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Gemeinsame Großübung der Feuerwehren Bad Camberg und Dauborn: „H 1 Chemikalien-Alarm „Stadt Bad Camberg / Lahnstraße 12 am Bauhof“

Um den Anforderungen immer gewachsen zu sein, müssen die Feuerwehren immer wieder kommunenübergreifend zusammenarbeiten. Denn nur durch Übung lassen sich die Szenarien die tagtäglich vorkommen können besser bewältigen. Deshalb kommt es am Montag wieder einmal zu einer Großübung mit den Wehren Bad Camberg und Dauborn. Die Feuerwehr der Kernstadt war mit sieben Fahrzeugen und die Feuerwehr Dauborn mit vier Fahrzeugen beteiligt.

Das Szenario
„H 1 Chemikalien-Alarm „Stadt Bad Camberg / Lahnstraße 12 am Bauhof“
Unter diesem Motto steht die diesjährige Übung der Feuerwehr Bad Camberg und Dauborn.

Am Montag, den 13.08.2018 um 19.45 Uhr passiert auf dem Gelände vom Bauhof der Stadt Bad Camberg bei der Abgabe von Sonderabfällen an einem LKW ein Unfall so dass es bei den Umfüllarbeiten der Chemikalien zum Auslaufen kommt.

Es ist normal ein Routinevorgang, doch am späten Montagnachmittag geht dabei etwas schief, als auf dem Gelände des Bauhofs Natronlauge von einem Lkw in einen Tank umgefüllt werden soll, läuft ein Teil der Chemikalie aus und gelangt über den Regenwasserkanal auch noch in den nahegelegenen Emsbach.

Kurze Zeit später bemerkt offenbar ein Spaziergänger tote Fische im Gewässer und alarmiert die Feuerwehr. Da bereits größere Mengen ausgelaufen sind werden auch das Landrats- und Umweltamt mit eingeschaltet.

Zwei Personen haben sich dabei verletzt. Eine weitere wollte zur Hilfe kommen und hat sich ebenfalls verletzt“.

Durch die entstandenen Dämpfe die mittlerweile in die Halle vom Bauhof gezogen sind, wurden weitere Mitarbeiter der Stadt und auch Privatpersonen verletzt.

Jetzt gilt es, zunächst die Verletzten zu finden und in Sicherheit zu bringen. Die Stoffdämpfe der Natronlauge haben in der Halle eine Reaktion mit anderen gelagerten Chemikalien ausgelöst, dadurch ist noch ein Feuer entstanden.

Schutzausrüstung, inklusive Atemschutzmasken ist Pflicht. „Einer ist bewusstlos“!

Inzwischen wurde das Alarmstichwort erhöht, zu einem H-Gefahr MANV 10! Dadurch wurde der Alarm für eine weitere Wehr ausgelöst. Der Löschzug von der FF Dauborn, rückt zur Unterstützung mit an.

Die Feuerwehr Bad Camberg und die Feuerwehr Dauborn werden über die zentrale Leitstelle alarmiert. Die Feuerwehr Dauborn wird zur Unterstützung der Feuerwehr Bad Camberg mitalarmiert, da sich zu diesem Zeitpunkt die anderen Stadtteile von Bad Camberg auf einem anderen Einsatz befinden.

Für die FF Bad Camberg und die FF Dauborn eine große Herausforderung, da sich sehr viele Personen auf dem Gelände vom Bauhof befinden.

Ablauf der Übung... 

Alarmiert wird so, wie es im Realfall auch sein würde. Als erstes die in der Stadt ansässige Feuerwehr, die sich am Einsatzort zuerst einen Überblick über die Lage verschaffen wird. Die Alarmierung kann aber je nach Meldung an die Leitstelle durch das Leitstellenpersonal ergänzt werden.

Aufgaben der Feuerwehr...
 

Auf dem Bauhofgelände müssen zunächst die verunfallten Personen am LKW aus dem Gefahrenbereich gerettet werden und das Leck geschlossen werden. Parallel müssen die Feuerwehrleute die vermissten Personen in den angrenzenden Hallen retten und bei dem mittlerweile entstanden Brand die Brandbekämpfung durchführen.

Die Feuerwehrleute müssen sich bei diesem Einsatz mit CSA sowie Atemschutzgeräten ausrüsten um nicht die Dämpfe der Gefahrstoffe und die Brandgase zu Inkorporieren.

Weitere Trupps werden mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, um die sich noch im Gebäude befindlichen Personen sicher mit Fluchthauben durch den verqualmten Bereich aus der Halle nach draußen zu führen, und sie dort an den Rettungsdienst zu übergeben. Anschließend übernehmen sie die Brandbekämpfung von innen. Weitere Feuerwehrleute bekämpfen den Brand von außen, da dieser sich schon auf die Aufenthaltsräume vom Bauhof verteilt hat.

Nach der Alarmierung, die von der „Leitstelle Limburg Weilburg“ aus getätigt wird, setzt sich die Einsatzleitung in der FEZ Bad Camberg zusammen.

Von dort aus werden solche Einsätze sowie sämtliche Tätigkeiten der Einsatzkräfte geleitet.

Nach der Versorgung an der Verletztensammelstelle werden die verletzten Privatpersonen und Bauhofmitarbeiter in verschiedene Krankenhäuser durch den öffentlichen Rettungsdienst verlegt.

Was ist Natronlauge? 

Natronlauge ist eine der am häufigsten verwendeten Labor- und Industriechemikalien. Konzentriert wirkt sie stark ätzend, selbst stark verdünnt kann sie die Hornhaut der Augen so schädigen, dass es zur Erblindung kommt. Gelangt die Lauge ungesichert in die Umwelt, herrscht bei der Feuerwehr die Anweisung, das Mittel stark mit Wasser zu verdünnen.

Der zuständige Einsatzleiter fordert noch eine Fachfirma an welche den Regenwasserkanal sowie die Wasserabflüsse reinigt, zudem wird entschieden den Boden des betroffenen Bereiches auszutauschen.

Die Feuerwehrkräfte sind bei den anschließenden Reinigungs- und Umfüllarbeiten behilflich. Der Einsatz endet nach über 2 Stunden.

Gerade als die Einsatzkräfte einrücken läuft ein erneuter Alarm einer Brandmeldeanlage, „KORNBRENNEREI JÄGER“ in Dauborn. 

Ich möchte mich bei allen Beteiligten der Großübung recht Herzlich bedanken, und hoffe dass wir in unserem Alltag nie solch einen Einsatz erleben werden, sagte Alexander Rembser am Rande der Übung.

©  Alexander Rembser, Stv. SBI Bad Camberg