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Faszination Wetter – Oli König ist „Storm Chaser Hessen: Limburg-Weilburg“ und hat das Wetter für uns im Blick

Oli König hat den Blick auf's Wetter · "It's cool to be a chaser" ist sein Motto!
Zu seiner Seite geht's hier: https://www.facebook.com/StormChaserHessenLimburgWeilburg/
Wilsenroth/Brechen. Während sich in der überwiegend landwirtschaftlichen Region unseres Landkreises früher nahezu jeder mit dem Wetter auskannte, hat sich das mit den Jahren drastisch geändert. Handy und Computer mit entsprechenden Apps scheinen uns die Fähigkeiten der Wetterkunde vollkommen aus der Hand zu nehmen, bedauert Oli König.

Der heute 32jährige Wahl-Wilsenröther ist dem Wetter seit frühester Kindheit verbunden. Geboren und aufgewachsen im Bereich Runkel-Steeden faszinierten ihn die Wetter und vor allem die Unwetterlagen seiner Heimat.
 
Er zählte schon als Kind nicht nur die Sekunden vom Blitz bis zum Donner, wie es vielleicht noch einige kennen, um mit durch Multiplikation mit 330 (der Geschwindigkeit des Schalls in m/s) die Entfernung zum Gewitter bestimmen zu können, nein, er verglich die unterschiedlichen Gewitterereignisse und startete seine ersten Beobachtungen.

Der Wetterbericht am Ende der Nachrichtensendung wurde vom "kleinen Oli" mit Spannung erwartet. Später dann, als das Internet die Wetterkarten auch nach Hause oder noch später auf's mobile Endgerät brachte, war Oli in seinem Element.
 
Wolken lesen können, das war sein Wunsch und so lernte er die unterschiedlichen Wolkenarten und alles, was "Wetter" eben ausmacht und dazugehört. Er fing an, eigene Wetterbeobachtungen über Temperatur, Luftfeuchtigkeit und -druck durchzuführen und zu analysieren. Daraus machte er dann eigene Vorhersagen für seine Region - eben unsere Region.
 
Wetter ist einerseits etwas, was nicht in/über einem Ort passiert, es entsteht über dem Atlantik, den Bergen, in Wetterzellen, die hunderte Kilometer groß sein können. Es ist nicht die einzelne Wolke am Himmel über uns - das wird klar, wenn man die Wetterkarten im Internet anschaut und dort dann noch die Animationen, die mit bewegten Bildern verdeutlichen, wie groß die Zellen sind, die das Wetter bei uns machen - alles eingefügt im globalen Wettergeschehen.
 
Hiervon geht eine unglaubliche Faszination für Oli aus - aber es ist eben auch ein Problem: Während nämlich Bojen in den Weltmeeren, Satelliten in geostationären Umlaufbahnen, Wetterballone, unbemannte Wetterflugzeuge und viele weitere Sensoren und Netzwerke eine schier unglaubliche Anzahl an Daten für die Wetterprognose liefern, die das gesamte Geschehen im Blick haben und recht genau sagen können, wie das Wetter werden wird, gibt es aber nix für den eigenen Garten: Bei uns in der Region gibt es nur in Runkel/Ennerich ein Element des Wetternetzwerkes, welches Daten liefern kann. Daraus resultiert, dass die präzise Vorhersage für einzelne Orte aufgrund der großen Entfernungen der Messtationen in unserer -trotz der ländlichen Struktur - dicht besiedelten Fläche einfach nicht möglich ist.

In der heutigen Zeit kann es passieren, dass Mikrowetterlagen die eine Straßenseite unter Wasser setzen, während auf der anderen die Sonne scheint. Kleine heftige Unwetterereignisse lassen sich nicht präzise vorhersagen, betont Oli, aber durch die Beobachtung und Auswertung der vorliegenden Daten ist es möglich relativ genaue Warnungen auszugeben - keine UNWETTER-Warnungen, denn diese stehen nur dem Deutschen Wetterdienst zu.
 
Aber zu wissen, dass die Wahrscheinlichkeit für z.B. Starkregenereignisse oder Gewitterzellen vor der eigenen Haustüre oder dem momentanen Aufenthaltsort enorm hoch ist, lässt uns Vorkehrungen treffen, ohne unnötig in Panik zu verfallen, das ist Oli wichtig. 

Das genaue Zustandekommen einer Gewitterzelle ist auch für Oli König nicht präzise vorhersehbar, auch nicht, was und ob sich etwas aus einer solchen Wolkenkonstellation ergibt. Doch das Lesen der Wolkenformationen, deren Zugrichtung, Ausprägung oder Höhe der Wolken trägt entscheidend zu seiner Vorhersagezuverlässigkeit bei.
 
"Guten Abend ihr liebe Leut'", so heißt es auf seiner Seite im großen weltweiten Netzwerk mit dem er seine derzeit 3.760 Follower(innen/divers) und 3.963 Abonnenten(innen/divers) begrüßt. Seine Wetterhinweise sind beliebt, präzise, einfach und verständlich und werden oft mit eigenen Aufnahmen interessanter Wettermomente begleitet. 
 
Seine Sinne, ein internetfähiges Tablett, einen Windmesser sowie einen präzisen Temperaturfühler sind die Quellen für seine Vorhersagen. Wetter interessiert den industrialisierten und zivilisierten Menschen heute nur noch, wenn es ihn in seinem modernen Leben einschränkt durch Hochwasser, Blitzeinschläge, Strassensperrungen nach Erdrutschen oder gar durch Stromausfall - das war früher anders... statt aus dem Fenster zu schauen, wie das Wetter wird, schaut man auf die Posts in den sozialen Netzwerken oder in eine Wetterapp. 
 
Wetter ist eine Sache, die Warnung vor Wetterunbillen und wahrhaften Wettergefahren ist ihm ein großes Anliegen. Katastrophenschutzapps wie KatWarn, Nina oder ähnliche Angebote haben ihren Sinn und ihre Berechtigung, doch sie reichen nicht aus, um die Bevölkerung großflächig und rechtzeitig zu warnen. Oli König denkt hierbei an Laufbänder auf den Fernsehkanälen, die aktuell informieren, wie dies z.B. in anderen Ländern der Fall ist und bei uns eher selten.

So ist es sein Wunsch, berichtet er mit einem Funkeln in den Augen, seine Stormchasing-Kollegen in den USA während der Tornadosaison zu begleiten. Übrigens ist "Windhose" eine gefährliche Verniedlichung für Tornados, von denen wir auch in Deutschland reichlich haben. In diesem Fall dank der Handys können solche Ereignisse dokumentiert werden und erleichtern die spätere Einordnung und Bestätigung solcher Sturmereignisse. 
 
Wetter fasziniert ihn - das merkt man, wenn man ihn kennen lernt. Oli, seit diesem Jahr verheiratet, arbeitet in einem Fachhandel für Werkzeug und Maschinen und ist gerne draußen. In diesen Tagen ist er daher im Nadelgehölzverkauf tätig und bringt damit Wettergeschichte in die heimischen Wohnzimmer dieser Region. . . die Region, für die er regelmäßig über das Wetter berichtet.
 
Er freut sich über Feedback zu seinen Berichten im Netz, die beliebteste Frage in diesen Tagen ist natürlich "Weisse oder grüne Weihnachten", doch diese wird er erst in Kürze beantworten - so genau wie es eben das Wetter zu lässt - für unsere Region.
 
Zu seiner Seite geht's hier: https://www.facebook.com/StormChaserHessenLimburgWeilburg/
 
Sein Wahlspruch: "It's cool to be a chaser"
 
(Peter Ehrlich/FOTO-EHRLICH.de)