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Entwicklung auf den Rohstoffmärkten

DERA veröffentlicht neuen Wachstumsraten-Monitor
Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat ihren neuen Wachstumsraten-Monitor veröffentlicht. Die Studie beleuchtet die langfristige Entwicklung der globalen Rohstoffproduktion und des Rohstoffbedarfs an Hand von ca. 80 mineralischen Rohstoffen inklusive ihrer ersten Verarbeitungsstufen.

Die größten Zuwächse in den vergangenen 50 Jahren verzeichneten insbesondere die Elektronik-, Batterie-, Leichtbau- und Legierungsrohstoffe, zu denen etwa Seltene Erden, Kobalt, Tantal, Aluminium, Magnesium, Chrom und Nickel gehören. Über alle betrachteten Rohstoffe sind die Rohstoffproduktion und -nutzung bis heute um durchschnittlich 223 % gestiegen. Bei vielen Rohstoffen ist die Verwendung von Sekundärinhalten hierbei mit eingerechnet. Dies zeigt, wie bedeutend Rohstoffe für die industrielle Entwicklung sind. Ihre hohe Verfügbarkeit war in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine entscheidende Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung aufstrebender Industrienationen – allen voran China.

„Für den Wachstumsraten-Monitor 2020 wurden eine Reihe von Früh- und Spätindikatoren zu Rate gezogen, um den künftigen Rohstoffbedarf besser antizipieren zu können“, erklärt Arne Schumacher, Autor der aktuellen DERA-Studie. Bei den betrachteten Konsumklima-Indikatoren erwies sich insbesondere der US-amerikanische Konsumklimaindex der University of Michigan (Consumer Sentiment) als guter Frühindikator. Häufig kündigt er eine Trendwende des Rohstoffbedarfs bereits ein Jahr früher an. Dagegen weisen die Arbeitslosenraten meist auf das Ende eines Zyklus hin. „Solche Indikatoren sind in vielen Fällen hilfreich, um die Wirtschaftszyklen und somit die Rohstoffbedarfe besser einschätzen zu können“, erläutert Schumacher.

Der DERA-Monitor zeigt noch eine andere Entwicklung auf: Das Wachstum verläuft auf den Rohstoffmärkten nicht immer gleich. Während die Wachstumsraten der Rohstoffe Aluminium, Blei, Kupfer, Zink, Zinn sowie Eisen und Stahl sehr eng an die globale Wirtschaftsentwicklung gekoppelt sind, gilt das bei den Edelmetallen Gold, Palladium oder Platin nicht. Erstere Rohstoffe verlaufen ähnlich vieler Industrieindikatoren, z.B. der Industrieproduktion oder Kapazitätsauslastung, während sich Edelmetalle häufig sogar konträr der Wirtschaftstendenz entwickeln. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten fungieren Edelmetalle oftmals als Sicherheitsanker. Dies ist zurzeit auch bei Gold festzustellen. Durch eine erhöhte Nachfrage ist der Goldpreis in der Covid-19 Krise auf einen neuen Höchststand gestiegen.


Link zur Studie:
https://www.deutsche-rohstoffagentur.de/DE/Gemeinsames/Produkte/Downloads/DERA_Rohstoffinformationen/rohstoffinformationen-44.pdf;jsessionid=539E7E3C0DDEB8E3A0AD780E04594236.1_cid284?__blob=publicationFile&v=2

© Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)