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Corona-Pandemie überlagert Arbeitsmarktgeschehen

Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Corona-Pandemie überlagert Arbeitsmarktgeschehen

. Statistikzähltag lag im März vor Einführung der restriktiven Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie - Arbeitsmarktzahlen daher wenig aussagekräftig . Im Vorjahresvergleich gab es im Agenturbezirk 114 Arbeitslose weniger . Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar und Jobcenter Limburg-Weilburg priorisieren Auszahlung von Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und der Leistungen der Grundsicherung


Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im März 2020 insgesamt 10.649 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 4,6 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Februar lag die Zahl der Arbeitslosen bei 11.171, die Arbeitslosenquote betrug 4,8 Prozent. Vor einem Jahr waren 10.763 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 4,7 Prozent.

Diese Arbeitsmarktdaten treten aktuell allerdings in den Hintergrund, denn der Corona-Virus hat in diesem Monat auch den Arbeitsmarkt erreicht. Statistikstichtag war der 12. März. Da zu diesem Zeitpunkt die restriktiven Maßnahmen der Bundesregierung noch nicht in Kraft getreten waren, geben die Stichtagszahlen kein aktuelles Bild der Arbeitsmarktlage wieder. Allerdings ist die Zahl der Arbeitslosmeldungen seither nicht eklatant gestiegen. Wie auch im Krisenjahr 2008, versuchen die Betriebe augenscheinlich ihre Mitarbeiter zu halten, um nach der Krise schnell wieder handlungsfähig zu sein. Die Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar und das Jobcenter Limburg-Weilburg haben nach Angaben der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, Angelika Berbuir, alle wesentlichen Maßnahmen ergriffen, um die Geldleistungen, allen voran Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld und Leistungen der Grundsicherung sicherzustellen. Berbuir weiter: "Dabei können wir auf die Erfahrungen aus der Wirtschaftskrise 2008 zurückgreifen. Unser Arbeitgeber-Service berät die heimischen Unternehmen derzeit intensiv und individuell in allen Fragen zur Kurzarbeit. Unterstützt wird die Beratung durch tagesaktuelle Online-Informationen für Unternehmen und Arbeitnehmer. Innerhalb weniger Tage haben wir die Zahl der leistungsbearbeitenden Mitarbeiter massiv erhöht, indem sie von Kollegen aus anderen Teams unterstützt werden. Da wir bereits vor einigen Jahren auf elektronische Akten umgestellt haben, kann jeder Vorgang ortsunabhängig bearbeitet werden. Zudem unterstützen weitere Kollegen aus anderen Fachbereichen die Telefonhotline." Die Agenturchefin berichtet weiter, dass der IT-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) die technischen Möglichkeiten ausgeweitet habe, damit möglichst viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten können. Um den erhöhten Antragseingang zeitnah abarbeiten zu können, hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit der Personalvertretung den Arbeitszeitrahmen auf 6 bis 20 Uhr, bei Homeoffice auf 22 Uhr, ausgeweitet. Gesetzliche Regelungen, die ein persönliches Vorsprechen erfordern, wurden temporär außer Kraft gesetzt oder können nach der Aufhebung des Kontaktverbotes nachgeholt werden.

"Die ersten Tage waren ein Stresstest aller internen Systeme. Diesen haben wir gut überstanden. Wir sind auch weiterhin in der Lage, schnell und angemessen auf kurzfristige Veränderungen zu regieren. Die gesetzlichen Neuregelungen zur Kurzarbeit und die beschlossenen Wirtschaftshilfen begrüße ich ausdrücklich. Sie werden dazu führen, die Folgen der derzeitigen Krise abzumildern. Unsere Hauptaufgabe liegt derzeit darin, unseren Kunden zeitnah den Lebensunterhalt zu sichern und um den Erhalt eines jeden einzelnen Arbeitsplatzes zu kämpfen. Auch dafür sind wir gut aufgestellt. Unser Augenmerk liegt auch auf den Solo-Selbständigen und Kleinstunternehmern, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Für diesen Personenkreis kann ein Anspruch auf Grundsicherung beim Jobcenter bestehen. Ich stehe in intensivem Kontakt mit den politisch Verantwortlichen im Agenturbezirk sowie mit den Kammern und anderen Verbänden, um gemeinsam den Herausforderungen zu begegnen", sagte Berbuir abschließend. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar