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Einstiegsqualifizierung führt bei 75 Prozent der Teilnehmer zum Ausbildungsvertrag

Im Zweifel hilft EQ

"Schüler, die mit ihrem Zeugnis nicht auf Anhieb überzeugen können, sozial benachteiligte junge Erwachsene, Jugendliche mit gesundheitlichen Einschränkungen, Alleinerziehende oder geflüchtete Menschen - viele von ihnen haben Talente, die es zu entdecken gilt. Wir unterstützen Unternehmen dabei, diese Potenziale zu entwickeln. Dabei kann die Einstiegsqualifizierung eine tragfähige Brücke in die Ausbildung sein", erklärt Ralf Fischer, Sprecher der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar. "Die Corona-Krise führt derzeit zu großer Verunsicherung in der Wirtschaft. Wir wissen, dass die Sorgen der Betriebe sehr groß sind und Zweifel an der Ausbildungsfähigkeit in der aktuellen Drucksituation schneller zu einer Absage führen, als dies noch in den Vorjahren der Fall war. Auch hier ist die Einstiegsqualifizierung ein probates Mittel, um Unternehmen die Entscheidung für einen gemeinsamen Versuch leichter zu machen", so der Agentursprecher weiter.

Die Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein Langzeitpraktikum für Ausbildungsbewerber, die bis zum 30. September keine Ausbildungsstelle finden konnten und Jugendliche, die aktuell noch nicht für eine Ausbildung geeignet sind. Der Ablauf orientiert sich an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe. Es handelt sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei dem zwischen Betrieb und Teilnehmer ein Vertrag abgeschlossen und eine Vergütung gezahlt wird. Die Unternehmen erhalten von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter einen Zuschuss zur EQ-Vergütung von monatlich bis zu 247 Euro sowie eine Pauschale für Sozialversicherungsabgaben in Höhe von weiteren 123 Euro. Eine EQ dauert mindestens sechs bis maximal zwölf Monate. Begleitforschungen belegen laut Fischer, dass bis zu 75 Prozent der Teilnehmenden in eine Ausbildung einmünden.

Zertifikat belegt Ausbildungsfähigkeit

Selbst wenn die Übernahme im gleichen Betrieb nicht möglich ist, erhalten die Jugendlichen ein betriebliches Zeugnis und ein Zertifikat der Kammer über die erfolgreiche EQ-Teilnahme. Damit können sie bei anderen Unternehmen nachweisen, dass sie sich auf die Aufnahme einer Ausbildung im Zielberuf vorbereitet und ihre Ausbildungsfähigkeit unter Beweis gestellt haben. Die Kammern können die EQ-Zeit auf eine Ausbildung anrechnen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen dazu vorliegen. Unternehmen können sich unter der Rufnummer 0800 4 5555 20 beraten lassen. Jugendliche erreichen die Berufsberatung unter 06431 209 200. Informationen zur EQ gibt es zudem im Internet: http://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung/einstiegsqualifizierung. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar