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Eine Werbung für den Städtepartnerschaftsverein mit Ste. Foy-lès-Lyon

Nicht nur Sainte Foy-lès-Lyon, und Limburg sind sehenswert. Auch ein Ort, den vielleicht nur wenige Bürgerinnen und Bürger aus Limburg kennen dürften: das Städtchen Schwetzingen und sein herrlicher Schlossgarten sind nahe und wirklich eine Reise wert. Das durften die knapp 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter auch die drei Kinder Romy, Sophia und Theodor, die das Durchschnittsalter der Reisegruppe dramatisch senkten, beim Ausflug des Partnerschaftsvereins erfahren. Wetter und Laune am dritten Wochenende
im September waren optimal für diesen Kulturtrip.
Während Doris Huber sich ganz und gar der Betreuung aller Teilnehmer und der
Organisation von Bus bis Essen mit Herzblut widmete, sorgte Bettina Oppermann für fachliche Erläuterungen zur Gartenkunst und Gartendenkmalpflege. Bei der Führung durch den Schlosspark zeigte sie verschiedene Epochen der Gartengestaltung. Gelegentlich packte sie einfach eines der Kinder an der Hand und zeigte auf die herrlichen Wasserspiele oder den übergroßen Karpfen in einem der schön angelegten Seen. Dass Kurfürst Carl Theodor besonders der Wissenschaft und Kunst zugetan war, konnte Bettina Oppermann daran erklären, dass das barocke Parterre vor dem Schloss von Versailles inspiriert ist und
Partien englischer Gartenkunst den Garten wie Zwiebelschalen ergänzen. Die finanziellen Mittel gewann der Kurfürst, so Oppermann, indem er keine Kriege führte, aber seinen politischen Einfluss mit Erbschaften vergrößerte, was ihm von seinem Hauptrivalen, dem preußischen König Friedrich II, den Beinamen das „Glücksschwein“ einbrachte. Da lag es nahe, den Garten als Lustgarten und das Schloss als Sommerresidenz auszubauen.
Auch die Besichtigung des Schlosses, bei dem die Kinder sich abwechselnd als Page oder Lakai in die Dienste des Kurfürsten Carl Theodor und seiner Frau Fürstin Augusta von der Pfalz hineinbegeben durften, war ein Highlight. Die freundliche Führung erzählte, dass die jungen Frauen und Männer sich früher nicht küssten und die adligen Frauen mit edlen Fächern vor dem Mund herumliefen. Weil ihre Zähne faul waren, stanken sie stark aus dem Mund. Auch durften die drei mitgereisten Kinder ein ums andere Mal nach dem Rechten schauen, ob die Luft rein war, weil sich der Kurfürst in früheren Jahren oft nachts in den Lustgarten begab um dort zu lustwandeln. Ab und an wurde die Hofglocke bedient, womit
ehemals die Dienerschaft gerufen wurde.
Mitglieder des Partnerschaftsvereins, teilnehmende Gäste aus der Umgebung von Limburg bis nach Idstein und nicht zuletzt die schon erwähnten Kinder hatten einen großen Spaß und alle waren überrascht, von der Schönheit dieses nicht sehr bekannten Ortes, den Professorin Bettina Oppermann nicht nur während des Studiums als Landschaftsarchitektin besichtigte, sondern der nach ihren Worten ihr einer der liebsten und schönsten Gärten Deutschlands ist, was alle Vereinsmitglieder am Ende sehr gut nachvollziehen konnten.
Und wenn man es nicht schon geahnt hätte, so nahmen an jenem Samstag zahlreiche Hochzeitspaare den Schlossgarten als Ambiente für den Hoffotographen und man konnte die romantischen Spiele, ehemals von den Adligen im Lustgarten gespielt in der Fantasie erahnen. Bei leckerem Wein und hervorragendem Essen beim Ritter von Schwetzingen verabschiedeten sich die Reisegruppe nach 19 Uhr aus dem badischen Örtchen, nicht ohne das eine oder andere Erinnerungsfoto zu schießen. Als Doris Huber gegen 20 Uhr den Dank der Mitreisenden entgegen nahm lag ein wunderschöner Spätsommertag hinter den Teilnehmerinnen und ihren männlichen Begleitern. Allen voran bedankte sich der ehemalige 1. Vorsitzende Werner Bendel, viele Jahre Motor und Ideengeber des Partnerschaftsvereins bei den beiden „Reiseleiterinnen“ Huber und Oppermann. Bendel der inzwischen mit über 80 Jahren nach seinem Geburtstag im Sommer zurücktrat, wird hoffentlich noch lange dem Verein treu ergeben bleiben, auch wenn er den Staffelstab sicher gerne bald in jüngere Hände legen will. Dem aktuell amtierenden Vorstand gehören neben dem stellvertretenden 2. Vorsitzenden Alexander Paul, die Vorsitzende des Arbeitskreises Ste.-Foy-lès-Lyon Doris Huber, die Vorsitzende des Arbeitskreises Lichfield Heide Bein sowie die Herrscherin über die Finanzen, Kassiererin Petra Schmitt an. Alle Organisatoren, wie auch die Mitreisenden waren froh, dass nach so langer Zeit der Abstinenz, der Ausflug stattfinden konnte und der eine oder andere ließ die Hoffnung erwachen, dass der Verein vielleicht bald mit weiteren jungen Mitgliedern zu neuen Ufern schreitet. Eine Erkenntnis blieb, dass Kinder sind nicht immer nur laut sein müssen, aber immer die Hoffnung, auf eine neue Zukunft in sich bergen. In diesem Sinne war die Fahrt nach Schwetzingen eine Werbung für den Limburger Partnerschaftsverein der sich um die europäische Idee mehr als verdient gemacht hat und wieder einmal zeigte, dass es im Herzen Europas und Deutschlands wunderschön ist. Dass auch französisch gesprochen wurde, lag an der Zweisprachigkeit der jüngsten Teilnehmer und deren Mama und einigen französisch sprechenden deutschen Teilnehmer*innen. © Bernd Steioff