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Forschungsflüge im West-Harz: BGR testet mit Forschungspartnern neue Messsonde zur geologischen Erkundung

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) führt vom 22. September bis zum 2. Oktober 2020 gemeinsam mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) im West-Harz geophysikalische Messflüge mit einem Hubschrauber durch. Dabei wird eine neuentwickelte Flugsonde getestet, die in Zukunft zur Erkundung des tiefen Untergrundes eingesetzt werden soll.
Zum Einsatz kommt eine 10 Meter lange Elektromagnetik-Sonde, die von einem Hubschrauber am Seil in ca. 70 Meter Höhe über Grund geschleppt wird. Messgebiete sind der Raum Goslar und Bad Grund. Start- und Landepunkt ist jeweils der Flugplatz Hildesheim.
Alle Funktionstests finden im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts DESMEX-II statt. Der Forschungsverbund hat die Entwicklung von neuen geophysikalischen Messverfahren zum Ziel, mit denen Erkundungstiefen von mehr als 1.000 Meter erreicht werden sollen. Dabei kommt ein so genanntes semi-airborne Elektromagnetik-Verfahren zum Einsatz. Es kombiniert starke Dipolsender am Boden mit neu entwickelten hochempfindlichen Magnetfeldsensoren, die in einer Flugsonde von einem Hubschrauber über ein Untersuchungsgebiet geflogen werden. Die Dipolsender erzeugen im Untergrund ein Stromsystem. Dadurch entsteht ein elektromagnetisches Feld, das durch die Flugsonde gemessen werden kann. Auf diese Weise können Aussagen über die elektrische Leitfähigkeit von geologischen Strukturen getroffen werden. Das Verfahren ermöglicht z.B. die Erkundung von mineralischen Rohstoffen.
Zusätzlich werden Bodenstationen zur Erfassung der elektrischen und magnetischen Felder entlang mehrerer Profile installiert. Durch die zusätzlichen Bodenmessungen sollen die Ergebnisse des neuen semi-airborne Verfahrens verifiziert werden.
Weitere Partner in diesem Verbundprojekt sind die Universität zu Köln, das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Jena) sowie die Firmen Supracon (Jena), terratec (Heitersheim), IMAR (St. Ingbert) und DMT (Essen). Das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) begleitet das Projekt.

Weitere Informationen:
https://www.bgr.bund.de/DE/Themen/GG_Geophysik/Aerogeophysik/Projekte/laufend/DESMEX-II/DESMEX-II.html?nn=1555598

http://www.uni-muenster.de/DESMEX/

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