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Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Freier Fall vorerst gebremst

. Arbeitslosenquote steigt im Juni 2020 um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent . Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 2.879 Arbeitslose mehr . LDK: 290 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 1.708 mehr als vor einem Jahr . LM-WEL: 141 Arbeitslose weniger als im Mai, 1.171 mehr als im Vorjahr . LDK: 2.554 Betriebe (40,2%) zeigten seit März für 37.706 Personen (39,2%) KUG an . LM-WEL: 1.837 Betriebe (38,1%) zeigten seit März für 18.841 Personen (34,0%) KUG an

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Juni 2020 insgesamt 12.990 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,6 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Mai lag die Zahl der Arbeitslosen bei 12.841, die Arbeitslosenquote betrug 5,5 Prozent. Vor einem Jahr waren 10.111 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 4,3 Prozent. Von den insgesamt 12.990 arbeitslosen Personen waren 5.401 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.599 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.990 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

"Der erhebliche Anstieg der Arbeitslosigkeit infolge der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Folgen, hat sich in diesem Monat in unserem Agenturbezirk abgeschwächt. Im Landkreis Limburg-Weilburg ist sie im Vormonatsvergleich sogar um 2,9 Prozent zurückgegangen. Dabei konnten bis auf die Schwerbehinderten alle Personenkreise an dieser positiven Entwicklung teilhaben", berichtete die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. Damit weise der Landkreis Limburg-Weilburg im Vormonatsvergleich die beste Arbeitsmarktentwicklung in Hessen aus. Nachdem sich im Lahn-Dill-Kreis im Mai der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber April bereits halbiert hatte, nahm die Dynamik in diesem Monat abermals um fünfzig Prozent ab, so dass der Aufwuchs 3,6 Prozent betragen habe, so Berbuir weiter und fügte an: "Damit scheint der freie Fall vorerst gebremst - aber nur deswegen, weil die Kurzarbeit die negativen Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt in bedeutender Weise abpuffert." Seit März hätten 40 Prozent der Unternehmen im Lahn-Dill-Kreis und 38 Prozent der Betriebe in Limburg-Weilburg Kurzarbeit angezeigt. Mehr als jeder dritte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz sei aktuell von Kurzarbeit betroffen. Aber auch hier sei die Zahl der neuen Anzeigen im Juni massiv zurückgegangen. Insgesamt geht die Arbeitsmarktexpertin davon aus, dass sich der heimische Arbeitsmarkt bis zum Jahresende nicht aus dem Krisenmodus befreien werde und die Folgen der Pandemie das Arbeitsmarktgeschehen weiter beeinträchtigen. Dies mache vor allem der Vorjahresvergleich deutlich, der im Gesamtbezirk einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 28,5 Prozent ausweise - im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) betrage dieser sogar 65,5 Prozent. "Die Sicherung der bestehenden Arbeitsverhältnisse und der Lohnersatzleistungen hat weiterhin hohe Priorität. Es bedarf eines langen Atems und vieler kleiner Schritte, um uns langsam dem Vorkrisenniveau nähern zu können", sagte die Agenturchefin abschließend.


Kreis Limburg-Weilburg:

Die Arbeitslosenquote lag im Juni im Kreis Limburg-Weilburg bei 5,0 Prozent und somit um 0,2 Prozentpunkte niedriger, als im Vormonat. Im Juni 2019 betrug die Quote 3,8 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.726 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 141 weniger als im Mai (-2,9 Prozent) und 1.171 mehr als vor einem Jahr (+32,9 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,0 Prozent. 3.735 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 45,0 Prozent (2.127 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 8 Personen (-0,4 Prozent) zurückgegangen und im Vergleich zum Vorjahr um 783 Arbeitslose (+58,3 Prozent) gestiegen. 55,0 Prozent (2.599 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Juni beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Rückgang um 133 Arbeitslose (-4,9 Prozent). Gegenüber Juni 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 17,5 Prozent (388 Personen) erhöht. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 1.526 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.209 Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 101 Betroffene (-3,6 Prozent) auf 2.671 Arbeitslose reduziert. Bei den Frauen sank die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 40 Personen auf 2.055 Betroffene (-1,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 684 Arbeitslose (+34,4 Prozent), bei den Frauen um 487 Arbeitslose (+31,1 Prozent) zu. 2019 waren jahresdurchschnittlich 2.113 Männer und 1.622 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Juni um 6,2 Prozent oder 32 Arbeitslose gesunken. Aktuell sind 488 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 144 mehr, als vor einem Jahr (+41,9 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 364 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 32 Betroffene (-2,2 Prozent) auf 1.401 Arbeitslose reduziert. Sie liegt damit um 291 Personen oder 26,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.152 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Juni im Kreis Limburg-Weilburg bei 324 Personen und damit um 4 Personen oder 1,3 Prozent über dem Mai-Wert. Gegenüber Juni 2019 war ein Anstieg um 23 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (+7,6 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 299 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.517 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 60 arbeitslose Ausländer weniger als im Mai (-3,8 Prozent) sowie 459 (+43,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 1.182 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Im Juni 2020 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 257 Vermittlungsaufträge. Dies waren 174 Stellen weniger als im Juni letzten Jahres (-40,4 Prozent). 2019 wurden insgesamt 5.218 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Kurzarbeit:
Im Juni 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 67 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 719 Arbeitnehmer ein. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 1.837, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 18.841. Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, steht erst nach drei Monaten fest, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen. Somit haben 38,1 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe seit Beginn der Corona-Pandemie Kurzarbeit angezeigt. Von Kurzarbeit betroffen ist im Landkreis Limburg-Weilburg derzeit jeder dritte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplatz.


Ausbildungsmarkt:
Von Oktober 2019 bis Juni 2020 meldeten sich im Landkreis Limburg-Weilburg 1.413 Ausbildungssuchende. Dies waren 58 oder 3,9 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 434 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 432). Demgegenüber erteilten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 971 Vermittlungsaufträge. Dies sind 180 Ausbildungsstellen bzw. 15,6 Prozent weniger, als vor einem Jahr. 407 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende Juni 2019 waren noch 451 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 0,69 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 0,78 Stellen.


Lahn-Dill-Kreis:

Im Lahn-Dill-Kreis lag die Arbeitslosenquote im Juni bei 5,9 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vormonat. Im Juni 2019 betrug die Quote 4,7 Prozent. In absoluten Zahlen: 8.264 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 290 mehr als im Mai (+3,6 Prozent) und 1.708 mehr als vor einem Jahr (+26,1 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Lahn-Dill-Kreis 4,8 Prozent. 6.640 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet.

Im aktuellen Monat wurden 39,6 Prozent (3.274 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 204 Personen (+6,6 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 1.354 Arbeitslose (+70,5 Prozent) gestiegen. 60,4 Prozent (4.990 Personen) aller Arbeitslosen waren im Juni beim kommunalen Jobcenter Lahn-Dill gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg um 86 Arbeitslose (+1,8 Prozent). Gegenüber Juni 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 354 Personen erhöht (+7,6 Prozent). Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 2.073 Arbeitslose und beim Jobcenter 4.567 Arbeitslose gemeldet.

Die Anzahl arbeitsloser Männer stieg im Lahn-Dill-Kreis gegenüber dem Vormonat um 156 auf 4.717 Arbeitslose (+3,4 Prozent). Die Zahl arbeitsloser Frauen erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 134 auf 3.547 Betroffene (+3,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 1.149 Arbeitslose (+32,2 Prozent) zu, bei den Frauen stieg sie um 559 Arbeitslose (+18,7 Prozent) an. 2019 waren jahresdurchschnittlich 3.666 Männer und 2.974 Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Jugendarbeitslosigkeit ist gegenüber dem Vormonat um 26 Personen oder 3,2 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Juni 2019 hat sie sich um 249 Personen (+41,6 Prozent) erhöht. Aktuell sind 847 Jugendliche unter 25 Jahren als Arbeitslose gemeldet. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 620 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Bei den 50jährigen und älteren lag die Zahl der Arbeitslosen im abgelaufenen Monat bei 2.598 Personen und nahm damit im Vergleich zum Vormonat um 94 Personen (+3,8 Prozent) zu. Gegenüber Juni letzten Jahres ist bei diesem Personenkreis ein Anstieg um 405 ältere Arbeitslosen (+18,5 Prozent) festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei den Arbeitsagenturen in Wetzlar und Dillenburg sowie beim kommunalen Jobcenter des Lahn-Dill 2.214 ältere Arbeitslose gemeldet.

Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Juni im Lahn-Dill-Kreis bei 743 Personen und damit um 34 Betroffene oder 4,8 Prozent über dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Juni 2019 war ein Anstieg von 58 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (+8,5 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 686 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Im Berichtsmonat waren im Lahn-Dill-Kreis 2.711 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 103 arbeitslose Ausländer mehr als im Mai (+3,9 Prozent) sowie 460 mehr (+20,4 Prozent) mehr als im Juni letzten Jahres. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 2.209 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

Der Zugang gemeldeter Arbeitsstellen lag in diesem Monat abermals deutlich unter dem Vorjahresniveau. 302 Vermittlungsaufträge bedeuten ein Minus von 121 Stellen oder 28,6 Prozent gegenüber Mai 2019. 2019 wurden insgesamt 5.605 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Kurzarbeit:
Im Juni 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 122 Betrieben aus dem Lahn-Dill-Kreis für 1.826 Arbeitnehmer ein Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 2.554, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 37.706. Wie viele davon tatsächlich kurzgearbeitet haben, steht erst nach drei Monaten fest, da die Betriebe so lange Zeit haben, ihre Abrechnungslisten einzureichen. Somit haben 40,2 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe seit Beginn der Corona-Pandemie Kurzarbeit angezeigt. Von Kurzarbeit betroffen ist im Lahn-Dill-Kreis derzeit 39,2 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze.

Ausbildungsmarkt:
Von Oktober 2019 bis Juni 2020 meldeten sich im Lahn-Dill-Kreis 1.333 Ausbildungssuchende. Dies waren 218 oder 14,1 Prozent weniger, als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. 440 dieser Jugendlichen sind derzeit noch unversorgt (Vorjahreswert: 463). Demgegenüber meldeten die heimischen Unternehmen und Verwaltungen bislang insgesamt 1.518 freie Ausbildungsstellen. Dies sind 193 Stellen bzw. 11,3 Prozent weniger, als vor einem Jahr. 608 dieser Lehrstellen sind bislang noch unbesetzt. Ende Juni 2019 waren noch 677 Ausbildungsstellen frei. Auf einen Ausbildungssuchenden kommen derzeit statistisch gesehen 1,14 gemeldete Ausbildungsstellen. Im Vorjahr waren es 1,10 Stellen. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar