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Forum Theater aus Wien zu Gast an der Friedrich-Dessauer-Schule

„Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden“. Mit dieser Erkenntnis leitete das Forum Theater aus Wien seine Vorstellungen

  von Dürrenmatts „Die Physiker“ vor 237 Schülerinnen und Schülern der Fachoberschule ein. Verknüpft mit der eigenen Vergangenheit gab Peter Arnt, langjähriger Organisator des Tourneetheaters, Einblicke in die Zeit des Kalten Krieges, die für das Verstehen des Stückes bedeutsam ist. Als er im Alter der Schülerinnen und Schüler gewesen sei, spielte das Thema nach der Verantwortung der Wissenschaft aufgrund der Entwicklung der Atombombe und des Wettrüstens zwischen USA und Sowjetunion eine zentrale Rolle. Angesichts des fortwährenden wissenschaftlichen Fortschritts, zum Beispiel der Gentechnologie oder der künstlichen Intelligenz, bleibe die Frage nach der Verantwortung bestehen.

In einer dramaturgisch zugespitzten und pointierten Aufführung hat das kleine, aus fünf Schauspielern bestehende Ensemble Dürrenmatts Werk eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. Bemerkenswert ist das Pensum, das die Schauspieler an diesem Tag erfüllten. Nachdem die Gruppe bereits vormittags in der Realschule Plus in Katzenelnbogen gastierte, boten sie den Schülerinnen und Schülern der Friedrich-Dessauer-Schule um 12 Uhr und um 13:30 Uhr gleich zwei weitere Vorstellungen. Sie seien es gewohnt, unter Zeitdruck zu spielen, so Arnt. Anstrengend seien nur die Pausen. „Das ist wie bei einem Sportler, der warmgelaufen ist. Pausen sind da eher kontraproduktiv“, verglich der Routinier.

Ihre Botschaft zu akzentuieren, verantwortungsbewusst mit wissenschaftlichen Erkenntnissen umzugehen und Verantwortung zu übernehmen, ist den Darstellern des Theaters in jedem Fall gelungen. © Joanna Hien