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Experten vom Regierungspräsidium Gießen geben Tipps für das Osterfeuer

Vom richtigen Material, Verhalten und Abstand

Gießen. Fort mit dem Winter. Sie gehören zu Ostern wie der Christbaum zu Weihnachten: Osterfeuer haben nicht nur eine lange Tradition, sie sind auch beeindruckend, wenn hohe Flammen in Richtung Himmel züngeln. Bereits jetzt werden die Plätze dafür vorbereitet.

Dabei gibt es ein paar Grundregeln zu beachten – genauso wie beim Osterfeuer selbst. „Unsere Experten beim Regierungspräsidium Gießen geben Tipps zu richtigem Material, umsichtigem Verhalten und auch Tierschutz“, berichtet Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.

„Grundsätzlich gilt: um einen Schaden an Umwelt und Besuchern zu vermeiden, darf für ein Osterfeuer lediglich unbehandeltes Holz oder auch Ast- und Strauchschnitt verwendet werden, das trocken ist“, erläutert Marlies Melo, Dezernatsleiterin für kommunale Abfallwirtschaft im RP Gießen. Die Veranstalter seien dafür verantwortlich, Abfälle vorab auszusortieren. „Bedauerlicherweise gelangen aber immer wieder Sperrmüll, Altreifen oder Ähnliches ins Feuer.“

„Deshalb sollten sie sich selbst davon überzeugen, dass keine unzulässigen Gegenstände verbrannt werden und im Zweifel auch den Gemeindebrandinspektor fragen.“ Ansonsten könnten erhebliche Bußgelder den alten Brauch zu einem teuren Ostervergnügen werden lassen. Für die Verbrennung von pflanzlichen Abfällen gelten besondere Vorschriften. Demnach dürfen diese nur im Ausnahmefall verbrannt werden. „Alte Bretter oder Balken gelten nicht als pflanzliche Abfälle, sie werden über die Sperrmüllabfuhr oder in einer dafür zugelassenen Abfall-entsorgungsanlage entsorgt.“

„Wer sich richtig vorbereitet und verantwortungsvoll handelt, kann sich auf ein sicheres Osterfeuer freuen“, sagt Dr. Thomas Stumpf, Leiter des für Brandschutz zuständigen RP-Dezernats. Dazu gehört neben bestimmten Mindestabständen zu Autobahnen oder Naturschutzgebieten auch ein Sicherheitsstreifen von fünf Meter Breite. „Damit wird ein direktes Übergreifen des Feuers vermieden.“ Dieses kann durch Umpflügen oder Fräsen angelegt werden. „Achten Sie auf einen ausreichenden Abstand zum Feuer, vor allem bei Kindern oder angetrunkenen Gästen“, lautet sein Tipp, wenn das Osterfeuer brennt. Erst vor wenigen Jahren war im Landkreis Gießen ein junger Mann zu vorgerückter Stunde in glühende Kohlen gefallen und hatte sich schwere Verbrennungen zugezogen. „Und sollte das Feuer dennoch außer Kontrolle geraten, alarmieren Sie sofort die Feuerwehr über den Notruf 112, falls sie nicht ohnehin vor Ort ist.“

Nicht zuletzt spielt auch der Tierschutz eine große Rolle bei einem Osterfeuer. Die Feuerstelle darf erst am Tage des Anzündens aufgeschichtet werden. Ansonsten können Tiere darin einen Unterschlupf suchen und qualvoll verbrennen. Auch ein vorheriges Rütteln an dem Stapel hilft nicht. Viele Tiere verhalten sich passiv anstatt zu flüchten.

Osterfeuer-Veranstalter, Hobbygärtner und andere Personen sollten außerdem darauf achten, dass Osterfeuer mindestens zwei Wochen vor der feierlichen Entzündung bei der Gemeinde angezeigt werden müssen. Bei weiteren Fragen, wie beispielsweise nach der Verwertung von pflanzlichen Abfällen, gibt es Rat und Hilfe bei den Gemeinde- und Stadtverwaltungen oder beim Abfalldezernat des Regierungspräsidiums Gießen unter Tel. 0641 303-0.

Weitere Informationen sind in einer vom hessischen Innen- und Umweltministerium herausgegebenen „Orientierungshilfe zur Anzeige, Durchführung und Gefahrenabwehr bei Brauchtumsfeuern“ zu finden unter https://umwelt.hessen.de/umwelt-natur/wald/waldbrandgefahr/brauchtumsfeuer. © RP-Gießen