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Folge von Corona: Rund 72.000 Euro weniger beantragt als möglich

Regierungspräsidium Gießen zahlt 2020 über 1,6 Millionen Euro für nichtinvestive Fördermaßnahmen für 36 Projekte aus

Gießen. Das Land Hessen hat auch vergangenen Jahr wieder soziale Projekte aus dem Bereich der sogenannten Nichtinvestiven Förderung in einer Gesamthöhe von rund 1,65 Millionen Euro gefördert. Bearbeitet worden sind die Förderverfahren allesamt beim hierfür hessenweit zuständigen Regierungspräsidium Gießen. Mit dem Geld konnten insgesamt 36 vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration ausgewählte Projekte aus verschiedenen Bereichen unterstützt werden.

Dabei hatte das Land Hessen für verschiedene Projekte sogar ein Gesamtvolumen von etwas über 1,722 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Wegen Beschränkungen durch die Corona-Pandemie konnten allerdings verschiedene Projekte nicht wie geplant umgesetzt werden. So mussten beispielsweise öffentliche Veranstaltungen einzelner Projekte ausfallen. Deshalb wurden etwa 72.000 Euro weniger an Fördermitteln beantragt, als das Land bereitgestellt hatte.

„Es ist erfreulich, dass es trotz der schwierigen Corona-Lage gelungen ist, insgesamt 36 wichtige soziale Projekte zu unterstützen“, sagt Regierungsvizepräsident Martin Rößler. Der Großteil der Fördergelder floss mit über eine Million Euro in Projekte zum Schutz von Frauen vor Gewalt. Ziel dieser Förderung ist es, Gewaltprävention in Bezug auf geschlechtsbezogener Gewalt weiterzuentwickeln und die Rahmenbedingungen für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Beratungs-, Hilfs- und Schutzangeboten zu stärken, insbesondere zum Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt. Hierfür wurden Zuschüsse in Form von Zuwendungen zur Förderung von Projekten gewährt, die sowohl vorbeugend ausgerichtet sind als auch die Unterstützung für Frauen und Kinder in besonderen Notlagen verbessern. Die Zuwendungsempfänger der 14 geförderten Projekte sind vorwiegend caritative Verbände und Vereine, die einen Personal- und Sachkostenzuschuss erhalten.

Auch drei Projekte aus dem Bereich der Offenen Altenhilfe konnten im Vorjahr wieder gefördert werden und erhielten seitens des Landes eine Unterstützung in Höhe von über 151.000 Euro. Ziel dieses Förderproduktes ist zum einen die Beratung von älteren Menschen in Fragen des seniorengerechten Wohnens, zum anderen die politische Partizipation von alten Menschen zu fördern. So werden beispielsweise ehrenamtliche Heimbeiräte geschult und kommunale Seniorenvertretungen unterstützt.

Zusammen mit den Landesverbänden der Pflegekassen wurden seitens des Landes auch wieder Modellprojekte zur Erprobung neuer Konzepte und Strukturen bei der Versorgung Demenzkranker nach § 45 c SGB XI und Modellprojekte unterstützt, ehrenamtliche Strukturen sowie die Selbsthilfe nach § 45 d SGB XI zu fördern. Hier konnten insgesamt über 400.000 Euro des Landes an verschiedene Träger bewilligt werden. Wegen der in diesen Förderverfahren stattfindenden Kofinanzierung durch das Land und die Pflegekassen erhielten die Träger zudem dieselbe Fördersumme von über 400.000 Euro aus Mitteln des Ausgleichsfonds. Auch diese Mittel werden, neben den Landesmitteln, hessenweit durch das Regierungspräsidium Gießen bewilligt.

Schließlich konnten im Rahmen der Förderung von Behindertenverbänden vier Projekte mit insgesamt 51.000 Euro gefördert werden, die Betroffene beraten und Gebärdendolmetscher vermitteln. © RP-Gießen