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Gemeinsam für die Limburger Dombibliothek

Stadt und Kirchengemeinde nun beide Träger der Einrichtung

„Ein besonderer Tag“, darüber sind sich Bürgermeister Dr. Marius Hahn, Dompfarrer Gereon Rehberg, Christof Wehner vom Verwaltungsrat der Kirchengemeinde St. Georg, Silvia Kremer als Leiterin der Dombibliothek sowie die scheidende und künftige Leiterinnen des Kulturamts der Stadt, Irene Rörig und Anna Vössing, einig. Ein besonderer Tag, an dem die Stadt und die Domgemeinde den Vertrag über die Kooperation und gemeinsame Trägerschaft für die Dombibliothek mit Unterschriften in Kraft setzten.

In Zeiten der Corona-Pandemie sind selbst besondere Anlässe und Tage recht trocken und frei von Ablenkungen. Ein paar Tische, darauf Verträge, Füller und eine Minideko, dazu reichlich Abstand zwischen allen Beteiligten. Bevor die Unterschriften unter die Verträge gesetzt wurden, sprach der Bürgermeister von einem „historischen Moment“. Nach langer Partnerschaft zwischen Stadt und Domgemeinde als alleiniger Trägerin der Bibliothek bekräftigt der neu geschlossene Vertrag eine gleichberechtigte Kooperation und gemeinsame Trägerschaft.

Die Vertragsverhandlungen seien in einem guten Geist geführt worden, betonte Hahn. Die Vertreter der Stadt seien sich dabei der besonderen Bedeutung der Bibliothek im kulturellen Leben Limburgs stets bewusst gewesen. In seinen Dank schloss Hahn auch all diejenigen mit ein, die ihren Dienst in der Bibliothek versehen. Dompfarrer Rehberg sieht in der bisherigen Zusammenarbeit für die Bibliothek eine Erfolgsgeschichte, die nun in eine gemeinsame Trägerschaft münde. Ausdrücklich bedankte er sich bei der Stadt und ihren Gremien für die Bereitschaft zur Kooperation.

Nach Angaben von Silvia Kremer verbucht die Bibliothek über 30.000 Ausleihen pro Jahr. In Zeiten der Corona-Pandemie sei die Zahl der online-Ausleihen deutlich gestiegen und die Bibliothek habe zahlreiche neue Leserinnen und Leser hinzugewinnen können. In den vergangenen Wochen habe die Bibliothek auch ein zusätzliches Angebot aufgebaut, das sich fast ausschließlich an die Schülerinnen und Schüler richte.

Der gemeinsamen gleichberechtigten Trägerschaft für die „Dombibliothek – Öffentliche Bibliothek für die Stadt Limburg“ hatte der Verwaltungsrat der Katholischen Kirchengemeinde St. Georg Mitte Mai zugestimmt, die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits im Februar Zustimmung bekundet. Eine Steuerungsgruppe, die paritätisch durch die beiden Träger besetzt wird, begleitet die Dombibliothek und löst dabei das bisher in beratender Funktion tätige Kuratorium ab.

Mit einer gemeinsamen Trägerschaft besteht die Möglichkeit, Zuschüsse beim Land Hessen zu beantragen und die Bibliothek damit besser aufzustellen. Konkret geplant ist, einen Zuschuss für die Anschaffung von neuen Medien wie Bücher, aber auch elektronischen Medien wie E-Books, zu beantragen. Künftig können auch weitere Zuschüsse beispielsweise für die EDV, Baumaßnahmen und Einrichtungsgegenstände wie Bücherregale beantragt werden.

Die Geschichte der Dombibliothek geht bis ins Jahr 1850 zurück, als die Dompfarrei eine Borromäus-Bibliothek einrichtete, die dem gleichnamigen Verein angeschlossen war. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm die Dombibliothek die Trägerschaft. 1975 wurden Dombibliothek und die damals noch vorhandene Stadtbücherei zur „Dombibliothek – Öffentliche Bibliothek für die Stadt Limburg“ zusammengeführt. Alleiniger Träger war die Domgemeinde, die Miet- und Nebenkosten wurden geteilt. In den folgenden Jahren änderte sich die Kostenverteilung zwischen Stadt und Domgemeinde und in der Bibliothek versehen auch hauptamtliche Kräfte ihren Dienst. Im Haushalt der Stadt Limburg sind für das laufende Jahr 118.000 Euro an Mitteln für die Bibliothek eingestellt, die durch einen Anteil der Kirchengemeinde ergänzt werden. © Stadt Limburg