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Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Kurzarbeit stabilisiert Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote steigt im Juli 2020 um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent . Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 3.053 Arbeitslose mehr . LDK: 265 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 1.843 mehr als vor einem Jahr . LM-WEL: 109 Arbeitslose mehr als im Juni, 1.210 mehr als im Vorjahr . LDK: 2.604 Betriebe (40,9%) zeigten seit März für 38.850 Personen (40,4%) KUG an . LM-WEL: 1.871 Betriebe (38,9%) zeigten seit März für 19.439 Personen (35,0%) KUG an . Laut Hochrechnung gab es im März im Agenturbezirk 1.477 Betriebe die tatsächlich KUG bezogen - Betroffen waren 10.711 Arbeitnehmer

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Juli 2020 insgesamt 13.364 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,7 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Juni lag die Zahl der Arbeitslosen bei 12.990, die Arbeitslosenquote betrug 5,6 Prozent. Vor einem Jahr waren 10.311 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 4,4 Prozent. Von den insgesamt 13.364 arbeitslosen Personen waren 5.812 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.554 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.998 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

"Die Zahl der arbeitslosen Personen im Agenturbezirk hat sich von Juni auf Juli erhöht. Diese Entwicklung entspricht allerdings dem Verlauf der Vorjahre und ist überwiegend auf saisonale Aspekte zurückzuführen. Die Veränderungsrate zum Vorjahr hat sich im Vergleich zu den Vormonaten nur noch geringfügig erhöht", berichtete die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. Damit habe sich im dritten Monat in Folge die Zahl der pandemiebedingten Arbeitslosmeldungen deutlich abgeschwächt. Der übliche Anstieg bei den unter 25-Jährigen falle in diesem Monat etwas geringer aus, als in den Jahren zuvor. Möglicherweise hätten sich einige Jugendliche wegen verschobener Prüfungstermine aktuell noch nicht arbeitslos gemeldet. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betreffe überwiegend den Rechtskreis SGB III. Im Rechtskreis SGB II sei die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat nahezu gleichgeblieben. Dennoch sei der heimische Arbeitsmarkt nach wie vor von den Folgen der Corona-Krise gekennzeichnet, so die Agenturchefin weiter. Indes erweise sich die Kurzarbeit einmal mehr als wichtiger Anker, der bislang zu einer Stabilisierung der Marktlage -allerdings auf hohem Niveau- führe. "Die Zugänge von Arbeitslosen aus Erwerbstätigkeit bewegen sich nahezu auf dem Niveau der Vorjahre, das ist ermutigend. Die Abgänge in Erwerbstätigkeit liegen aber noch signifikant darunter", sagte Berbuir weiter. Betrachte man die Zahl der Stellenmeldungen, sei verhaltener Optimismus zu verspüren. Der Bestand an Arbeitsstellen habe im Vergleich zum Vormonat erstmals seit September 2019 wieder leicht zugenommen, was für einen August untypisch sei. Das Niveau der Vorjahre sei aber noch lange nicht erreicht. Die Abgangszahlen gemeldeter Arbeitsstellen fallen weiterhin niedrig aus. Die Stornierungsquote sei inzwischen jedoch fast wieder so niedrig, wie in den Vorjahren.

Nach Angaben Berbuirs gibt es nunmehr erstmals eine Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit für den März 2020. Die Zahlen liegen allerdings lediglich auf Agenturebene vor. Demnach waren im ersten Monat der Corona-Krise im Bezirk der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar in 1.477 Betriebe insgesamt 10.711 Arbeitnehmer tatsächlich von Kurzarbeit betroffen. Die Anzahl neuer Anzeigen ist auch im Juli weiter gesunken. In Limburg-Weilburg zeigten 25 Unternehmen für 556 Beschäftigte Kurzarbeit neu an, im Lahn-Dill-Kreis waren es 30 Betriebe und 498 Arbeitnehmer.

