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Gemeindebrandinspektor gewählt – Mitgliederaufwärtstrend in Brechen hält an

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Brechen. Im dritten Jahr der Pandemielage konnte endlich wieder eine Jahreshauptversammlung aller drei Brecher Ortswehren stattfinden. Gemeindebrandinspektor Michael Gläser zeigte sich erfreut, dass trotz der widrigen Umstände dann auch noch so viele Kameradinnen und Kameraden erschienen sind.

So konnte er berichten, dass zum Ende des letzten Jahres 15 Frauen und 94 Männer ihren Dienst in der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Brechen versehen haben. Von den insgesamt 109 Einsatzkräften sind 44 in Niederbrechen, 27 in Oberbrechen und 38 in Werschau aktiv. Entgegen dem landesweiten Trend konnte der bisher schon bestehende Aufwärtstrend weiter gesteigert werden – zahlreiche Übernahmen aus den sehr erfolgreichen und engagierten Kinder- und Jugendfeuerwehren sind hierfür mit verantwortlich. Aber auch „Quereinsteiger“ finden immer wieder den Weg in die Feuerwehr.

37 Jugendliche ab 10 Jahren werden derzeit in den Jugendfeuerwehren auf den Feuerwehrdienst vorbereitet. Von den 21 Jungs und 16 Mädchen sind 22 in Oberbrechen und 15 in Werschau aktiv. Weiterhin werden 61 Kinder ab 6 Jahren in den Kinderfeuerwehren spielerisch an das Thema Feuerwehr herangeführt. Während die 32 „Löschzwerge“ aus Oberbrechen bereits im 10. Jahr ihres Bestehens sind, ist die „Blaulichtbande“ in Werschau seit 2020 mit mittlerweile 22 Kindern am Start.

Die Anzahl der Mitglieder der Musikabteilungen konnte trotz der coronabedingten Einschränkungen noch einmal auf 62 Mitglieder gesteigert werden. So sind jetzt 27 Musikerinnen und Musiker in Niederbrechen und 35 in Oberbrechen aktiv. Die Alters- und Ehrenabteilung umfasst in den drei Ortsteilen 50 Mitglieder.

Gläser zeigte sich zufrieden mit dem Ausbildungsstand der Einsatzabteilung. Auch wenn, der Pandemie geschuldet, ein Großteil der praktischen Ausbildung ausfallen musste, konnten von den 50 ausgebildeten Atemschutzgeräteträger/innen bis Ende letzten Jahres 38 eine gültige ärztliche Untersuchung nach G26.3, den jährlichen Streckendurchgang, eine jährliche Übung oder einen Einsatz unter Atemschutz und eine theoretische Unterweisung nachweisen. In der Aus- und Weiterbildung bei den Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene sind jedoch aufgrund der Ausfälle große Rückstände aufgetreten. Dies aufzuholen wird viele Jahre dauern.

Auf Standortebene musste ebenfalls aufgrund der geltenden Hygiene- und Abstandsgebote der Großteil der Ausbildungsabende abgesagt werden. Online-Übungen konnten zwar einige theoretische Inhalte abfangen, aber Feuerwehr ist zum Großteil praktische Handarbeit. Und gerade diese wichtigen Handgriffe im Einsatzablauf gehen ohne praktische Übung verloren und das ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko in Bezug auf die Sicherheit der Einsatzkräfte. So wurde unter Abwägung der Ansteckungsgefahr wichtiges Grundwissen in Kleingruppen geübt und Handgriffe wieder gefestigt. Eine sehr schwere Zeit für alle Beteiligten.

Aber auch in Corona-Zeiten musste die Feuerwehr zu Einsätzen ausrücken. Wenngleich die Einsatzzahlen merklich rückläufig waren. Von der Feuerwehr Brechen wurden in den Jahren 2019, 2020 und 2021 insgesamt 129 Einsätze abgearbeitet. Diese Zahlen liegen mehr als deutlich unter den Einsatzzahlen der Vorjahre, was auch auf die geänderten Lebensumstände und die Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zurückzuführen ist. So waren zum Beispiel aufgrund von Lock-Down, Ausgangssperren und angeordnetem Homeoffice deutlich weniger Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs, was sich damit auch auf die Anzahl der Verkehrsunfälle ausgewirkt hat. Wieder aber waren Hochwasserereignisse zu bewältigen, die hauptsächlich im Ortsteil Oberbrechen zu Einsätzen geführt hatten. Es wurden Sandsäcke gefüllt und an verschiedenen Stellen im Ortsbereich für die Bevölkerung verteilt. Auch wenn in einem Fall der Laubusbach letztlich doch nicht über die Ufer getreten ist, so war die Feuerwehr für die Bevölkerung da und zumindest vorbereitet.

Im Jahr 2020 fand die Revision des Technischen Prüfdienstes Hessen statt. Mit den hierbei aufgezeigten baulichen Mängeln hat sich zwischenzeitlich bereits ein Architekturbüro befasst. Auch wenn die abschließende Bewertung noch aussteht, zeigt sich jetzt schon, dass ein Neubau des Feuerwehrhauses in Niederbrechen unumgänglich sein wird. Renovierung und technische Ertüchtigungen stehen in Oberbrechen an und eine bauliche Erweiterung wird den rechtlichen Anforderungen in Werschau Rechnung tragen können. Die übrige technische Ausstattung der Feuerwehr ist in einem ordnungsgemäßen Zustand, so dass auch in Zukunft die gestellten Aufgaben zielgerichtet erfüllt werden können. Ein großer Dank ergeht hierbei an alle Feuerwehrleute, die mit der Prüfung und Wartung sämtlicher Ausrüstungsgegenstände vertraut sind. Die Anforderungen hierzu werden immer größer und der zeitliche Aufwand für die ehrenamtlichen Kräfte zur Prüfung und Dokumentation stößt an ihre Grenzen.

Um die Feuerwehr Brechen im Bereich der Geräteprüfung für die Zukunft sicher aufzustellen wird eine interkommunale Lösung angestrebt. Gemeinsam mit den Kommunen Bad Camberg, Hünfelden, Selters und Weilrod ist die Errichtung eines feuerwehrtechnischen Dienstleistungszentrums geplant. Hier sollen dann alle anfallenden Prüfungen abgedeckt werden können.

10 Einsatzfahrzeuge stehen in der Gemeinde Brechen an den drei Standorten zur Verfügung. Ein neuer Mannschaftstransportwagen wird demnächst in Niederbrechen das Vorgängerfahrzeug ablösen. Die Ersatzbeschaffung des wettkampf- und einsatzerfahrenen, fast dreißig Jahre alten Löschfahrzeuges in Werschau steht ebenfalls bevor. Der Einsatzleitwagen sowie ein zusätzlicher Mannschaftstransportwagen sind Fahrzeuge, die in Oberbrechen ersatzbeschafft, bzw. neu beschafft werden müssen. Auch das kurz vor dem Oldtimerstatus stehende Tanklöschfahrzeug in Oberbrechen soll gemäß Bedarfs- und Entwicklungsplan im Jahr 2024 erneuert werden.

Aber es standen auch Wahlen an. Der frühere Gemeindebrandinspektor Markus Schütz ist bereits im Jahr 2020 aus seinem Amt ausgeschieden. Da aufgrund der Corona-Pandemie bis jetzt keine Wahlen durchgeführt werden konnten, hatte der Gemeindevorstand Michael Gläser – der bis dahin stellvertretender Gemeindebrandinspektor war – zum Leiter der Feuerwehren der Gemeinde Brechen bestellt. Zum Stellvertreter wurde zeitgleich Timo Kahlheber. Jetzt wurden die Wahlen nachgeholt und Michael Gläser offiziell zum Gemeindebrandinspektor und Timo Kahlheber zu seinem Stellvertreter ernannt.

Auch wurde Patrick Druck erneut zum Gemeindejugendfeuerwehrwart und Corinne Hirschhäuser zu seiner Stellvertreterin gewählt.

Sehr emotional wurde es, als der ausgeschiedene Gemeindebrandinspektor Markus Schütz und auch die nicht mehr amtierende Wehrführerin aus Werschau Angelika Viehmann in würdigem Rahmen offiziell verabschiedet wurden. Beide waren seit Jahrzehnten in Führungsfunktionen in der Feuerwehr Brechen aktiv und von den Feuerwehrleuten sehr geschätzt. Daher wurde auch Angelika Viehmann mit dem Goldenen Ehrenkreuz des Nassauischen Feuerwehrverbandes und Markus Schütz mit dem Silbernen Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet.

Weitere Ehrungen wurden durch Landrat Michael Köberle durchgeführt, der in seinen Grußworten die Herausforderungen hervorhob, die die Feuerwehren über die eigenen Ortsgrenzen hinaus in diesen Zeiten leisten.

Mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande wurden ausgezeichnet: Corinne Hirschhäuser und Florian Huston (beide Werschau).

Das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande erhielt: Angelika Viehmann (Werschau).

Das Deutsche Feuerwehr-Fitness-Abzeichen wurde vom 1. Stellvertretenden Vorsitzendem des Kreisfeuerwehrverband Jürgen Sieger an folgende Feuerwehrmänner aus Niederbrechen verliehen: Philipp Höhler (Bronze), Marco Preßler (Bronze), Jonas Rosbach (Bronze), Florian Roth (Silber), Martin Arnold (Silber), Daniel Arnold (Silber), Matthias Bittorf (Silber).

An Timo Kahlheber (Oberbrechen) wurde die Ehrenmedaille des Nassauischen Feuerwehrverbandes in Gold verliehen.

Außerdem wurde an folgende Mitglieder der Feuerwehr Werschau das Hessische Feuerwehrleistungsabzeichen verliehen: Anna-Lena Losert (Bronze), Maurice Kahlheber (Bronze), Paul Roth (Silber), Mike Viehmann (Gold 10) und Markus Schütz (Gold 15).

Bürgermeister Frank Groos bedankte sich als Dienstherr bei allen Feuerwehrleuten der Gemeinde Brechen für ihren unermüdlichen und gerade in der Pandemiezeit flexiblen Einsatz.

Er hatte dann auch noch die Ehre und konnte Anerkennungsprämien für langjährige pflichttreue Dienstzeiten übergeben: Jonas Eufinger (10 Jahre) und Florian Huston (20 Jahre).

Weiterhin hat die Gemeinde Brechen für ihre Feuerwehrangehörigen eine eigene Anerkennungsprämie ausgelobt und so konnte er diese an Jan Heun für 5 Jahre pflichttreuen Dienst überreichen.

Mehr Informationen zur Arbeit der Wehren unter www.Feuerwehr-Niederbrechen.dewww.Feuerwehr-Oberbrechen.de und www.Feuerwehr-Werschau.de

Neue Gemeindebrandinspektoren für die Gemeinde Brechen im Amt [Videobeitrag Link im Text]

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