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Gemeinsames Projekt zur Geologie des Norddeutschen Beckens 3D-Modell ermöglicht virtuellen Blick in den Untergrund

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat gemeinsam mit den Staatlichen Geologischen Diensten der Länder Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt die Geologie des Norddeutschen Beckens in einem dreidimensionalen Modell dargestellt. Das seit heute auf der Internetseite der BGR zum Download bereitgestellte 3D-Modell ermöglicht einen virtuellen Blick in den tieferen Untergrund der genannten Bundesländer einschließlich der Deutschen Nordsee.

Sechs Jahre haben die BGR und die Geologischen Dienste der Länder im Rahmen des Verbundprojekts „TUNB – Potenziale des unterirdischen Speicher- und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken“ gemeinsam an diesem 3D-Modell gearbeitet. Es bildet bis zu einer Tiefe von maximal 10.700 Metern eine Fläche von annähernd 170.000 km² ab. Dargestellt sind 14 Horizontflächen von der Erdoberfläche bis zur Basis Zechstein, dazu 4438 Störungen und 273 Salzstrukturen. „Hunderttausende von Daten wurden dafür gesichtet und bearbeitet, die Modellteile grenzübergreifend abgestimmt und harmonisiert. Das war eine Mammutaufgabe“, erklärt Dr. Gabriela von Goerne, die das Projekt für die BGR koordiniert hat.

Das Interesse an geologischen 3D-Modellen ist groß. Der tiefere geologische Untergrund in Deutschland entwickelt sich mehr und mehr zu einem vielbeachteten und vielgenutzten Raum. Der Bedarf an Optionen zur Gewinnung und Speicherung von Energieträgern wächst, insbesondere auch durch die Energiewende und dem damit verbundenen Bedarf an Speichermöglichkeiten, beispielsweise für Wasserstoff. Entsprechend werden Informationen über den geologischen Untergrund benötigt, die in Form von geologischen 3D-Modellen bereitgestellt werden können. Beim Klick auf das im 3D-Viewer bereitgestellte Modell lassen sich beispielsweise Regionen, einzelne Horizonte, Störungen und Salzstrukturen anzeigen sowie Schnitte durch das Modell legen. Ebenso können virtuell hypothetische Bohrungen erzeugt werden. Zu jeder Darstellung gibt es ergänzende Informationen.

Mit dem jetzt vorliegenden strukturgeologischen Modell des Norddeutschen Beckens ist die Arbeit noch nicht beendet. So fehlt beispielsweise noch die deutsche Ostsee in dem Modell. Zudem müssen weiterführende geologische und geophysikalische Daten, sogenannte Parameter, eingepflegt werden. Hierfür muss aus dem Flächenmodell ein Volumenmodell werden. BGR-Koordinatorin Gabriela von Goerne: „Perspektivisch wollen wir in Zusammenarbeit mit den Geologischen Diensten aller bundesdeutschen Länder ein harmonisiertes geologisches 3D-Untergrundmodell von ganz Deutschland erarbeiten“.

Weiterführende Informationen zum Projekt:
https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/Nutzung_tieferer_Untergrund_CO2Speicherung/Projekte/Nutzungspotenziale/Laufend/TUNB.html

Link zum 3D-Webviewer der BGR
(Hinweis: Bitte Internet Explorer als Browser für den nachfolgenden Hyperlink nicht verwenden): https://gst.bgr.de/shortlink/tunb
© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe