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Corona-Effekt bremst Lohnsteigerung in Limburg-Weilburg

Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht Entgeltstatistik . Der mittlere Verdienst in Limburg-Weilburg beträgt 3.156 Euro brutto . Fast jeder vierte Vollzeitbeschäftigte arbeitet im unteren Entgeltbereich

Dass es auf regionaler Ebene und branchespezifisch deutliche Einkommensunterschiede gibt, zeigt jetzt eine Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit (BA). Wie die Limburger Arbeitsagentur berichtet, werden in dem vorliegenden Zahlenwerk die mittleren Bruttoeinkünfte (Medianeinkommen) mit Stichtag 31. Dezember 2020 nach Regionen und Branchen ausgewiesen. Maßgeblich ist dabei der Beschäftigungsort. Anzumerken ist, dass sich die ausgewiesenen Beträge aus den tatsächlichen Arbeitsentgelten und dem für die Ausfallstunden gewährten Kurzarbeitergeld zusammensetzt. Die Entgeltstatistik 2020 wird aber nicht nur durch Kurzarbeit beeinflusst, sondern auch durch andere Effekte, die sich in unterschiedlicher Richtung auswirken. Beispiele hierfür sind einerseits Corona-Zulagen in bestimmten Branchen oder Berufen und andererseits Verzicht auf Gehaltserhöhungen. Alle Effekte zusammen werden als ,Corona-Effekt' bezeichnet. In der Gesamtbetrachtung erscheint dieser relativ moderat. Wird aber zum Beispiel mit dem Gastgewerbe eine Branche in den Blick genommen, die überdurchschnittlich stark von der Corona-Pandemie und den eindämmenden Maßnahmen betroffen war, zeigen sich sehr markante Auswirkungen in der Entgeltstatistik:

Beim Vergleich der Einkünfte von sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten (ohne Auszubildende) belegt Hessen mit einem mittleren Einkommen von 3.709 Euro den dritten Platz. Höhere Einkünfte erwirtschaften Arbeitnehmer nur in Hamburg und Baden-Württemberg. Bundesweit liegt der Mittelwert bei 3.427 Euro.

Im Landkreis Limburg-Weilburg zahlten die Unternehmen an ihre vollzeitbeschäftigten Mitarbeiter im Mittel 3.156 Euro monatlich. Damit lag der Monatslohn durchschnittlich 27 Euro höher als 2019. In den vier Jahren zuvor betrug der Lohnzuwachs jeweils rund 70 Euro. Hessischer Spitzenreiter bei den Einkünften ist Darmstadt (4.491 Euro). Mit monatlich 3.020 Euro ist der Werra-Meißner-Kreis hessenweit der Landkreis mit dem geringsten mittleren Einkommen.

Geschlechtsspezifisch traten auch rund um Limburg und Weilburg unter den Vollzeitbeschäftigten deutliche Unterschiede auf. Männer verdienten pro Monat 3.248 Euro und somit einen Euro weniger als in den Vorjahresmonaten. Frauen erzielten mit monatlich 2.911 Euro hingegen jeweils 51 Euro mehr als 2019. Die Veröffentlichung unterscheidet zudem nach Nationalitäten (Deutsche: 3.291 Euro, Ausländer: 2.268 Euro), Altersstrukturen und Qualifikationsniveaus. Demnach lag das mittlere Einkommen für ungelernte Arbeitskräfte in der Region bei 2.261 Euro. Facharbeiter brachten 3.178 Euro mit nach Hause, Akademiker 4.918 Euro.

In der Differenzierung nach Branchen wurden im Kreisgebiet im Informations- und Kommunikationssektor (4.047 Euro), in der Finanz- und Versicherungsbranche (4.042 Euro) und im Wirtschaftszweig ,Kunst und Unterhaltung, sonstige Dienstleistungen und Private Haushalte' (3.988 Euro) die höchsten Medianeinkommen erzielt. Am unteren Ende der Einkommensskala fanden sich die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen beispielsweise die Reisebüros gehören (2.025 Euro), das Gastgewerbe (1.823 Euro) und die Arbeitnehmerüberlassung (1.647 Euro). Im unteren Entgeltbereich waren in Limburg-Weilburg 7.628 Arbeitnehmer (22,2 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten) tätig. Hier sind sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte verortet, die weniger als 2/3 des Medianentgelts aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten erzielen (Schwellenwert bundesweit: 2.284 Euro).

Die Entgeltstatistik gibt es im Internet kostenlos unter https://eu-central-1.protection.sophos.com?d=bit.ly&u=aHR0cHM6Ly9iaXQubHkvM0JpN1JRdw==&i=NjBiOWM5NjE3Yzg0MTYwZTRkZjJlNWNl&t=S2NySlpKN0krZFNsT3VFdm14TmRwV0ZsdzUrSEw2WGt1ZDl0YUdoZ0w0RT0=&h=546b6c2f826f43ffb1826f2b1ce84d2d.


Hintergrundinformation:

Das Medianeinkommen bezeichnet die Einkommenshöhe, von der aus die Anzahl der Personen mit niedrigeren Einkommen gleich groß ist, wie die der Personen mit höheren Einkommen. Damit definiert der Median das mittlere Einkommen.

Warum betrachtet die Entgelt-Statistik üblicherweise den Median?
Die Berechnung von Mittelwerten - wie dem arithmetischen Mittel - ist methodisch nicht sinnvoll, da die tatsächlichen Bruttomonatsentgelte oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze nicht bekannt sind. Der Medianwert ist hingegen geeignet, um die Streuung der Entgelte zu charakterisieren. Der Median hat im Gegensatz zum arithmetischen Mittel zudem den Vorteil gegenüber sogenannten Ausreißern, also Werten, die extrem von anderen Werten abweichen, robust zu sein. © Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar