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Ein Jahr: „Ehe für Alle“

Staatssekretär Kai Klose: „Wir feiern ein Jahr Ehe für alle als wichtigen Schritt zur vollen Gleichberechtigung – viele Paare auch in Hessen sind diesen Weg seitdem gegangen“

Wiesbaden. Am 1. Oktober ist es ein Jahr her, dass gleichgeschlechtliche Paare standesamtlich heiraten können und damit endlich alle gleichen Rechte erhalten wie heterosexuelle Paare. Anlässlich des anstehenden Jahrestages erklärte der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Kai Klose: „Nach Jahrzehnten der Verfolgung und Repression und einem tapferen Kampf der Emanzipationsbewegung für gleiche Rechte wurde im vergangenen Jahr durch die Öffnung der Ehe endlich auch in Deutschland der endgültige Schritt zur vollen Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen getan. Der Schritt war überfällig.“ In Hessen haben seither mehr als eintausend gleichgeschlechtliche Paare geheiratet oder haben ihre bestehende eingetragene Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln lassen.

„Durch die Öffnung der Ehe sind wir aber noch nicht am Ende des Weges angelangt. In zu vielen Bereichen – etwa im Adoptionsrecht – werden homosexuelle Paare weiterhin benachteiligt – so ist noch immer nicht geregelt, dass eine Frau, deren Ehepartnerin ein Kind zur Welt bringt, automatisch Mit-Mutter ist. Auch die Rechte von Trans* und intergeschlechtlichen Personen gilt es zu stärken“, betonte der Staatssekretär.

In diesem Zusammenhang wies Klose auf den Hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt hin, mit dem die Landesregierung die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sowie ein diskriminierungsfreies Miteinander fördert. Der Aktionsplan wurde gemeinsam mit den Selbstvertretungsorganisationen der LSBT*IQ-Community erarbeitet. „Ich möchte allen homosexuellen Paaren, die in den vergangenen zwölf Monaten geheiratet haben oder ihre Lebenspartnerschaft haben umwandeln lassen, ganz herzlich gratulieren. Als hessische Landesregierung freuen wir uns sehr, wenn Menschen sich entscheiden, füreinander Verantwortung zu übernehmen“, sagte er abschließend.

Weiterführende Informationen:

Am 1. Oktober 2017 ist das Gesetz zur Einführung des Rechts auf Eheschließung für Personen gleichen Geschlechts in Kraft getreten. Vor Inkrafttreten des Gesetzes konnten gleichgeschlechtliche Paare eine eingetragene Lebenspartnerschaft amtlich eintragen lassen, aber nicht heiraten. Diese Lebenspartnerschaften wurden nach in Kraft treten des Gesetzes nicht automatisch umgewandelt. Die Umwandlung erfolgt nur bei gemeinsamer Erklärung auf dem Standesamt.

LSBT*IQ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, intergeschlechtliche und queere Personen. Der Hessische Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt (APAV) wurde am 29.05.2017 vom Kabinett beschlossen und am 06.06.2017 im Rahmen einer Landespressenkonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die im Hessischen Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt enthaltenen Maßnahmen haben zum Ziel, die Akzeptanz von LSBT*IQ in Hessen zu fördern. Er kann hier abgerufen werden.

© Hessisches Ministerium für Soziales und Integration