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EU-Informationszentrum Gießen mit Online-Fortbildungsangebot für kommunale Vertreterinnen und Vertreter und Ehrenamtliche

Gießen. Unter der Leitfrage "Europäische Partnerschaften entwickeln - Aber wie?" informierten sich rund 35 kommunale Vertreterinnen und Vertreter und Ehrenamtliche online über das EU-Förderprogramm "Europa für Bürgerinnen und Bürger" (EfBB). Auf Einladung des EU-Informationszentrums beim Regierungspräsidium Gießen referierte Jeanette Franza als Expertin von der Kontaktstelle EfBB aus Bonn. "Gefördert werden Partnerschaftsprojekte sowohl von großen als auch von kleinen Kommunen, mit einem oder mehreren internationalen Partnern und zu verschiedenen Themen mit europäischer Relevanz", berichtete die Referentin.

In der aktuellen Förderperiode, die 2020 endet, können beispielsweise Bürgerbegegnungen mit bis zu 25.000 Euro und die Vernetzung von Partnerkommunen sogar mit bis zu 150.000 Euro über das europäische Programm EfBB bezuschusst werden. "Im Vergleich zu vielen anderen europäischen Programmen ist EfBB einfach und schlank strukturiert. Durch die Pauschalfördersätze ist die Antragsstellung einfach. Trauen Sie sich, wir beraten Sie gerne", sagte Franza. Grundgedanke sei dabei der Austausch von Menschen unterschiedlicher Sprachen und Kulturen in Europa und somit die Förderung der europäischen Integration. Inhaltliche Schwerpunkte des Programms liegen in der Debatte über die Zukunft Europas, der Solidarität in Krisenzeiten, demokratischer Partizipation, interkulturellem Engagement sowie Historie und Zielen der EU. "Das Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« wird ab 2021 mit seinen bewährten Formaten fortgesetzt. Wann die Einreichfristen im kommenden Jahr sein werden, können wir allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Am besten sie abonnieren unseren Newsletter, um immer auf dem Laufenden zu sein."

Alles das kann für Städtepartnerschaften, die sich noch im Aufbau befinden, ebenso hilfreich sein wie für Kommunen mit langjähriger Erfahrung, die ihre Aktivitäten auffrischen und junge Leute hinzugewinnen wollen, verdeutlicht Jens Koopmann vom Städtepartnerschaftsbüro Osnabrück. In seinem Vortrag ging es um Best-Practice-Beispiele erfolgreicher Partnerschaftsarbeit. Die Bandbreite reichte dabei von Städtebotschaftern, die für ein Jahr als junge Menschen in der Verwaltung in Osnabrück und in einer der Partnerstädte arbeiten bis hin zu Bücherreisen, interkulturellen Lesungen und Weihnachtskonzerten. "Freundschaft kennt keine Grenzen", so Koopmann zum Leitmotto der Osnabrücker Partnerschaften. "Alles das schafft Mehrwert durch vielfältige und lebendige Aktivitäten. Gerade über die Botschafter erhält die Partnerschaft regelmäßig neue Impulse, Ideen und Netzwerkkontakte."

Abgerundet wurde das Angebot, welches immer wieder ergänzt wurde, durch Austausch in Kleingruppen durch den Vortrag von Florian Brechtel aus Limburg, der in der Beratung gemeinnütziger Organisationen tätig ist. "Förderprogramme sind gut und wichtig", erklärte Brechtel. "Doch alle erfordern auch den Einsatz eigener Mittel." Spenden, Fundraising und Sponsoring seien alles verschiedene Instrumente, an die man unterschiedlich herangehen müsse. Es gebe rechtliche und steuerliche Fallstricke, die gerade auch Ehrenamtliche beachten müssten. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren erstaunt, was in Deutschland alleine mithilfe der Unterstützung der zahllosen Stiftungen möglich sei.

In dem rund vierstündigen Seminar wurden zahlreiche Erfolgsbeispiele aus der Praxis vorgestellt sowie konkrete Fragen zu Finanzierung und Antragsstellung besprochen. Weiterführende Informationen und Ansprechpartner sind direkt der Internetseite www.kontaktstelle-efbb.de zu entnehmen oder können auch per E-Mail unter eu-infozentrum@rpgi.hessen.de erfragt werden. © RP-Gießen