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FDP: Neue Tempolimits in Limburg unverhältnismäßig und nicht zielführend

Maßnahmen kontraproduktiv für die Einkaufsstadt Limburg
Als „unverhältnismäßig und nicht zielführend“ hat die Vorsitzende der FDP-Fraktion in der Limburger Stadtverordnetenversammlung, Marion Schardt-Sauer, die neuen Tempo 20 und Tempo 30-Regelungen in Teilen der Innenstadt bezeichnet. Deshalb habe die FDP-Fraktion in der letzten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung auch gegen eine entsprechende Vorlage des Magistrats gestimmt.
Die Beschwerden von Anwohnern wegen aufheulender Motoren, „Kavalierstarts“ oder ständigem Hin- und Herfahren in den späten Abend- und Nachtstunden könne sie gut nachvollziehen. Doch ein allgemeines Herabsetzen der zulässigen Geschwindigkeit von Tempo 50 auf teilweise Tempo 20 löse nicht das Problem hoher Standgeräusche durch umgebaute Autos. „Wenn man sich von Tempolimits versprechen sollte, dass es für bestimmte Autofahrer dann unattraktiver werde, diese Straßen zu nutzen, hätte man das Tempolimit zumindest auf die Abend- und Nachtstunden beschränken müssen“, so Schardt-Sauer.
So dränge sich der Verdacht auf, dass es sich nur um weiteres Puzzleteil handele, um die Stadt generell für alle Autofahrer immer unattraktiver zu machen oder wie es ein Redakteur der Nassauischen Neuen Presse (NNP) drastisch formulierte, um „den Autofahrer zu verteufeln“. Deshalb habe die FDP-Fraktion auch den Masterplan Mobilität abgelehnt, der keine Antworten liefere, wie die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlastet werden könne, sondern der es gezielt für Autofahrer aus der Umgebung unattraktiver mache, die Innenstadt aufzusuchen, um dort zum Beispiel einkaufen zu gehen. Das sei für eine Einkaufs- und Handelsstadt im ländlichen Raum, die niemals ein ÖPNV-Angebot wie in der Großstadt realisieren könne, der falsch Weg, der auch dem Kulturstandort Limburg schade.
Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, befürchte ein Innenstadt-Sterben durch die Corona-Pandemie. Die Sorge sei berechtigt und verlange nach Maßnahmen, um der befürchteten Entwicklung gegenzusteuern. Die aktuelle und die geplante Verkehrspolitik in Limburg steuere jedoch dieser Entwicklung nicht entgegen, sondern beschleunige sie noch, kritisiere die FDP-Politikerin. Ein Umdenken sei dringend erforderlich.  © Marion Schardt-Sauer