Auf dem Ausbildungsmarkt hätten sich die Hoffnungen, dass etliche Unternehmen in diesem Jahr auf der Zielgeraden doch noch ins Gesehen eingreifen, bewahrheitet. "Wir haben in den vergangenen vier Wochen erheblich mehr Lehrstellen gemeldet bekommen, als im Juli letzten Jahres. Das zeigt das Bemühen der heimischen Unternehmen, einen ,Corona-Jahrgang' bei den Jugendlichen nach Kräften zu vermeiden und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken", resümierte die Arbeitsmarktexpertin abschließend.


Kreis Limburg-Weilburg:

Die Arbeitslosenquote lag im Juli im Kreis Limburg-Weilburg bei 5,2 Prozent und somit um 0,2 Prozentpunkte niedriger, als im Vormonat. Im Juli 2019 betrug die Quote 3,9 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.835 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 109 mehr als im Juni (+2,3 Prozent) und 1.210 mehr als vor einem Jahr (+33,4 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,0 Prozent. 3.735 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 47,2 Prozent (2.281 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 154 Personen (+ 7,2 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 799 Arbeitslose (+53,9 Prozent) gestiegen. 52,8 Prozent (2.281 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Juli beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Rückgang um 45 Arbeitslose (-1,7 Prozent). Gegenüber Juli 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 19,2 Prozent (411 Personen) erhöht. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 1.526 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.209 Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 19 Betroffene (+0,7 Prozent) auf 2.690 Arbeitslose erhöht. Bei den Frauen stieg die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 90 Personen auf 2.145 Betroffene (+4,4 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 701 Arbeitslose (+35,2 Prozent), bei den Frauen um 509 Arbeitslose (+31,1 Prozent) zu. 2019 waren jahresdurchschnittlich 2.113 Männer und 1.622 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Juli um 17,2 Prozent oder 84 Arbeitslose gestiegen. Aktuell sind 572 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 153 mehr, als vor einem Jahr (+36,5 Prozent). Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist saisontypisch und findet seine Ursachen insbesondere im Schuljahres- und Ausbildungsende junger Menschen. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 364 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 24 Betroffene (+1,7 Prozent) auf 1.425 Arbeitslose erhöht. Sie liegt damit um 345 Personen oder 31,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.152 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Juli im Kreis Limburg-Weilburg bei 344 Personen und damit um 20 Personen oder 6,2 Prozent über dem Juni-Wert. Gegenüber Juli 2019 war ein Anstieg um 59 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (+20,7 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 299 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.499 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 18 arbeitslose Ausländer weniger als im Juni (-1,2 Prozent) sowie 452 (+43,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 1.182 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Juli 2020 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 274 Vermittlungsaufträge. Dies waren 148 Stellen weniger als im Juli letzten Jahres (-35,1 Prozent). 2019 wurden insgesamt 5.218 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Kurzarbeit:
Im Juli 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 25 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 556 Arbeitnehmer ein. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 1.871, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 19.439. Damit haben seit Beginn der Corona-Pandemie 38,9 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe Kurzarbeit für 38,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze angezeigt. Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, steht erst nach drei Monaten fest, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des vierten Quartals 2019 vor. Zum 31. Dezember 2019 gab es im Kreis Limburg-Weilburg 55.466 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 746 Beschäftigte mehr als im vierten Quartal 2018. Der Veränderungswert lag bei +1,4 Prozent. Hessenweit nahm die Beschäftigung im gleichen Zeitraum um 1,5 Prozent zu. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann das Gesundheitswesen verzeichnen. 136 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 2,5 Prozent der Beschäftigten dieser Branche. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem das Baugewerbe (129 / +2,4 Prozent) sowie die öffentliche Verwaltung (119 / +4,2 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: Arbeitnehmerüberlassung (-164 / -13,9 Prozent), das Gastgewerbe (-51 / -3,5 Prozent) sowie die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-40 / -0,7 Prozent).

Ausbildungsmarkt:
Von Oktober 2019 bis Juli 2020 meldeten sich im Landkreis Limburg-Weilburg 1.473 Ausbildungssuchende. Dies waren 43 oder 2,8 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 348 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 320). Demgegenüber erteilten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.028 Vermittlungsaufträge. Dies sind 156 Ausbildungsstellen bzw. 13,2 Prozent weniger, als vor einem Jahr. 399 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende Juli 2019 waren noch 370 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 0,70 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,78 Stellen.


Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im Juli bei 6,1 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Juni 2019 betrug die Quote 4,8 Prozent. In absoluten Zahlen: 8.529 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 265 mehr als im Juni (+3,2 Prozent) und 1.843 mehr als vor einem Jahr (+27,6 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 4,8 Prozent. 6.640 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 41,4 Prozent (3.531 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 257 Personen (+7,8 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 1.394 Arbeitslose (+65,2 Prozent) gestiegen. 58,6 Prozent (4.998 Personen) aller Arbeitslosen waren im Juli beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 8 Arbeitslose (+0,2 Prozent). Gegenüber Juli 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 449 Personen erhöht (+9,9 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 2.073 Arbeitslose und beim Jobcenter 4.567 Arbeitslose gemeldet.

Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 160 auf 4.877 Arbeitslose (+3,2 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 105 auf 3.652 Betroffene (+3,0 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 1.228 Arbeitslose (+33,7 Prozent) zu, bei den Frauen stieg sie um 615 Arbeitslose (+20,3 Prozent) an. 2019 waren jahresdurchschnittlich 3.666 Männer und 2.974 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 112 Personen oder 13,2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juli 2019 hat sie sich um 248 Personen (+34,9 Prozent) erhöht. Aktuell sind 959 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli ist saisontypisch und findet seine Ursachen insbesondere im Schuljahres- und Ausbildungsende junger Menschen. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 620 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.661 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 63 Personen (+2,4 Prozent) zu. Gegenüber Juli letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Anstieg um 475 ältere Arbeitslosen (+21,7 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.214 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Juli im Lahn-Dill-Kreis bei 741 Personen und damit um 2 Betroffene oder 0,3 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Juli 2019 war ein Anstieg von 59 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (+8,7 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 686 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.732 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 21 arbeitslose Ausländer mehr als im Juni (+0,8 Prozent) sowie 523 mehr als im Juli letzten Jahres (+23,7 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 2.209 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat abermals unter dem Vorjahresniveau. 310 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 53 Stellen oder 14,6 Prozent gegenüber Juli 2019. 2019 wurden insgesamt 5.605 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Kurzarbeit:
Im Juli 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 30 Betrieben aus dem Lahn-Dill-Kreis für 498 Arbeitnehmer ein Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 2.604, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 38.850. Damit haben seit Beginn der Corona-Pandemie 40,9 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe Kurzarbeit für 40,4 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze angezeigt. Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, steht erst nach drei Monaten fest, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des vierten Quartals 2019 vor. Zum 31. Dezember 2019 gab es im Lahn-Dill-Kreis 96.269 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 669 Beschäftigte mehr als im vierten Quartal 2018. Der Veränderungswert lag bei +0,7 Prozent. Hessenweit stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im gleichen Zeitraum um 1,5 Prozent. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann der Bereich "Erziehung und Unterricht" verzeichnen. 312 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 15,6 Prozent der Beschäftigten dieser Branche. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem der Handel (287 / +2,2 Prozent) und das Gesundheitswesen (199 / +2,8 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: Die Arbeitnehmerüberlassung (-498 / -21,6 Prozent), die Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-191 / -0,7 Prozent), die Herstellung von Vorleistungsgütern insbesondere von chemischen Erzeugnissen und Kunststoffen (-78 / -1,8 Prozent) und "Heime und Sozialwesen" (-64 / -0,9 Prozent).

Ausbildungsmarkt:
Von Oktober 2019 bis Juli 2020 meldeten sich im Lahn-Dill-Kreis 1.397 Ausbildungssuchende. Dies waren 204 oder 12,7 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 285 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 336). Demgegenüber meldeten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.577 freie Ausbildungsstellen. Dies sind 176 Stellen bzw. 10,0 Prozent weniger, als vor einem Jahr. 560 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende Juli 2019 waren noch 590 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 1,13 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 1,09 Stellen. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar