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Ein Künstlerpaar in Assisi

Gemälde in intensiven, leuchtenden Farben mit Motive aus dem italienischen Assisi sind ab Sonntag, 5. Juli, in den Kunstsammlungen der Stadt Limburg im Historischen Rathaus (Fischmarkt 21) zu sehen.

Künstler sind Josef Eberz und seiner Frau Gertrud Eberz-Alber. Hundert Jahre nach dem Aufenthalt des Paares in Assi zeigen die Stadt Limburg und der Förderkreis Bildende Kunst Limburg die Werke in der Ausstellung mit dem Titel „1920/21 - ein Künstlerpaar in Assisi - Josef Eberz und Gertrud Eberz-Alber“.

Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es keine Ausstellungseröffnung. Der Kurator der Ausstellung Franz Josef Hamm steht am Eröffnungstag, Sonntag, 5. Juli, von 11 bis 13 Uhr für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Dabei gelten jedoch bestimmte Auflagen: Maximal 14 Besucherinnen und Besucher dürfen gleichzeitig im Ausstellungshaus sein. Verpflichtend sind das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske und das Einhalten des Mindestabstandes.

Josef Eberz wurde in Limburg geboren und ist ein bedeutender Vertreter des deutschen Expressionismus. Seit 1980 ist die Stadt Limburg im Besitz seines Nachlasses mit mehr als 850 Arbeiten.

Erste Gemälde von Eberz zeigen ihn als Vertreter des Naturalismus mit impressionistischen Zügen. Erst das Studium an der Akademie in Stuttgart von 1907 bis 1912 als Meisterschüler bei dem Farbtheoretiker Adolf Hölzel, führte Eberz zur expressiven Malerei. Hier lernte er Gertrud Alber kennen, die er 1917 in Wiesbaden heiratete.

Schon während seines Studiums oder kurz danach schuf er Kunstwerke in allen künstlerischen Techniken mit Motiven des Alltags. Seine Gemälde bestechen dabei durch ihre intensive leuchtende Farbigkeit. Das zeichnete besonders die Arbeiten aus, die während seiner Studienreisen mit seiner Frau nach Italien und Dalmatien entstanden.

Bereits ab 1914 bewarb sich Josef Eberz für Aufträge für die Ausgestaltung von sakralen Bauwerken. Um 1925 begann seine Karriere als Ausgestalter von Kirchen. Neben Fresken und Mosaiken gestaltete er eine Vielzahl von Buntglasfenstern. Ein Beispiel befindet sich in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt am Main.

Als einer der Künstler, die um die Jahrhundertwende lebten und arbeiteten und somit den Umbruch von der klassischen akademische hin zur avantgardistischen Kunst mitinitiierten, gehört er zu der sogenannten verlorenen Generation. Durch die Einflüsse des Nationalsozialismus und den frühen Tod von Eberz geriet sein Werk fast völlig in Vergessenheit.

Der Nachlass von Josef Eberz beinhaltet darüber hinaus über 200 Aquarelle von Gertrud Eberz-Alber. Ihre frühen Arbeiten zeigen eine starke, wenn auch gedeckte Farbigkeit. Erst in den Aquarellen von ihren Reisen nach Assisi, Paris und Bologna findet sie zu einer eigenen Handschrift. Die Künstlerin hielt die neu gewonnenen Eindrücke fest, vertiefte ihre Technik, spielte mit den Farben und gab ihren Bildern so eine besondere Note, die durch die Leuchtkraft der Farben und Lebendigkeit der Szenarien bestechen.

Die Ausstellung zeigt bis Sonntag, 6. September, eine Auswahl an Auswahl Ölbilder, Aquarelle, Radierungen, Kohle- und Tuschezeichnungen des Künstlerpaares. Viele Werke stammen aus den stadteigenen Kunstsammlungen. Gezeigt werden aber auch Leihgaben aus Paris, Wien, München, Frankfurt, Karlsruhe, Duisburg und Limburg.

Begleitend zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog von Kurator Franz Josef Hamm.

Die Kunstsammlungen der Stadt Limburg sind von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Weitere Infos unter https://www.limburg.de/Kunst-Kultur © Stadt Limburg