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Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Winter nimmt Einfluss auf den Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote steigt im Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent . Zum Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 308 Arbeitslose weniger . LDK: 556 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 413 weniger als vor einem Jahr . LM-WEL: 655 Arbeitslose mehr als im Dezember, 105 mehr als im Vorjahr . Weiterer Beschäftigungsaufbau in beiden Landkreisen

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Januar 2019 insgesamt 11.495 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,0 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Dezember lag die Zahl der Arbeitslosen bei 10.284, die Arbeitslosenquote betrug 4,5 Prozent. Vor einem Jahr waren 11.803 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 5,1 Prozent. Von den insgesamt 11.495 arbeitslosen Personen waren 4.129 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.498 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.868 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

"Der Wintereinbruch hat im Januar deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen", stellte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat fest. Kälte, Frost und zum Teil auch Schnee hätten in vielen Außenberufen Einfluss auf die Beschäftigung genommen und etliche Baustellen zum Erliegen gebracht. Infolgedessen sei die Arbeitslosigkeit in beiden Landkreisen im Vergleich zum Vormonat bei allen Personengruppen angestiegen. Dass der Anstieg dabei im Kreis Limburg-Weilburg kräftiger ausgefallen sei, als im Lahn-Dill-Kreis, lasse sich weitestgehend auf die unterschiedliche Wirtschaftsstruktur beider Landkreise zurückführen. Rund um Limburg, Weilburg und den Westerwald gebe es traditionell viele Handwerksbetriebe, deren Gewerke den Witterungseinflüssen unterliegen. Wetzlar und Dillenburg seien hingegen stärker industriell geprägt, so dass dem Wetter hinsichtlich der Gesamtbeschäftigungslage weniger Bedeutung zuzumessen sei. Vergleiche man die Arbeitsmarktlage mit dem Vorjahresmonat, sei allerdings auffällig, dass die Arbeitslosigkeit im Lahn-Dill-Kreis um 5,5 Prozent gesunken sei, wobei -bis auf die Ausländer-sämtliche Personenkreise profitieren konnten. Im Landkreis Limburg-Weilburg hat sich die Arbeitslosigkeit gegenüber Januar 2018 hingegen um 2,4 Prozent erhöht - betroffen seien sämtliche Personengruppen gewesen. "Nun war der Januar 2018 deutlich milder, so dass die Außenberufe seinerzeit vergleichsweise bessere Bedingungen vorfanden, als in diesem Jahr. Inwieweit allerdings auch konjunkturelle Aspekte für den Anstieg verantwortlich waren, können wir erst im Frühjahr beurteilen, wenn die Witterungsbedingungen am Arbeitsmarkt keine Rolle mehr spielen", so Berbuir weiter.

Erfreut zeigte sich die Agenturchefin zum einen von der weiterhin hohen Arbeitskräftenachfrage. So habe die Zahl der neuen Vermittlungsaufträge im letzten Monat im Lahn-Dill-Kreis um mehr als ein Drittel über dem Wert des Vorjahresmonats gelegen. Auch in Limburg-Weilburg seien 12,6 Prozent mehr Stellenangebote erteilt worden als im Januar des Vorjahres. Zum Schluss warf Berbuir noch einen Blick auf die Beschäftigungslage. So habe man zur Jahresmitte 2018 (aktuell vorliegende Zahlen) abermals in beiden Landkreisen Beschäftigungsrekorde ausweisen können. Zum 30. Juni gab es im Lahn-Dill-Kreis 94.365 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte: 2.258 (+2,5 Prozent) mehr, als im Juni 2017. Einen noch stärkeren prozentualen Anstieg (+2,9 Prozent) verzeichnete der Landkreis Limburg-Weilburg. Hier waren zur Jahresmitte 2018 insgesamt 53.870 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt - 1.543 mehr, als ein Jahr zuvor. Hessenweit betrug der Beschäftigungszuwachs 2,4 Prozent.

Kreis Limburg-Weilburg:

Die Arbeitslosenquote lag im Januar im Kreis Limburg-Weilburg bei 4,8 Prozent und somit um 0,7 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Im Januar 2018 betrug die Quote 4,7 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.443 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 655 mehr als im Dezember (+17,3 Prozent) und 105 mehr als vor einem Jahr (+2,4 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2018 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,2 Prozent. 3.865 Personen waren 2018 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 43,8 Prozent (1.945 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 491 Personen (+33,8 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 62 Arbeitslose (+3,3 Prozent) gestiegen. 56,2 Prozent (2.498 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Januar beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 164 Arbeitslose (+7,0 Prozent). Gegenüber Januar 2018 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 1,8 Prozent (43 Personen) erhöht. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2018 waren bei der Arbeitsagentur 1.467 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.398 Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 506 Betroffene (+23,5 Prozent) auf 2.656 Arbeitslose erhöht. Bei den Frauen stieg die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 149 Personen auf 1.787 Betroffene (+9,1 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 70 Arbeitslose (+2,7 Prozent) zu, bei den Frauen um 35 Arbeitslose (+2,0 Prozent). 2018 waren jahresdurchschnittlich 2.186 Männer und 1.680 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Januar um 15,3 Prozent oder 52 Arbeitslose angestiegen. Aktuell sind 391 Arbeitslose jünger als 25 Jahre - 24 mehr, als vor einem Jahr (+6,5 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren 363 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 145 Betroffene (+12,3 Prozent) auf 1.325 Arbeitslose erhöht. Sie liegt damit um 43 Personen oder 3,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2018 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.197 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Januar im Kreis Limburg-Weilburg bei 337 Personen und damit um 19 Personen oder 6,0 Prozent über dem Dezember-Wert. Gegenüber Januar 2018 war ein Rückgang um 9 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (-2,6 Prozent). Im Jahr 2018 waren jahresdurchschnittlich 310 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.555 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 369 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+31,1 Prozent) und 182 mehr (+13,3 Prozent) als vor Jahresfrist. Im Durchschnitt des Jahres 2018/ waren 1.161 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Januar 2019 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 340 Vermittlungsaufträge. Dies waren 38 Stellen mehr als im Januar letzten Jahres (+12,6 Prozent). 2018 wurden insgesamt 5.483 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2018 vor. Zum 30. Juni 2018 gab es im Landkreis Limburg-Weilburg 53.870 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 1.543 oder 2,9 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2017. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann abermals das Baugewerbe verzeichnen. 336 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 7,4 Prozent der Beschäftigten. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem die Metall- und Elektroindustrie (336 / 6,5 Prozent) sowie die sonstigen Dienstleistungen und privaten Haushalte (252 / 11,2 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: Erziehung und Unterricht (-217 / -11,1 Prozent), Handel (-152 / -1,6 Prozent) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (-97 / -6,4 Prozent).

Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 5,1 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert vom Dezember. Im Januar 2018 betrug die Quote 5,4 Prozent. In absoluten Zahlen: 7.052 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 556 weniger als im Dezember (+8,6 Prozent) und 413 weniger als vor einem Jahr (-5,5 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2018 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 5,1 Prozent. 6.975 Personen waren 2018 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 31,0 Prozent (2.184 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 405 Personen (+22,8 Prozent) gestiegen und im Vergleich zum Vorjahr um 45 Arbeitslose (-2,0 Prozent) gesunken. 69,0 Prozent (4.868 Personen) aller Arbeitslosen waren im Januar beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg von 151 Arbeitslosen (+3,2 Prozent). Gegenüber Januar 2018 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 368 Personen reduziert (-7,0 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2018 waren bei der Arbeitsagentur 1.908 Arbeitslose und beim Jobcenter 5.068 Arbeitslose gemeldet.

Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 366 auf 3.923 Arbeitslose (+10,3 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 190 Personen auf 3.129 Betroffene (+6,5 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 264 Arbeitslose (-6,3 Prozent) ab, bei den Frauen sank sie um 149 Arbeitslose (-4,5 Prozent). 2018 waren jahresdurchschnittlich 3.774 Männer und 3.201 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 76 Personen oder 13,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Januar 2018 hat sie sich um 115 Personen (-15,5 Prozent) reduziert. Aktuell sind 626 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren 678 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.382 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 178 Personen (+8,1 Prozent) zu. Gegenüber Januar letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Rückgang um 135 ältere Arbeitslosen (-5,4 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2018 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.343 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Januar im Lahn-Dill-Kreis bei 723 Personen und damit um 41 Betroffene oder 6,0 Prozent über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Januar 2018 war ein Rückgang von 2 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (-0,3 Prozent). Im Jahr 2018 waren jahresdurchschnittlich 714 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.367 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 138 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+6,2 Prozent) sowie 39 mehr (+1,7 Prozent) als im Januar letzten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2018 waren 2.293 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat deutlich über dem Vorjahresniveau. 465 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Plus von 123 Stellen oder 36,0 Prozent gegenüber Januar 2017. 2018 wurden insgesamt 6.603 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2018 vor. Zum 30. Juni 2018 gab es im Lahn-Dill-Kreis 94.365 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 2.258 oder 2,5 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2017.

Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann der Wirtschaftszweig "Herstellung von überwiegend häuslich konsumierten Gütern" verzeichnen. 1.097 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 3,4 Prozent der Beschäftigten. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (802 / 3,0 Prozent) sowie der Handel (481 / 3,9 Prozent).

Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: die "sonstigen Dienstleistungen einschließlich privater Haushalte" (-144 / -5,4 Prozent), "Erziehung und Unterricht" (-102 / -5,0 Prozent) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (-70 oder -2,8 Prozent).

© Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar