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Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Kurzarbeit sichert Tausende von Arbeitsplätzen

Arbeitslosenquote steigt im Mai 2020 um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent . Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 2.627 Arbeitslose mehr . LDK: 467 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 1.412 mehr als vor einem Jahr . LM-WEL: 292 Arbeitslose mehr als im April, 1.215 mehr als im Vorjahr . LDK: 2.399 Betriebe (37,7%) zeigten seit März für 35.168 Personen (36,2%) KUG an . LM-WEL: 1.755 Betriebe (36,5%) zeigten seit März für 18.006 Personen (32,1%) KUG an

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Mai 2020 insgesamt 12.841 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,5 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im April lag die Zahl der Arbeitslosen bei 12.082, die Arbeitslosenquote betrug 5,2 Prozent. Vor einem Jahr waren 10.214 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung -  die Quote lag seinerzeit bei 4,4 Prozent. Von den insgesamt 12.841 arbeitslosen Personen waren 5.205 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.732 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.904 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

 

"Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar ist im Mai infolge der Corona-Krise erneut deutlich gestiegen, allerdings hat sich die Dynamik des Anstiegs annähernd halbiert", erklärte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. Während die Arbeitslosigkeit im April noch um 1.433 Erwerbslose gestiegen sei, habe die Zahl im Mai ,nur' noch um 759 Betroffene zugenommen. Alle Personengruppen seien von diesem Verlauf in ähnlicher Weise betroffen gewesen. "Vergleichsweise viele Arbeitslosmeldungen gab es aus der Arbeitnehmerüberlassung, dem Handel, dem Verkehr und Lagerei, dem Gast- sowie dem Baugewerbe", berichtete die Agenturchefin weiter.

 

Deutlich abgeschwächt habe sich auch die Zahl der Kurzarbeitsanzeigen. Allerdings gelten die Anzeigen der vergangenen beiden Monate jeweils für die Dauer von 12 Monaten, so dass die Werte seit März kumuliert werden müssten, um die Daten interpretieren zu können. Insgesamt haben seit Beginn des Lockdowns im Landkreis Limburg-Weilburg 36,5 Prozent der anspruchsberechtigten Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Im Lahn-Dill-Kreis sind es bislang 37,7 Prozent. In beiden Landkreisen ist für jeden dritten sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt worden. Aufgrund der unterschiedlichen Wirtschaftsstruktur beider Landkreise unterscheiden sich die jeweils betroffenen Branchen erheblich. Während im Lahn-Dill-Kreis 38,3 Prozent aller angezeigten Kurzarbeiter in der Eisen-, Elektro- und Stahlindustrie beschäftigt sind, kommen in Limburg-Weilburg die meisten Kurzarbeiter aus dem Handel incl. der Reparatur von Kfz (16,1 Prozent). Auch die jeweils folgenden Fallzahlen unterscheiden sich in beiden Kreisen wesentlich und können den folgenden Seiten entnommen werden. "Die Kurzarbeit sichert somit tausende von Arbeitsplätzen in unserem Agenturbezirk. Zudem entlastet sie die finanziellen Pandemie-Folgen für die heimische Wirtschaft. Ich bin mir sicher, dass wir durch diesen gemeinsamen Kraftakt, sehr schnell wieder stabile Strukturen in den Betrieben herstellen können, wenn Absatzmärkte, Lieferketten und die gesundheitliche Situation in den Belegschaften dies zulassen", blickte die Arbeitsmarktexpertin in die Zukunft.

 

Sorgen bereitet der Agenturchefin die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Hier sei zu befürchten, dass bei den Jugendlichen ein ,Corona-Jahrgang' entstehe, wenn es nicht gelinge, mehr Ausbildungsverhältnisse zu generieren. Berbuir appellierte an die Unternehmen, trotz der unsicheren Lage alles dafür zu tun, um die Ausbildungskapazitäten auszulasten. An die Jugendlichen richtete sie die Bitte, die individuelle Flexibilität zu erhöhen und alle Angebote des Ausbildungsmarktes auszuloten.

 

 

Kreis Limburg-Weilburg:

 

Die Arbeitslosenquote lag im Mai im Kreis Limburg-Weilburg bei 5,2 Prozent und somit um 0,3 Prozentpunkte höher, als im Vormonat. Im Mai 2019 betrug die Quote 3,9 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.867 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 244 mehr als im April (+6,4 Prozent) und 1.215 mehr als vor einem Jahr (+33,3 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,0 Prozent. 3.735 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

 

Im aktuellen Monat wurden 43,9 Prozent (2.135 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 106 Personen (+5,2 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 748 Arbeitslose (+53,9 Prozent) gestiegen. 56,1 Prozent (2.732 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Mai beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 186 Arbeitslose (+7,3 Prozent). Gegenüber Mai 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 20,6 Prozent (467 Personen) erhöht. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 1.526 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.209 Arbeitslose gemeldet.

 

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 140 Betroffene (+5,3 Prozent) auf 2.772 Arbeitslose erhöht. Bei den Frauen stieg die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 152 Personen auf 2.095 Betroffene (+7,8 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 743 Arbeitslose (+36,6 Prozent), bei den Frauen um 472 Arbeitslose (+29,1 Prozent) zu. 2019 waren jahresdurchschnittlich 2.113 Männer und 1.622 Frauen arbeitslos gemeldet.

 

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Mai um 7,4 Prozent oder 36 Arbeitslose gestiegen. Aktuell sind 520 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 190 mehr, als vor einem Jahr (+57,6 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 364 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 87 Betroffene (+6,5 Prozent) auf 1.433 Arbeitslose erhöht. Sie liegt damit um 267 Personen oder 22,9 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.152 ältere Arbeitslose gemeldet.

 

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Mai im Kreis Limburg-Weilburg bei 320 Personen und damit um 17 Personen oder 5,6 Prozent über dem April-Wert. Gegenüber Mai 2019 war ein Anstieg um 20 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (+6,7 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 299 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

 

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.577 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 76 arbeitslose Ausländer mehr als im April (+14,1 Prozent) sowie 481 (+43,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 1.182 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Im Mai 2020 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 227 Vermittlungsaufträge. Dies waren 281 Stellen weniger als im Mai letzten Jahres (-55,3 Prozent). 2019 wurden insgesamt 5.218 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

 

Kurzarbeit:

Im Mai 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 183 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 1.883 Arbeitnehmer ein. Für die Monate März und April liegen nun die endgültigen Zahlen vor. Demnach zeigten in diesen beiden Monaten 1.572 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 16.123 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 1.755, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 18.006. Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, steht erst nach drei Monaten fest, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen. Somit haben 36,5 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe seit Beginn der Corona-Pandemie Kurzarbeit angezeigt. Von Kurzarbeit betroffen ist im Landkreis Limburg-Weilburg derzeit fast jeder dritte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz. 16,1 Prozent aller Arbeitnehmer, für die von März bis April Kurzarbeit angezeigt wurde, arbeiten in im Wirtschaftsbereich Handel incl. Kfz-Reparaturgewerbe. Es folgt das verarbeitende Gewerbe (16,0 Prozent), das Baugewerbe (10,6 Prozent), das Gastgewerbe (6,5 Prozent), das Gesundheitswesen (6,3 Prozent), Immobilien und technische Dienstleistungen (3,8 Prozent) sowie die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (3,8 Prozent) - darunter die Reisebüros mit 0,3 Prozent.

 

Ausbildungsmarkt:

Von Oktober 2019 bis Mai 2020 meldeten sich im Landkreis Limburg-Weilburg 1.340 Ausbildungssuchende. Dies waren 76 oder 5,4 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 576 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 525). Demgegenüber meldeten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.231 freie Ausbildungsstellen. Dies sind 133 Stellen bzw. 9,8 Prozent weniger, als vor einem Jahr. 456 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende Mai 2019 waren noch 501 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 0,69 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,77 Stellen.

