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Freiwilliger Hilfseinsatz an der Ahr

Nachdem am Wochenende zuvor ein Vorkommando bereits vor Ort aktiv war und dabei einen Kontakt mit der regionalen/örtlichen Einsatzleitung hergestellt hatte, rückte der 2. Löschzug der Feuerwehr Elz am Samstag, 21. August, um 6 Uhr zu einem zweitägigen freiwilligen Hilfseinsatz ins Katastrophengebiet an der Ahr aus.
Der Löschzug, der ansonsten auch als Ausbildungs- und Katastrophenschutz-Löschzug der Gemeinde Elz eingesetzt wird, war mit 20 Feuerwehrleuten besetzt, die samt Löschgruppenfahrzeug, Mannschaftstransportfahrzeug sowie einem Pritschenwagen des Elzer Bauhofs (zum Transport von Materialen, Unterkunftszelt und Feldbetten) sowie drei Mann samt Mannschaftswagen der Feuerwehr Niederzeuzheim zunächst nach Grafschaft in den Industriepark reisten, um dort ihre Unterkunft in Form eines Mannschaftszeltes aufbauten.

Erster Einsatzort war Bad Bodendorf, wo die Aktiven mit Schaufeln, Elektrohämmern und Motorsägen Schutt und festgebackenen Schlamm sowie Baumstämme beseitigten.
Das Team war zum Schluss so eingespielt, dass bis zu 11 Kubikmeter Schutt pro Stunde aus Kellern geborgen wurden. Aufgrund diverser Kontaminationen mussten manche Einsätze unter umluftunabhängigem Atemschutz stattfinden.
Am Sonntagmorgen ging es in Mayschoß weiter, wo aufgrund eines nächtlichen Unwetters Keller erneut ausgepumpt werden mussten. Anschließend wurde der Zug durch das THW bei einem technisch anspruchsvollen Einsatz unterstützt.

Am Sonntagabend kehrte die Mannschaft müde und erschöpft mit dem Gefühl zurück, wenigstens einen kleinen persönlichen Beitrag zur Minderung der immer noch vorhandenen großen Not der Menschen im Unglücksgebiet geleistet zu haben.
„Die Betroffenen vor Ort brauchen aktuell vor allem erstmal tausend helfende Hände“, fasste Zugführer Dominik Hunsänger die Situation vor Ort zusammen.
Im Übrigen habe der Hilfseinsatz das Team mehr zusammengeschweißt, als ein paar Ausflüge in einen Klettergarten.
Viele der Aktiven waren erschüttert über den unvorstellbaren Umfang der Zerstörung. Im Grunde wären noch hunderte solcher Hilfseinsätze nötig, um überhaupt die Grundlagen für einen baldigen Wiederaufbau schaffen zu können.
„Es fehlt an allen Ecken und Enden vor allem an Manpower. Ganz Deutschland redet mittlerweile nur noch über Afghanistan während man den Eindruck hat, dass unsere nur 100 Kilometer entfernt leidenden Flutopfer aus dem öffentlichen Fokus verschwunden sind. Mit Geld alleine wird es nicht getan sein“, so der Kommentar eines sichtlich betroffenen Helfers.
Daher ist geplant, dass bereits im September ein erneuter freiwilliger Hilfseinsatz stattfindet. © Hillmar von Schenck