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Doppeltes Jubiläum beim Kirchenchor „Cäcilia“ Niederbrechen

Gleich zwei Jubiläen kann der Kirchenchor „Cäcilia“ in diesem Jahr feiern: bereits seit 150 Jahren bereichert die Kirchenmusik das kulturelle Leben in der Gemeinde Niederbrechen. Immer wieder fanden und finden sich Menschen zusammen, die die Freude am Singen vereint. Durch ihr gemeinsames Musizieren in Form von Chorgesang wollen sie die Menschen für die Kirchenmusik begeistern und so eine Form christlicher Gemeinschaft praktizieren.

Einen großen Anteil am Erfolg des Chores, der in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder interessante und außergewöhnliche Konzerte darbieten konnte, hat die langjährige Dirigentin Jutta Sode, die den Chor seit 25 Jahren mit ihrem großen musikalischen Wissen, durch ihre gelebte Freude an der Musik, mit Hingabe, Einfühlungsvermögen und stets dem „richtigen Händchen“ bei der Auswahl der Musikwerke leitet.

Jutta Sode studierte Kirchenmusik mit dem Abschluss A-Examen an der Johannes-Gutenberg- Universität Mainz, Orgel bei Prof. Peter Alexander Stadtmüller, Improvisation bei Prof. Heino Schubert, Chorleitung und Orchesterleitung bei Wolfram Wehnert und Prof. Joshard Daus. Neben dem Studium war sie Teilnehmerin an der Internationalen Bachakademie unter Helmut Rilling.

Jutta Sode ist eine gefragte Begleiterin von Chören und wirkt bei Oratorien (z.B. Haydns Schöpfung, Bachs Weihnachtsoratorium & Matthäuspassion, Mozarts Requiem) und Mess-Kompositionen an Cembalo bzw. Orgel mit. Außerdem verbindet sie seit vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit mit dem Trompeter Kai Tobisch und dem Praetorius-Ensemble Limburg, ist Gründungsmitglied des Vereins TOCCATA – Orgelkultur Limburg-Weilburg und war Mitorganisatorin des Internationalen Orgel-festivals Limburg-Lahn-Weilburg im Jahr 2009 und außerdem als Lehrbeauftragte für die Ausbildung von Organisten und Chorleitern im Bistum Limburg tätig.

Bereits während des Studiums war sie Chorleiterin in Nistertal, danach von 1989 bis 2002 Leiterin des Kirchenchores Dorndorf und von 2008 bis 2018 Dirigentin des Kirchenchores St. Peter & Paul Villmar.

In der Gemeinde Niederbrechen nahm Jutta Sode 1991 ihren Dienst als Organistin auf. Einige Jahre später (1995) übergab der damalige Dirigent Christoph Pabst den Taktstock in ihre Hände und damit auch die Leitung des Kirchenchores „Cäcilia“.

Dank ihres großen Einsatzes hat der Chor sein Repertoire stetig erweitert und kirchenmusikalische Werke aller Epochen zum Erklingen gebracht: ein- und mehrstimmig, a cappella oder mit instrumentaler Begleitung, Werke von der Gregorianik bis hin zum Neuen Geistlichen Lied, aber auch weltliche Chorliteratur. Darüber hinaus gelang es, gemeinsam mit engagierten Vorbereitungsteams, anspruchsvolle Konzerte zu veranstalten. Besondere Höhepunkte waren u.a. die Aufführung des „Vater unser“ von Friedrich Ernst Bach, des „Te Deum“ von Antoine Charpentier, „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn (zusammen mit dem Kirchenchor St. Georg Werschau), dann gemeinsam mit dem Kirchenchor St. Peter und Paul Villmar die Kantaten I bis III und VI aus dem „Weihnachtsoratorium“ von Johann Sebastian Bach und die „Missa in tempore belli“ von Joseph Haydn. Außerdem führte der Chor das „Himmelfahrts-Oratorium“ von Johann Sebastian Bach, die „Missa brevis in D“ von Franz Xaver Brixi sowie weitere anspruchsvolle Messen u.a. von Palestrina, Viadana, Hassler, Haydn („Paukenmesse“), Mozart, Schubert, Mawby, Menschick und Nystedt und nicht zuletzt die "Johannespassion" von Schütz auf.

Das Dirigenten-Jubiläum, das aufgrund der CORONA-Beschränkungen derzeit nicht gemeinsam mit dem aktiven Chor gefeiert werden kann, soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Für das Chorjubiläum ist ein Festgottesdienst am Sonntag, dem 22.11.2020 mit der Aufführung der „Missa brevis“ von Giovanni Pierluigi Palestrina geplant. © Britta Eufinger