 

 

Lahn-Dill-Kreis:

 

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 5,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Mai 2019 betrug die Quote 4,7 Prozent. In absoluten Zahlen: 7.974 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 467 mehr als im April (+6,2 Prozent) und 1.412 mehr als vor einem Jahr (+21,5 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 4,8 Prozent. 6.640 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

 

Im aktuellen Monat wurden 38,5 Prozent (3.070 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 134 Personen (+4,6 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 1.149 Arbeitslose (+59,8 Prozent) gestiegen. 61,5 Prozent (4.571 Personen) aller Arbeitslosen waren im Mai beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 333 Arbeitslose (+7,3 Prozent). Gegenüber Mai 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 263 Personen erhöht (+5,7 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 2.073 Arbeitslose und beim Jobcenter 4.567 Arbeitslose gemeldet.

 

Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 254 auf 4.561 Arbeitslose (+5,9 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 213 auf 3.413 Betroffene (+6,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 953 Arbeitslose (+26,4 Prozent) zu, bei den Frauen stieg sie um 459 Arbeitslose (+15,5 Prozent) an. 2019 waren jahresdurchschnittlich 3.666 Männer und 2.974 Frauen arbeitslos gemeldet.

 

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 36 Personen oder 4,6 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Mai 2019 hat sie sich um 264 Personen (+47,4 Prozent) erhöht. Aktuell sind 821 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 620 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.504 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 64 Personen (+2,6 Prozent) zu. Gegenüber Mai letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Anstieg um 295 ältere Arbeitslosen (+13,4 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.214 ältere Arbeitslose gemeldet.

 

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Mai im Lahn-Dill-Kreis bei 709 Personen und damit um 13 Betroffene oder 1,9 Prozent über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Mai 2019 war ein Anstieg von sieben arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (+1,0 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 686 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

 

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.608 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 187 arbeitslose Ausländer mehr als im April (+7,7 Prozent) sowie 412 mehr (+18,8 Prozent) mehr als im Mai letzten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 2.209 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

 

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat abermals deutlich unter dem Vorjahresniveau. 247 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 127 Stellen oder 34,0 Prozent gegenüber Mai 2019. 2019 wurden insgesamt 5.605 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet. 

 

Kurzarbeit:

Im Mai 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 252 Betrieben aus dem Lahn-Dill-Kreis für 3.783 Arbeitnehmer ein. Für die Monate März und April liegen nun die endgültigen Zahlen vor. Demnach zeigten in diesen beiden Monaten 2.147 Betrieben aus dem Lahn-Dill-Kreis für 31.385 Arbeitnehmer Kurzarbeit an. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 2.399, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 35.168. Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, steht erst nach drei Monaten fest, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen. Somit haben 37,7 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe seit Beginn der Corona-Pandemie Kurzarbeit angezeigt. Von Kurzarbeit betroffen ist im Lahn-Dill-Kreis derzeit mehr als jeder dritte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz. 38,3 Prozent aller Arbeitnehmer, für die von März bis April Kurzarbeit angezeigt wurde, arbeiten in der Elektro-, Metall und Stahlindustrie. Es folgt der Handel (11,4 Prozent), das Gesundheitswesen (4,1 Prozent), der Bereich Verkehr und Lagerei (4,0 Prozent), das Gastgewerbe (3,6 Prozent), Immobilien und technische Dienstleistungen (3,6 Prozent) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (3,0 Prozent):

 

Ausbildungsmarkt:

Von Oktober 2019 bis Mai 2020 meldeten sich im Lahn-Dill-Kreis 1.287 Ausbildungssuchende. Dies waren 206 oder 13,8 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 541 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 559). Demgegenüber meldeten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.468 freie Ausbildungsstellen. Dies sind 184 Stellen bzw. 11,1 Prozent weniger, als vor einem Jahr. 758 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende Mai 2019 waren noch 772 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 1,14 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 1,11 Stellen.

© Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar