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Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Winter lässt Arbeitslosigkeit steigen

• Arbeitslosenquote steigt im Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent • LDK: 453 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 977 mehr als vor einem Jahr • LM-WEL: 606 Arbeitslose mehr als im Dezember, 608 mehr als im Vorjahr • Im LDK nahm die Beschäftigtenzahl zum 30. Juni 2020 ab • Beschäftigung ist zur Jahresmitte 2020 in LM-WEL erneut leicht gestiegen • LDK: 161 Betriebe zeigten im Januar für 1.507 Arbeitnehmer Kurzarbeit an • LM-WEL: 148 Betriebe zeigten im Januar für 960 Arbeitnehmer Kurzarbeit an • Im LDK arbeiteten im August 2020 insgesamt 12.272 Arbeitnehmer in 885 Betrieben kurz (Kurzarbeiterquote 13,0 Prozent) • In LM-WEL arbeiteten zur gleichen Zeit 3.412 Arbeitnehmer in 520 Betrieben kurz (Kurzarbeiterquote 6,2 Prozent) • Im Lahn-Dill-Kreis gibt es deutlich mehr Ausbildungsstellen als Bewerber – Ursache ist u.a. ein Bewerberrückgang von annähernd 25 Prozent • In Limburg-Weilburg übertrifft die Zahl der Bewerber das Lehrstellenangebot

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Januar 2021 insgesamt 12.940 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,6 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Dezember lag die Zahl der Arbeitslosen bei 11.881, die Arbeitslosenquote betrug 5,1 Prozent. Vor einem Jahr waren 11.355 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 4,9 Prozent. Von den insgesamt 12.940 arbeitslosen Personen waren 5.851 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.459 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.630 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.


„Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat ist im Januar üblich. Maßgeblich dafür sind primär witterungsbedingte Gründe und das Ende des Weihnachtsgeschäfts. Im Vergleich zu den Vorjahren fällt die Zunahme sogar etwas geringer aus. Weil sich auch der Vorjahresabstand im fünften Monat in Folge weiter verringert hat, bleibt festzustellen, dass die Lockdowns der letzten Wochen und Monate nicht zu einem signifikanten Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt haben“, berichtete die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. Nach wie vor verhindere die Kurzarbeit Einbrüche am Arbeitsmarkt.

Die Agenturchefin legte auch die Beschäftigungsdaten des zweiten Quartals 2020 vor. Demnach sei die Beschäftigung im Landkreis Limburg-Weilburg nochmals um 0,3 Prozent gestiegen, während sie im Lahn-Dill-Kreis um 1,5 Prozent abgenommen habe. Hessenweit sei die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer zum 30. Juni um 0,6 Prozent zurückgegangen. Trotz der grundsätzlich unterschiedlichen Entwicklungen in beiden Landkreisen, sei sowohl in Limburg-Weilburg, als auch im Lahn-Dill-Kreis, ein erheblicher Arbeitskräfterückgang in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie sowie in der Arbeitnehmerüberlassung zu verzeichnen gewesen. So sei die Beschäftigung in der Zeitarbeit in Limburg-Weilburg binnen Jahresfrist um fast zwanzig Prozent, im Lahn-Dill-Kreis sogar um mehr als dreißig Prozent geschrumpft. Auch das Gastgewerbe musste jeweils Arbeitsplatzverluste hinnehmen. Beschäftigungsgewinne erzielte in beiden Landkreisen der Handel, das Gesundheitswesen, Verkehr und Lagerei sowie das Informations- und Kommunikationswesen.

Erstmals gibt es auch Zahlen vom Ausbildungsmarkt. Von Oktober 2020 bis Januar 2021 lag in beiden Landkreisen sowohl die Zahl der Bewerber, als auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen unter den jeweiligen Vorjahreswerten. Während in Limburg-Weilburg der Bewerberrückgang mit 1,7 Prozent vergleichsweise moderat ausfällt, ging die Bewerberzahl im Lahn-Dill-Kreis um fast ein Viertel zurück. „Rund um Wetzlar und Dillenburg können aktuell 772 Lehrstellenbewerber aus 1.257 gemeldeten Ausbildungsstellen wählen. In Limburg-Weilburg ist die Situation konträr. Hier herrscht ein Bewerberüberhang: 989 Ausbildungssuchenden stehen derzeit 745 gemeldete Ausbildungsstellenangebote gegenüber“, stellte Berbuir abschließend fest.


Kreis Limburg-Weilburg:

Die Arbeitslosenquote lag im Januar im Kreis Limburg-Weilburg bei 5,2 Prozent und somit um 0,6 Prozentpunkte höher, als im Vormonat und im Vorjahresmonat. In absoluten Zahlen: 4.912 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 606 mehr als im Dezember (+14,1 Prozent) und 608 mehr als vor einem Jahr (+14,1 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,8 Prozent. 4.459 Personen waren 2020 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 49,9 Prozent (2.453 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 409 Personen (+20,0 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 321 Arbeitslose (+15,1 Prozent) gestiegen. 50,1 Prozent (2.459 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Januar beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 197 Arbeitslose (+8,7 Prozent). Gegenüber Januar 2020 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 13,2 Prozent (287 Personen) erhöht. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2020 waren bei der Arbeitsagentur 2.082 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.376 Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 436 Betroffene (+17,7 Prozent) auf 2.899 Arbeitslose erhöht. Bei den Frauen stieg die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 170 Personen auf 2.013 Betroffene (+9,2 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 246 Arbeitslose (+9,3 Prozent), bei den Frauen um 362 Arbeitslose (+21,9 Prozent) zu. 2020 waren jahresdurchschnittlich 2.552 Männer und 1.907 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Januar um 16,8 Prozent oder 67 Arbeitslose gestiegen. Aktuell sind 466 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 52 mehr, als vor einem Jahr (+12,6 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2020 waren 463 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 189 Betroffene (+13,5 Prozent) auf 1.591 Arbeitslose erhöht. Sie liegt damit um 320 Personen oder 25,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2020 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.356 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Kreis Limburg-Weilburg im Januar bei 354 Personen. Damit waren 21 arbeitslose Schwerbehinderte mehr zu verzeichnen, als im Vormonat (+6,3 Prozent). Gegenüber Januar 2020 war ein Anstieg um 53 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (+17,6 Prozent). Im Jahr 2020 waren jahresdurchschnittlich 323 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.735 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 327 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+23,2 Prozent) sowie 160 (+10,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Durchschnitt des Jahres 2020 waren 1.450 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Januar 2021 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 268 Vermittlungsaufträge. Dies waren 66 Stellen weniger als im Januar letzten Jahres (-19,8 Prozent). 2020 wurden insgesamt 3.369 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet, 1.849 oder 35,4 Prozent weniger, als im Jahr zuvor.

Kurzarbeit:
Im Januar 2021 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 148 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 960 Arbeitnehmer ein. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 2.345, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 23.774. Da bei einer Unterbrechung der Kurzarbeit von drei Monaten eine erneute Anzeige erforderlich ist, ist nicht auszuschließen, dass für einige Betriebe und Arbeitnehmer mehrere Kurzarbeitsanzeigen vorliegen. Aktuell gibt es für den August 2020 eine Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene. Demnach arbeiteten im Landkreis Limburg-Weilburg im genannten Monat 3.412 Arbeitnehmer in 520 Betrieben kurz (Kurzarbeiterquote 6,2 Prozent). Das waren 584 Kurzarbeiter weniger, als im Monat zuvor (-14,6 Prozent). Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe ging binnen Monatsfrist um 91 zurück (-14,9 Prozent) zurück. Für den Agenturbezirk Limburg-Wetzlar liegt zudem die Hochrechnung für den September vor, nach der seinerzeit 12.959 Arbeitnehmer in 1.266 Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Dies entsprach 8,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 11,5 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe. Demnach haben im September 139 Betriebe weniger kurzgearbeitet, als noch im Juli. Die Zahl der Kurzarbeiter sank im gleichen Zeitraum um 2.725 Arbeitnehmer.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2020 vor. Zum 30. Juni 2020 gab es im Landkreis Limburg-Weilburg 55.267 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 346 oder 0,6 Prozent mehr als im zweiten Quartal 2019. Hessenweit war zum gleichen Zeitpunkt ein Rückgang der Beschäftigung um 0,3 Prozent zu verzeichnen. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann der Handel verzeichnen. 178 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 1,9 Prozent der Beschäftigten. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem ‚Heime und Sozialwesen‘ (133/ 3,6 Prozent) sowie ‚Verkehr und Lagerei‘ (123 / 5,4 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen vor allem folgende Wirtschaftszweige aus: die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-283/ -5,0 Prozent), die Arbeitnehmerüberlassung (-222 / -18,8 Prozent) sowie das Gastgewerbe (-89/ -6,1 Prozent).

Ausbildungsmarkt:
Von Oktober 2020 bis Januar 2021 meldeten sich im Landkreis Limburg-Weilburg 989 Ausbildungssuchende. Dies waren 17 oder 1,7 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Demgegenüber erteilten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 745 Vermittlungsaufträge. Dies sind 43 Ausbildungsstellen bzw. 5,5 Prozent weniger, als vor einem Jahr.

Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 0,75 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,78 Stellen.


Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im Januar bei 5,8 Prozent und somit um 0,4 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Im Januar 2020 betrug die Quote 5,1 Prozent. In absoluten Zahlen: 8.028 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 453 mehr als im Dezember (+6,0 Prozent) und 977 mehr als vor einem Jahr (+13,9 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2020 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 5,5 Prozent. 7.734 Personen waren 2020 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 42,3 Prozent (3.398 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 347 Personen (+11,4 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 678 Arbeitslose (+24,9 Prozent) gestiegen. 57,7 Prozent (4.630 Personen) aller Arbeitslosen waren im Januar beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 106 Arbeitslose (+2,3 Prozent). Gegenüber Januar 2020 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 299 Personen erhöht (+6,9 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2020 waren bei der Arbeitsagentur 3.075 Arbeitslose und beim Jobcenter 4.659 Arbeitslose gemeldet.

Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 325 auf 4.659 Arbeitslose (+7,5 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 128 auf 3.369 Betroffene (+3,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 570 Arbeitslose (+13,9 Prozent) zu, bei den Frauen stieg sie um 407 Arbeitslose (+13,7 Prozent) an. 2020 waren jahresdurchschnittlich 4.437 Männer und 3.666 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 82 Personen oder 13,0 Prozent angestiegen. Im Vergleich zum Januar 2020 hat sie sich um 37 Personen (+5,5 Prozent) erhöht. Aktuell sind 711 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet.
Im Durchschnitt des Jahres 2020 waren 782 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.670 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 141 Personen (+5,6 Prozent) zu. Gegenüber Januar letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Anstieg um 365 ältere Arbeitslosen (+15,8 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2020 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.489 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Januar im Lahn-Dill-Kreis bei 738 Personen und damit um 31 Betroffene oder 4,4 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Januar 2020 war ein Anstieg von 63 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (+9,3 Prozent). Im Jahr 2020 waren jahresdurchschnittlich 708 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.


Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.6233 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 150 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+6,1 Prozent) sowie 305 mehr als im Januar letzten Jahres (+13,2 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2020 waren 2.517 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat abermals unter dem Vorjahresniveau. 177 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 86 Stellen oder 32,7 Prozent gegenüber Januar 2020. 2020 wurden insgesamt 3.779 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet, 1.826 oder 32,6 Prozent weniger, als im Jahr zuvor.

Kurzarbeit:
Im Januar 2021 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 161 Betrieben aus dem Lahn-Dill-Kreis für 1.507 Arbeitnehmer ein Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 3.185, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 45.260. Da bei einer Unterbrechung der Kurzarbeit von drei Monaten eine erneute Anzeige erforderlich ist, ist nicht auszuschließen, dass für einige Betriebe und Arbeitnehmer mehrere Kurzarbeitsanzeigen vorliegen. Erstmals gibt es für den August 2020 eine Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene. Demnach arbeiteten im Lahn-Dill-Kreis im genannten Monat 12.272 Arbeitnehmer in 885 Betrieben kurz (Kurzarbeiterquote 13,0 Prozent). Das waren 1.208 Kurzarbeiter weniger, als im Monat zuvor (-9,0 Prozent). Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe ging binnen Monatsfrist um 130 zurück (-12,8 Prozent). Für den Agenturbezirk Limburg-Wetzlar liegt zudem die Hochrechnung für den September vor, nach der seinerzeit 12.959 Arbeitnehmer in 1.266 Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Dies entsprach 8,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 11,5 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe. Demnach haben im September 139 Betriebe weniger kurzgearbeitet, als noch im Juli. Die Zahl der Kurzarbeiter sank im gleichen Zeitraum um 2.725 Arbeitnehmer.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des zweiten Quartals 2020 vor. Zum 30. Juni 2020 gab es im Lahn-Dill-Kreis 94.288 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 1.405 oder 1,5 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2019. Hessenweit war zum gleichen Zeitpunkt ein Rückgang der Beschäftigung um 0,3 Prozent zu verzeichnen. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann der Wirtschaftsabschnitt „Erziehung und Unterricht“ verzeichnen. 366 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 19,0 Prozent der Beschäftigten. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem das Baugewerbe (209/ 4,4 Prozent) sowie der Handel (193 / 1,5 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen vor allem folgende Wirtschaftszweige aus: die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-1.501/ -5,4 Prozent), die Arbeitnehmerüberlassung (-728 / -30,7 Prozent), die Herstellung von Vorleistungsgütern, insbesondere von chemischen und Kunststoffwaren (-210/ -5,0 Prozent) sowie das Gastgewerbe (-136/ -7,6 Prozent).

Ausbildungsmarkt:
Von Oktober 2020 bis Januar 2021 meldeten sich im Lahn-Dill-Kreis 772 Ausbildungssuchende. Dies waren 250 oder 24,5 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Demgegenüber erteilten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.257 Vermittlungsaufträge. Dies sind 15 Ausbildungsstellen bzw. 1,2 Prozent weniger, als vor einem Jahr. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 1,63 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 1,24 Stellen. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar