikalienSchutzAnzug (CSA) ist ein leichter Anzug, der über der Einsatzkleidung und unter dem Pressluftatmer getragen wird. Ziel ist es, bei einer Einsatzstelle eine erste Erkundung sowie erste Maßnahmen einleiten zu können, um die Lage abzuschätzen.

Bei Lagen mit diesem Einsatzstichwort wird der GABC-Zug des Landkreises mitalarmiert, wodurch weitere Materialien und Personal herangeführt wird. Bis zum Eintreffen ist die hier beschriebene Einsatzabwicklung möglich.

Im vorliegenden Fall wurde angenommen, dass ein LKW Fahrer einen neuen Anhänger übernommen hatte, und plötzlich herauslaufende Flüssigkeit bemerkte.

Er forderte zur Abklärung die Feuerwehr an und informierte auch die Einsatzkräfte bei deren Eintreffen.

Wichtig ist Abstand - ganz viel Abstand, denn bis geklärt ist, um welchen Stoff es sich handelt, gilt allerhöchste Vorsicht für Mensch, Material und nicht zuletzt die Umwelt.

Die Feuerwehr gehört heute aufgrund ihrer Schlüsselstellung definitiv zu den Umweltbewahrern der heutigen Zeit. Sie verhindern mit technisch-mechanischen Maßnahmen das Eindringen von gefährlichen Stoffen, stoppen deren weitere Freisetzung und schützen sich und andere vor größerem Schaden.

Bei Eintreffen der Einsatzkräfte, die selbst gebührenden Abstand eingehalten haben, wurde der Bereich weiträumig abgesperrt. Zwei Kameraden rüsteten sich mit Assistenz der Kameraden mit den Chemikalienschutzanzügen und dem Atemschutzgerät aus und erkundeten die Lage am Fahrzeug.

Die Gefahrstoffkennzeichnung am Fahrzeug wurde per Funk zur weiteren Lagebeurteilung an die Einsatzleitung übermittelt. In Absprache mit dem Fahrer wurde dann das Leck gesichert und parallel abgedichtet.

Durch die zwischenzeitlich errichtete Wasserversorgung konnte der Bereich gereinigt und wieder übergeben werden.

Doch damit war der Einsatz noch nicht fertig. Die angenommene Lage bedeutete, dass die Feuerwehrleute mit dem Stoff in Kontakt gekommen waren - sie wurden an der errichteten Dekontaminationsschleuse dekontaminiert.

Der Personalaufwand bei solchen Einsatzlagen ist enorm, denn alles muss aufgebaut, vorbereitet und durchgeführt werden. Die kontaminierten Materialien werden verschlossen und zur Entsorgung oder Dekontamination verbracht.

Vor der Durchführung derartig komplexer Übungen wird in den Übungsabenden das Thema theoretisch und praktisch erarbeitet, die zur Verfügung und auf den Fahrzeugen verlasteten Materialien werden in aller Ruhe gezeigt und ihre Funktion erklärt.

So gelingt auch neuen Mitglieder/innen der Wehr ein leichter Einstieg. Die Feuerwehr Werschau informiert auch auf ihrer Webseite: www.Feuerwehr-Werschau.de. © Peter Ehrlich / FOTO-EHRLICH.de

(*) Quelle: © Feuerwehr Limburg·
https://www.fffw-limburg.de/eins%C3%A4tze/alarmstichworte/